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Comic-Besprechung - Gunung Darah - Blutberg
Geschichten:Gunung Darah - Blutberg
Autor und Zeichner: Peter Nuyten
Übersetzer: Bernd Leibowitz
Story:
Während der Niederländischen Kolonialzeit in Indonesien wird auf der Insel Sumatra die zehnjährige Tochter eines deutschen Ingenieurs entführt. Die Kolonialtruppen schicken einen Trupp Soldaten hinterher, um das Mädchen wiederzufinden, in den Dschungel, in der Regenzeit mit ihren Überflutungen, und in Richtung des von den Einheimischen gefürchteten, weil verzauberten, Berges Gurung Darah…
Meinung:
Der inzwischen für die Vielseitigkeit seiner Stoffe bekannte niederländische Autor und Zeichner Peter Nuyten überrascht uns diesmal mit einer Geschichte aus der Kolonialzeit seiner Heimat, die offensichtlich auf wahren Begebenheiten beruht. Nach seiner Westernserie „Apache Junction”, der Science-Fiction Serie „Metro 2033” und der historischen Serie „Auguria” um die Komplotte der Römer im Rheinland, erzählt Peter Nuyten diesmal eine Geschichte, die helfen kann, die historische Vergangenheit der Niederlande zu verarbeiten. Das gilt natürlich in erster Linie für die niederländischen Leser, für die auch der sehr umfangreiche Dossierteil gedacht ist, doch auch dem deutschen Leser wird hier viel Interessantes vermittelt, das man vielleicht noch nicht unbedingt kannte, und dies geschieht ohne belehrend zu wirken, sondern wird als spannende Militär-/Krimi-Handlung im historischen Setting erzählt.
Es geht um eine Strafexpedition in den Dschungel, die nicht ganz so verläuft, wie geplant. Um etwas ahnungslose europäische Offizier, die das Land, das sie da besetzt haben, nicht wirklich verstehen, manchmal kaum die Sprache beherrschen, sich aber trotzdem beinahe blind auf ihre Truppe aus Einheimischen verlassen — ohne dann in letzter Konsequenz auch einmal auf sie zu hören, denn im Zweifelsfall ist dann doch alles „Aberglaube”, was einem nicht in den Kram passt. Koloniale Eitelkeit und Hochmut vom feinsten. So entwickelt sich die Handlung zwangsläufig in eine Richtung, die ma durchaus hätte voraussehen können, und auch der Twist im Plot auf halber Länge der Erzählung ist nicht wirklich sensationell, doch alles in allem hat Peter Nuyten hier eine ordentliche Geschichte aufs Papier gebracht, die auf ruhige Art unterhält und durchaus einigermaßen spannend ist.
Nuyten zeichnet hier wieder in seinem realistischen Stil, der ein bisschen in Richtung Hermann („Comanche”) oder Jean Giraud („Leutnant Blueberry”) ausgerichtet ist, die beiden Giganten des franko-belgischen Comics aber (noch) nicht erreicht. Seine Bildkompositionen sind abwechslungsreich, die Perspektiven wechseln häufig, sind aber manchmal ein wenig „schief”, was auch für die Physiognomien der Figuren in einigen (wenigen) Panels gilt. Doch insgesamt ist auch dies wieder ein sehr gut gezeichneter band geworden. Und vom Stil her passt er hervorragend in die Reihe mit alten Zack-Helden aus den Achtziger- und Neunziger-Jahren, die derzeit von Blattgold herausgegeben werden.
Diesmal hat der Blattgold-Verlag die Veröffentlichungsrechte erhalten, während Nuyten sonst alles bei Splitter veröffentlicht hat. Mal sehen, wo weitere Werke erscheinen werden? Man gespannt sein, denn Peter Nuyten steht immer für gute Unterhaltung.
Fazit:
Ein unterhaltsamer und spannender Einblick in die Kolonialgeschichte der Niederlande anhand einer Entführungsgeschichte auf Sumatra, die die Armee aufklären soll. Handwerklich gefestigt und in Richtung Hermann oder Giraud tendierend, liefert Nuyten hier einen Einzelband ab, der gut zu unterhalten weiß und deshalb durchaus zu empfehlen ist.
Gunung Darah - Blutberg
Autor der Besprechung:
Uwe Roth
Verlag:
Blattgold GmbH
Preis:
€ 24,00
ISBN 10:
394998772X
ISBN 13:
978-3949987724
72 Seiten
Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- Interessanter Einblick in die niederländische Kolonialzeit.
- Zeichnerisch gekonnt umgesetzt.


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| Rezension vom: | 18.07.2025 | ||||||
| Kategorie: | Alben | ||||||
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