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Comic-Besprechung - Trese 3: Massenmorde

Geschichten:

Trese 3: Massenmorde (Trese 3: Mass Murders)
Autor: Budjette Tan, Zecihner: KaJo Baldisimo



Story:

Schon als 15-jährige begleitete Alexandra Trese ihren Vater bei seinen Ermittlungen über das Übernatürliche. Sie lernte damals nicht nur die Methoden kennen und schloss erste Bündnisse, sondern traf auch zwei Kinder die später ihre Gehilfen, die Kambal, werden sollten. Im Kampf gegen einen Kriegsgott kamen die Treses allerdings nur knapp davon. Viele Jahre später verunsichern Anschläge das Land. Alexandra glaubt erst nicht an eine übernatürliche Beteiligung, doch ein alter Feind zieht im Hintergrund seine Fäden.



Meinung:

Es ist immer so eine Sache Hintergründe einer Figur zu erhellen. Einerseits ist es notwendig um den Charakter rund zu machen, ihn damit mit Leben zu erfüllen und somit auch ein Identifikationspotential zu verschaffen. Er benötigt Schwächen und Stärken, um realistisch zu erscheinen und das die Leserschaft sich um ihn kümmert und sorgt. Es gehört zu einem guten Autor, zu erkennen wann man darauf verzichten kann. Andererseits  kann ein Charakter nämlich auch einiges verlieren wenn er erhellt wird. Dann wird er als Projektionsfläche Unbrauchbar und es wird an dem Nimbus, ja teils an dem Mythos gerührt. Und das kann einem Charakter den Todesstoß versetzen.

Der dritte Band von Trese, und wohl auch bisher der letzte, schafft genau eine Gratwanderung zwischen diesen beide Polen.  Im ersten Teil der Geschichte steht Alexandras Ausbildung im Zentrum. Oder besser gesagt: sie begleitet ihren Vater bei seinen Ermittlungen und damit wird aufgezeigt wie sehr sie in der Materie ist, eigenen Kopf beweist und die Methodik  des Vaters verfeinert. Sie kommt nun also nicht mehr aus dem luftleeren Raum, steht aber nicht direkt am Anfang. Vielmehr wird hier geschildert woher ihre beiden Gefährten, Leibwächter, Mitstreiter, die Kambal, stammen. Die Geschichte ist durchaus unterhaltsam, aber man ist noch etwas zurückhaltend da Prequels immer so eine Sache sind. Meist sogar überflüssig. Ein, im Nachhinein, als Zwischenspiel zu sehendes Abenteuer ist dann die Initiation von Alexandra als neue Wächterin. Und hier bleiben viele Fragen offen was den Mythos um die Figur noch erhöht. Es wird die Vergangenheit beleuchtet schafft aber mehr Fragen. So erfährt man etwa, dass Alexandra das siebte Kind eines siebten Kindes ist. Also hat sie noch sechs Geschwister. Und was ihr während der Initiation widerfahren ist, wird nicht geschildert. Einerseits ist das also etwas unbefriedigend, andererseits aber eben auch geeignet den Nimbus zu erhöhen.

Der dritte Teil überrascht etwas. Bisher war jedes Kapitel ein einziges in sich abgeschlossenes Abenteuer gewesen. Es geschieht ein Verbrechen wo etwas Übernatürliches daran beteiligt ist. Alexandra sucht die Art des Monsters, das Monster an sich und bestraft es.  Der dritte Teil des dritten Bandes spielt in der erzählerischen Gegenwart der Serie und ergibt eine große dramaturgische Klammer. Denn alles in diesem dritten Paperback gehört zusammen und ergibt eine einzige zusammenhängende Geschichte, löst sich also von dem bisherigen dramaturgischen Format. Und das die Herkunft der Kambal erzählt wurde, und was man erst abtun wollte, wird nun wichtig und ist wesentlicher Bestandteil der Dramaturgie und Spannung.
Zudem wird gezeigt wie guter Horror auch immer sozialpolitische Kommentare liefert. In diesem Band ist es die Faszination an der Gewalt und fehlgeleiteter Nationalismus. Die Nationalhymne singende Selbstmordattentäter sind erschreckender als die Vampirartigen Aswang. 

Die Zeichnungen sind etwas glatter als sonst und gerade die Hintergründe werden noch mehr ausgespart als vorher. Aber bei den Figuren und Wesen wird zum Glück immer noch die Schraffurtechnik angewandt und geschickt mit Schatten gearbeitet. In diesem Band steht gegenüber den vorherigen eindeutig die Action im Vordergrund und diese ist auch sehr dynamisch gezeichnet und behält immer den Überblick. Insofern wurde bei den Zeichnungen diesmal etwas weniger Wert auf die Atmosphäre gelegt. Aber wer schon die ersten beiden Bände mochte kann hier unbesorgt zugreifen und als Einstieg ist dieser Band auch sehr gut geeignet.



Fazit:

Das dramaturgische Format wurde insofern geändert da im dritten Band eine zusammenhängende Geschichte erzählt wird. Und das man mehr von der Titelheldin erfährt, kratzt nicht an ihrem geheimnisvollen Nimbus, sondern verstärkt diesen sogar noch. Auch wenn die Zeichnungen etwas glatter ausfallen: eine klare Empfehlung  für Freunde des Horror Comics.



Trese 3: Massenmorde - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Trese 3: Massenmorde

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Dantes Verlag

Preis:
€ 20,00

ISBN 10:
3689020042

ISBN 13:
978-3689020040

176 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Vorgeschichte vom Charakter kratzt nicht an Nimbus
  • zusammenhängende Geschichte
  • viele offene Fragen erweitern Mythos
  • Schraffurtechnik
Negativ aufgefallen
  • karge Hintergründe
  • mehr Action als Atmosphäre
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 04.09.2025
Kategorie: Alben
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