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Comic-Besprechung - Die Frau als Mensch: Schamaninnen
Geschichten:Die Frau als Mensch: Schamaninnen
Text und Zeichnungen: Ulli Lust
Farben: Julia Eichstädt, Luca Gierth und Ulli Lust
Story:
Welche Rolle und Funktion hatten die Frauen in der altsteinzeitlichen Gesellschaft, in der die Menschen noch nomadisierend den großen Herden folgen und versuchten, die letzte Eiszeit irgendwie zu überstehen. Aus dieser Zeit sind interessante Figuren übrig geblieben, doch welche Bedeutung hatten diese Frauenstatuetten?
Waren es Göttinnen, Spielzeuge oder Fetische? Wer schuf sie aus Holz, Stein oder Knochen? Wieder taucht Uli Lust deshalb tief in die Vergangenheit ein und folgt einem im Donautal lebenden Tal bei ihrem täglichen Alltag und blickt auch immer wieder in die Gegenwart, in der bestimmte Dinge immer noch nachhallen.
Meinung: Schon der erste Band der Reihe wurde mit viel Liebe und Leidenschaft für das Thema gestaltet und schlug deshalb wie eine Bombe ein, denn dieser wurde tatsächlich mit einem wichtigen Buchpreis ausgezeichnet. Das war aber nicht der Grund, weitere Geschichten aus der Steinzeit zu erzählen. Denn nun kann sie mehr ins Detail gehen?
Im Mittelpunkt stehen die vielen Frauenfiguren, die über Jahrzehntausende hinweg entstanden und den Archäologen wie auch den Historikern Rätsel aufgaben. Uli Lust hat sich deshalb weiter intensiv mit der steinzeitlichen Kunst beschäftigt und arbeitet in ihrer Geschichte neuste Forschungsergebnisse und vergleichende anthropologische Studien mit ein.
Natürlich kann auch sie nicht sagen, was es mit den Statuetten auf sich hat, ob die Menschen aus der Altsteinzeit überhaupt schon Götter und Göttinnen kannten. Aber sie greift die möglichen Ideen auf und scheut sich auch nicht zu spekulieren. Gleichzeitig erfährt man so mehr über den Schamanismus dieser Epoche und die Bedeutung der Frauen.
Liebevoll und warmherzig geht sie dabei ins Detail und schildert anhand einer fiktiven Gruppe, wie das Leben ausgesehen haben könnte, welche Rolle die Frauen dabei spielten, aber auch wie die Gemeinschaft zusammenhielt und miteinander arbeiteten. Und oft waren es tatsächlich die Schamaninnen, die wichtige Aufgaben übernahmen – Menschen zu heilen, aber auch die Verbindung zu den Ahnen und der Natur zu halten.
Der zweite Band steht deshalb den ersten nichts nach. Wieder bietet Uli Lust einen unterhaltsamen, facettenreichen und spannenden Blick auf das Leben der Frauen in der Steinzeit fernab jeder Klischees. Denn ohne die Männer dadurch herab zu würdigen, zeigt sie, das genau diese frühzeitlichen Gemeinschaften das praktizieren, was heute mühsam wieder erkämpft werden muss: Gleichberechtigung.
Fazit:
Die Frau als Mensch: Schamaninnen von Ulli Lust ist wie der erste Band ein engagierter Sachcomic, der mit viel Sorgfalt und Herz den modernen Wissenstand über das Zusammenleben von Frau und Mann wieder spiegelt. Diesmal liegt der Fokus etwas mehr auf der spirituellen und künstlerischen Seite dieser Epoche und sorgt mit spannenden Fragen und Ideen für viel Lesespaß fernab jeder Klischees.
Die Frau als Mensch: Schamaninnen
Autor der Besprechung:
Christel Scheja
Verlag:
Reprodukt
Preis:
€ 29,00
ISBN 13:
978-3956404948Â
256 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- Wie immer sehr sorgfältig recherchiert
- Die Erkenntnisse werden unterhaltsam und kurzweilig präsentiert
- Mehr als Kunst oder Klischee


| Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic | ||
| Bewertung: | ||
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| Rezension vom: | 30.03.2026 | ||||||
| Kategorie: | Alben | ||||||
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