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Comic-Besprechung - Halloween Blues 3: Trügerische Erinnerungen

Geschichten:

Halloween Blues 3: Trügerische Erinnerungen
Autor: Mythic, Zeichner: Kas, Colorist: Graza



Story:

Inspektor Forester Hill ist keinen Schritt weitergekommen, den wahren Mörder seiner Frau zu finden. Doch mit seiner spukenden Ehefrau kommt er mittlerweile besser klar und sie lassen teilweise wieder ihren Ehealltag aufleben. Als die schöne Fiona Offerman auftaucht und um Hilfe bittet, so ist Forester fasziniert.  Fiona hat eine Fotoalbum gefunden mit Bildern von ihr an Orten wo sie nie war. Was zunächst als reine kleine Abwechslung  klingt, bringt den Ermittler aber in Lebensgefahr.



Meinung:

Kas zeichnet wirklich schöne Frauen. Das bemerkt man ja schon mehr als deutlich auf dem Cover des dritten Bandes von Halloween Blues. Gut, die sekundären Geschlechtsmerkmale sind hier etwas überdeutlich herausgestellt und wirken sehr voluminös und aufdringlich. Es ist aber nicht billig, sondern strahlt eine Eleganz aus was nicht nur durch das  körperbetonte Kleid  deutlich gemacht wird. Generell wirken die Damen wie Pin-Ups was zu der Zeit der Handlung der Serie passt. Schließlich spielt die Reihe in den USA der 1950er Jahre wo Pin-Ups noch äußerst beliebt waren. Insofern passt es stilistisch hervorragend.

Dennoch sind die Frauendarstellungen nie übersexualisiert. Kas verpasst ihnen zwar Traumkörper und schöne Gesichter, verzichtet aber auf Broken Back Posen und lässt sie natürlich agieren. Zudem sind gerade die Frauen die tragenden Charaktere in dieser Serie. Der männliche Held wird eher manipuliert und ist manchmal sogar passiv. Hier kommen also deutlich die Noir-Einflüsse vor. Eine femme fatale verstrickt den Mann in eine ausweglose Situation aus der er nur mit Schwierigkeiten entkommen kann. Wenn überhaupt. Diese Einflüsse spiegeln sich aber nicht in den Zeichnungen wider. Es gibt kein hartes Spiel mit Licht und Schatten, dunkle Großstadtschluchten und heruntergekommene Gegenden. Vielmehr wird hier einen Idylle gezeichnet mit starkem Licht, satten Farben, schönen Gegenden und Häusern. Doch hinter dieser Fassade lauern die Niedertracht, der Wahnsinn, das Böse und der Tod. Insofern ist die Serie eher in einer Tradition mit Jessica Blandy zu sehen denn dem Hardboiled-Roman im Sinne von Chandler und Hammett.

Am Anfang ist man gegenüber der Story des dritten Bandes etwas distanziert. Es scheint mal wieder um einen Gedächtnisverlust zu gehen. Was mittlerweile ein sehr abgeschmacktes dramaturgisches Mittel ist. Es bietet zwar viele erzählerische Möglichkeiten ist aber doch recht billig und im Grunde seit XIII und Jason Bourne auserzählt. Hier wird es aber glaubwürdig eingesetzt und variiert. Die schöne Fiona kommt zu dem Inspektor Forrester Hill weil sie von seinen Abenteuern gehört hat. Fiona hat ein Fotoalbum gefunden und auf den Bildern ist sie als Kind an Orten zu sehen wo sie aber nie gewesen ist. Einen Gedächtnisverlust streitet sie ab und bittet den Inspektor ihr zu helfen. Dieser willigt aus Neugier ein. Auch weil Fiona eine schöne Frau ist. Die Leserschaft weiß mehr als der Held, aber die verschiedenen Prologe zeigen nur auf, das die Heldin eine gefährliche Frau ist, aber die Zusammenhänge der einzelnen Zeit- und Handlungsebenen erschließen sich einem erst am Ende. Aber schon nach den ersten Seiten herrscht eine Grundspannung vor die erst auf der letzten Seite gelöst wird.

Auch wenn es hier um den Wahnsinn geht, so sind erfreulicherweise kaum übertriebene Posen oder Mimik zu finden und vermeidet so Klischees. Zudem geht der übergeordnete Handlungsbogen in die nächste Runde. Die spukende tote Ehefrau Dana scheint mittlerweile nicht mehr zu glauben das ihr Mann sie getötet hat und die beiden verhalten sich hier wie ein normales Ehepaar was zu einigen lustigen Szenen führt, da eben die Frau ein Geist ist. Die Serie lässt zu keinem Zeitpunkt nach und die Zeichnungen sind eine wahre Freude.



Fazit:

Die Serie lässt nicht nach. Schöne Zeichnungen, eine verwickelte Handlung die sich erst auf der letzten Seite  auflöst und interessante Charaktere. Für Krimi-Fans weiterhin ein Muss.



Halloween Blues 3: Trügerische Erinnerungen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Halloween Blues 3: Trügerische Erinnerungen

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Alles Gute!

Preis:
€ 16,95

ISBN 10:
3965822071

ISBN 13:
978-3965822078

48 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen
  • trügerische Idylle
  • interessante Charaktere
  • Vermeidung von Übertreibungen
  • Dynamik zwischen Held und Geist
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
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Rezension vom: 23.09.2025
Kategorie: Alben
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