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Comic-Besprechung - Donjon Parade — Band 7: Der Saft der Kraft
Geschichten:Donjon Parade — Band 7: Der Saft der Kraft
Autor: Joann Sfar & Lewis Trondheim
Zeichner: Tebo
Übersetzer: Ulrich Pröfrock
Story:
Im Donjon taucht überraschend ein Krieger auf, der mit einem Zaubertrank ausgerüstet ist, der den Verteidigern des Schatzes durchaus Kopfzerbrechen bereiten könnte. Als weitere Fälle auftreten, gehen Herbert und Marvin der Sache nach…
Meinung:
Die Donjon-Parade war ursprünglich eine kleine Zwischenserie, die inhaltlich zwischen den beiden ersten Bänden der Hauptserie angesiedelt war, wie man den Übersichten in jedem Band entnehmen kann. Während die ersten fünf Bände (im Original) noch recht zügig zwischen den Jahren 2000 und 2007 erschienen, kam dann eine so lange Pause, dass man annehmen konnte, dass dieses Spin-Off damit auch abgeschlossen sein würde. Doch im Jahr 2021, mitten in Corona, erschien dann zu jedermanns erstaunen noch der Band 6 (mit dem sinnigen deutschen Titel „Kindergärtner”), der dann auch erstmals von einem neuen Zeichner bearbeitet worden war: Alexis Nesme — während die ersten fünf Bände einheitlich von Manu Larcenet stammten, was ich damals für ein nettes Experiment hielt und heute noch halte. Ich bin kein großer Freund von Zeichnerwechseln innerhalb einer Serie — das kann funktionieren, muss aber nicht, und ist aus meiner Sicht öfter gescheitert als dass es erfolgreich war. Doch für das laufende Jahr (2025) hat Delcourt eine echte Offensive gestartet: es sind sage und schreibe 6 (sechs) weitere Bände erschienen, die Nummern 7 bis 12. Auf deutsch gibt es zwar erst die 7 (die 8 ist angekündigt), doch da kommt noch einiges auf uns zu. Und diesmal wieder mit wechselnden Zeichnern, wie bei anderen Nebenserien dieses Oeuvres, und zwar vornehmlich solchen, die (ich zumindest) bisher nicht kannte: Erwann Surcouf, Willy Ohm, Thibaut Soulcié, Mathieu Burniat und tatsächlich auch Delaf, der ja neuerdings die Serie „Gaston” fortsetzt.
Im vorliegenden Band heißt der Zeichner Tebo (d.i. das Synonym des Franzosen Frédéric Thébault), der mit „Samson & Neon” debütierte und auch durch „Raowl” bekannt wurde (beide bei Carlsen erschienen). Sein Zeichenstil ist sehr karikaturhaft, und auch im vorliegenden Band erinnern die Figuren mehr an seine eigenen Serien dann an das Original aus der Feder von Lewis Trondheim. Bei vielen Figuren konnte er da nicht viel falsch machen, sie kommen noch sehr ähnlich herüber, doch gerade die beiden Hauptfiguren, Herbert und Marvin, hat er so dermaßen verzerrt und überzeichnet, dass es ihnen nicht gut getan hat. Vor allem Marvin sieht hier jetzt eher aus wie ein Flusspferd denn wie ein Drache, und das gibt aus meiner Sicht eindeutig einen Punktabzug.
Den zweiten Punkt ziehe ich ab, weil die Geschichte mit dem Zaubertrank ein bisschen zu simpel von Asterix abgekupfert wurde. Das ist vielleicht verständlich bei einem Autor (Trondheim meine ich), der erst vor kurzem eine Asterix-Parodie veröffentlicht hat (Band 6 der „Neuen Abenteuer von Herrn Hase” mit dem Titel „Beim Teutates!”), aber trotzdem ein bisschen fantasielos, finde ich. Andererseits habe ich bereits seit geraumer Zeit den heimlichen Verdacht, dass sich Donjon eher zu einem Franchise entwickelt haben könnte, bei dem Trondheim und Sfar gar nicht mehr wirklich die Autoren der Einzelbände sind, sondern lediglich eine Art Supervisor-Rolle spielen, den Zeichnern aber auch bei der Handlung freien Lauf lassen. Ob das stimmt, ist eigentlich auch egal, denn langsam bordet die Reihe doch sehr über, die zahlreichen Nebenserien sind weder besonders erhellend, was die Figuren und die möglichen Zusatzbegebenheiten angeht, noch sind sie wirklich notwendig für den Verlauf der Serie. Wenn sie noch immerhin unterhaltsam wären, hätten sie ihre Berechtigung ja erreicht, doch oftmals wirken die neuen Bände wie reine Beutelschneiderei eines Franchise, dass einfach nicht aufhören kann und will.
Der vorliegende Band macht da keine wirkliche Ausnahme: die Zeichnungen sind eher mittelmäßig, gemessen an der Hauptserie. Die Handlung wirkt abgekupfert und auch nur mäßig spannend, und die Witze haben auch schon mal besser gezündet. Vielleicht wäre es eher Zeit, dass sich Trondheim und Sfar mal wieder etwas wirklich neues einfallen lassen, statt alte Kamellen abzustauben.
Fazit:
Dem Donjon-Universum geht langsam die Luft aus, könnte man meinen. Das Konzept, immer neue Bände und Nebenserien zu kreieren, die dann einzeln von jeweils anderen Zeichnern umgesetzt werden, führen das Serienkonzept selbst bereits ein wenig ins Absurde — zumindest so, wie es hier umgesetzt wurde. Doch die neue Verlagsoffensive der Franzosen, allein in diesem Kalenderjahr sechs Fortsetzungen in einem Nebenstrang der Serie zu veröffentlichen, der eigentlich bereits allgemein als abgeschlossen betrachtet wurde, verstärkt dabei nur den Eindruck, dass das Künstlerische hier vor dem Pekuniären ein wenig zurückgetreten ist. Für Hardcore-Fans wahrscheinlich immer noch ein Fest, ist dieser Band auch für Neueinsteiger durchaus verständlich, da die Handlung innerhalb dieser Nebenserie lose als Einzelbände konzipiert ist — doch ein hohes Niveau an Unterhaltung kann man inzwischen leider nicht mehr konstatieren. Schade.
Donjon Parade — Band 7: Der Saft der Kraft
Autor der Besprechung:
Uwe Roth
Verlag:
Reprodukt
Preis:
€ 10,00
ISBN 10:
3956404742
ISBN 13:
978-3956404740
32 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser


- Die Handlung wirkt abgekupfert aus Asterix.
- Schwache Zeichnungen.

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| Rezension vom: | 27.09.2025 | ||||||
| Kategorie: | Donjon | ||||||
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