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Comic-Besprechung - Willkommen in Pandemonia
Geschichten:Willkommen in Pandemonia
Autor: Diego Agrimbau
Zeichnungen: Gabriel (Liniero) Ippóliti
Übersetzung: Resel Rebiersch
Story:
Der Selbstfindungs-Coach Ismael Costa landet nach seinem überraschend frühen Tod in der Hölle. Nach anfänglichen Schwierigkeiten wendet er dort sein eigenes Coaching-Konzept an — und hat Erfolg! Eine herrliche Satire auf den ausufernden Lebensführungs- und Beratungstrend, vor allem auch im Internet, mit einem scharfen Seitenhieb auf viele anderen Betrügereien, die derzeit gerade im Trend sind.
Meinung: Mit „Willkommen in Pandemonia” legt das argentinische Autorenpaar Agrimbau/Ippóliti eine sehr unterhaltsame Sozialsatire vor, die ungemein treffend daherkommt, und gleichzeitig sehr spaßig ist. In Deutschland bisher weitestgehend unbekannt, haben die beiden, teilweise zusammen, teilweise unabhängig voneinander, zumindest in Frankreich bereits seit dem Beginn der Nuller-Jahre eine ganze Reihe von Comics veröffentlicht. Von Diego Agrimbau ist bei Schreiber & Leser ansonsten als Einziges bereits der Band „ Mit leeren Augen” erschienen, mit Zeichnungen von Juan Manuel Tumburus.
Die Geschichte selbst ist pointenreich erzählt und nimmt all die Mechanismen aufs Korn, die wirken (und wirken müssen), damit Einzelne an die Macht kommen bzw. ihre kleineren oder größeren Betrügereien und Machenschaften durchführen können. Das Motto der Handlung lautet dabei, dass man seinen Gegner möglichst mit den eigenen Waffen schlagen sollte — das ist nicht neu, aber durchaus wahr, würde ich sagen. Witzig fand ich auch, dass hier zum zweiten Mal in kurzer Zeit eine Nebenfigur optisch an Angela Merkel erinnert. Zuvor bin ich auf Merkel in der Serie „Ich bin…ihr Schweigen/ein verlorener Engel” gestoßen (von Jordi Lafebre, bei Splitter erschienen), und hier sieht nun eine böse Teufelin/Richterin ihr sehr ähnlich. Offenbar sehen unsere französischen Nachbarn die Dame (zumindest in Teilen) eher kritisch, eine Ansicht, die ich im Übrigen teile.
Die Zeichnungen von Gabriel Ippóliti sind sehr naturalistisch und detailreich, natürlich insofern karikaturhaft, als die Bewohner der Hölle alle Hörner in unterschiedlichen Formen tragen. Das erinnert ein bisschen an die Tierfiguren eines Juanjo Guarnido (Blacksad, bei Carlsen), und auch seine Farbgebung in einer Couleur-Directe lässt diesen Vergleich durchaus zu, meine ich. Trotzdem hat Ippóliti einen eigenen Stil, und der gefällt mir sehr gut.
Der Comic ist insgesamt absolut rund, Zeichnungen und Story ergänzen sich ganz fabelhaft und machen das Lesen zu einem echten Genuss. So spät im Jahr nochmal ein Band, der einer der besten des Jahres ist — wer hätte das erwartet?
Fazit:
Eine gelungene und ein bisschen böse Sozialsatire auf den bereits seit längerem laufenden Selbstfindungstrend überall und die Personen und Mechanismen, die dahinter stecken. Eine pointenreiche und gut konstruierte Geschichte in Verbindung mit erstklassigen Zeichnungen, die mich ein bisschen an „Blacksad” erinnern, machen diesen Band zu einem der Highlights des Jahres. Unbedingt zu empfehlen!
Willkommen in Pandemonia
Autor der Besprechung:
Uwe Roth
Verlag:
Schreiber und Leser
Preis:
€ 19,80
ISBN 10:
396582208X
ISBN 13:
978-3965822085
72 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- Erstklassige Sozialsatire auf den Selbstfindungstrend.
- Ein Highlight des Jahres!


| Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic | ||
| Bewertung: | ||
![]() (10 Stimmen) | ||
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| Rezension vom: | 15.01.2026 | ||||||
| Kategorie: | Alben | ||||||
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