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Comic-Besprechung - Aua! Lachen ist die beste Medizin
Geschichten:Aua! Lachen ist die beste Medizin
Autor: Achdé und Dr. Patrick Sichère
Zeichnungen: Achdé (d.i. Hervé Darmenton)
Übersetzung: Klaus Jöken
Story:
Dieser Band enthält acht Kurzgeschichten, die sich mit Schmerzen und den möglichen Ursachen und deren Behandlungsmethoden beschäftigen — auf eine humorige, meist respekt- bis taktlose Weise, da auch eine Reihe von historischen Figuren abgehandelt werden, die zu ihrer Zeit an so manchen Erkrankungen und Zipperlein litten. Durch die Geschichten führt den Leser ein Doktor Hippokrates, der den nötigen fachlichen Background liefert und eine deftige Prise Humor verteilt.
Meinung:
Achdé zieht in diesem Band sämtliche Register eines fast schon bösartigen Humors, und erweist damit dem Magazin „Fluide Glaciale”, in dem diese Storys zuerst veröffentlicht wurden, alle Ehre. Wie das Magazin sind auch diese Geschichten von einem anarchistischen, schwarzen und eben fast schon bösartigen Humor geprägt, den man mögen muss — doch dann kommt man voll auf seine Kosten. Die Autoren loten hier sämtliche Spielarten von schmerzhaften Erkrankungen aus, und haben selten Mitleid mit den Patienten, sondern nutzen jede Gelegenheit, um diese vorzuführen oder einfach zu veräppeln. Dabei stützt sich Achdé auf den Rheumatologen Dr. Sichère als fachliche Quelle, sowohl was die medizinischen Details angeht, als auch bezüglich der historischen Zusammenhänge und Begebenheiten — wobei manches dennoch der reinen Fantasie entspringt, z.B. wenn die berühmte Familie aus Nazareth auf den Plan tritt. Mir gefällt diese Art von zügellosem Humor sehr, und ich habe mich gut amüsiert über die meist sehr treffenden Dialoge und kleinen Anspielungen und Anzüglichkeiten. Auch die Übersetzung fand ich sehr gelungen und rund, die vermutlich bei den vielen zonenhaften Begriffen, die hier Eingang finden, gar nicht so einfach gewesen sein dürfte.
Man kennt Achdé hierzulande vor allen Dingen (vielleicht sogar nur?) als den neuen Zeichner, der mit wechselnden Autoren, die Serie Lucky Luke seit 2004 fortgeführt hat. In genau diesem Zeichenstil fallen auch seine Zeichnungen in diesem Band aus: mehr funny als semi-funny, mit zahlreichen Übertreibungen, aber immer sehr lustig anzuschauen. Zwischen den Geschichten sind dann Seiten eingefügt, die wie aus einem historischen Medizinwerk wirken sollen, was ebenfalls eine nette Idee ist und zusätzlich noch für ein bisschen Abwechslung sorgt bzw. einen Sprung zur nächsten Geschichte ermöglicht, wenn keine direkte Überleitung möglich ist.
Der Band ist rundum gut gemacht, kurzweilig und humorvoll, anarchistisch bis makaber und einfach nur klasse gezeichnet. Für die Freunde eines schwarzen Humors à la Franquin unbedingt zu empfehlen, wobei ja bereits das Cover andeutet, dass es in diese Richtung gehen dürfte — nur eben nicht in schwarz-weiß, wie beim großen Meister.
Fazit:
Ein anarchistisch-makabrer Blick auf die Schmerzen in jeder Form ihres Auftretens, humorvoll in Szene gesetzt und stilvoll in funny Zeichnungen umgesetzt. Nicht nur für die Freunde eines schwarzen Humors à la Franquin unbedingt zu empfehlen.
Aua! Lachen ist die beste Medizin
Autor der Besprechung:
Uwe Roth
Verlag:
Egmont Comic Collection
Preis:
€ 17,00
ISBN 10:
3770410254
ISBN 13:
978-3770410255
56 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- Für Freunde des schwarzen Humors.


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| Rezension vom: | 16.12.2025 | ||||||
| Kategorie: | Alben | ||||||
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