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Comic-Besprechung - Knüppeldick

Geschichten:

Knüppeldick

Autor: Doug Headline (nach Jean-Patrick Manchette)

Zeichnungen: Max Cabanes

Übersetzung: Resel Rebiersch



Story:

Der Privatdetektiv und Ex-Bulle Eugène Tarpon steckt eigentlich bereits mitten in einem kleinen Überwachungsauftrag, als sich eine ältere Dame an ihn wendet mit der Bitte, ihre verschwundene, blinde Tochter zu finden. Dies scheint zunächst ein angenehmer Zusatzauftrag zu sein, doch sehr schnell weiten sich beide Aufträge aus, und Tarpon gerät von allen Seiten in die Schusslinie. 



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Dies ist nicht die erste Umsetzung eines Kriminalromans von Jean-Patrick Manchette durch Cabanes und Headline (bzw. durch Cabanes, solo), allein Schreiber & Leser haben bereits drei Bände veröffentlicht („Fatal”, „Blutprinzessin” und „Volle Leichenhalle”), und „Nada” ist bei Splitter erschienen. Vier weitere Bände hat Jaques Tardi umgesetzt, der ja auch einige Romane aus der Feder von Leo Malet bearbeitet hat, wonach sein Zeichenstil für die gesamte weitere Malet-Reihe von anderen Autoren übernommen wurde. Und tatsächlich lassen sich Manchette und Malet gut vergleichen, die Stoffe sind ähnlich dunkel („noir”), bei Malet vielleicht ein bisschen humorvoller durch seinen Zynismus. Manchettes Geschichten spielen rund zwanzig Jahre später als die von Malet, und sind durchwegs härter und brutaler. Während es in Malets 50er-Jahren oft um Eifersucht und alte Kriegsgeschichten geht, hat sich die Welt bis in die 70er von Manchette weitergedreht: Korruption bei der Polizei und in der Politik, Terrorismus, Drogen und organisiertes Verbrechen sind seine Themen. Und einiges davon findet man auch in dieser Geschichte wieder. Manchette lässt seine Geschichten langsam anlaufen, baut haufenweise neue Charaktere ein, lässt den Leser im Dunkeln über die eigentlichen Hintergründe der Ereignisse — also ein klassischer „Who-Dunnit”-Krimi. Man folgt dem Helden bei seinen Ermittlungen und weiß selten mehr als dieser. Wenn man allerdings ein bisschen aufpasst, weiß man vielleicht doch ein bisschen mehr — und das ist irgendwie das einzige Manko an dieser Ausgabe: gegen Ende haben die Autoren, aus meiner Sicht,  bemerkt, dass für den Leser jetzt das meiste klar sein sollte. Das eigentliche, letzte Drittel oder Viertel der Handlung wird jetzt auf wenigen Seiten, fast wie im Zeitraffer, heruntergeleiert, nur der Vollständigkeit halber, weil es halt dazugehört. Das Buch hätte für meinen Geschmack noch zwanzig bis dreissig Seiten länger sein können, um damit im selben Rhythmus wie zuvor beendet zu erden. So, wie es ist, wirkt es doch sehr überhastet. Doch bis dahin war es sehr spannend.

Die Zeichnungen von Cabanes sind wieder in einem feinen Strich, sehr detailreich und das Dekor ist fehlerlos. Man kann richtig in die 70er-Jahre eintauchen, wie in einem der damaligen Kinofilme. Einfach klasse. Cabanes verwendet hier eine sehr strenge Seiteneinteilung, 3 x 3 Panels pro Seite, und selten mal ein Doppelpanel. Das passt vor allem dann, wenn viel geredet wird und vor allem Porträts gezeigt werden (sehr oft), doch eben auch bei anderen Szenen, da Cabanes es meisterhaft beherrscht, die Perspektiven zu wechseln, und sich so auch in kleinen Panels auszudrücken weiß. Ein wirklich großer Künstler des franko-belgischen Comics.



Fazit:

Wieder eine gelungene Umsetzung einer Manchette-Vorlage durch das Duo Cabanes/Headline um den Privatdetektive Eugène Tarpon, der es diesmal mit korrupten Polizisten, der Maffia und einer schrägen Sekte zu tun bekommt. Bis auf das ein wenig überhastet wirkende Ende ein gelungener „Who-Dunnit”, der den Leser perfekt ins Paris der 70er-Jahre entführt. Für alle Krimi-Fans und für Liebhaber gediegener franko-belgischer Comickunst unbedingt zu empfehlen.



Knüppeldick - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Knüppeldick

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Schreiber und Leser

Preis:
€ 24,80

ISBN 10:
3965822268

ISBN 13:
978-3965822269

104 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Ein spannender „Who-Dunnit”
  • Zeichnerisch sehr gut umgesetzt.
Negativ aufgefallen
  • Ein etwas zu überhastetes Ende.
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(566 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 23.04.2026
Kategorie: Alben
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