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Comic-Besprechung - Batman: City of Madness

Geschichten:

Batman: City of Madness (Batman: City of Madness 1-3)
Autor / Zeichner / Colorist: Christian Ward



Story:

Unterhalb von Gotham City befindet sich noch ein weiteres Gotham welches das düstere Spiegelbild ist. Alle negativen Emotionen haben dort eine Verkörperung gefunden und zu verzerrten Versionen realer Menschen geführt. Der Rat der Eulen bewacht das Tor zu dieser Stadt. Doch als dieses bricht und eine monströse böse Version von Batman entkommt, bittet der Rat der Eulen Batman um Hilfe. Doch welche Rolle spielt eigentlich das Arkham Asylum und Two-Face?



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Im Grunde kann man den Band Batman: City of Madness  schon fast als eine Art Meta-Text lesen. Zumindest hat er starke intertextuelle Bezüge da er auf viele mittlerweile legendäre Batman-Abenteuer Bezug nimmt. Autor und Zeichner in Personalunion Christian Ward bringt viele Zitate ein, bezieht sich aber auch zeichnerisch und inhaltlich auf Vorläufer. Dabei ist der in sich abgeschlossene Band völlig losgelöst von der Kontinuität weswegen er auch im Überformat unter dem Black Label erscheint.

Vor allem hat es Ward der Band Arkham Asylum von Grant Morrison und Dave McKean angetan gehabt. Dieser Klassiker wird nicht nur stilistisch zitiert, vor allem bei den Szenen die im Arkham Asylum spielen, sondern spielt auch inhaltlich eine Rolle. Ward gibt selber im Nachwort zu Protokoll wie sehr ihn der Band damals beeindruckt hatte und sogar dafür sorgte das er die Laufbahn eines Comic-Künstlers einging. Wards Traum war es immer eine Art Fortsetzung zu Morrisons und McKeans Meilenstein zu schaffen was er hiermit vorlegt.

Aber Ward nutzt auch andere Einflüsse. So spielt der Rat der Eulen, geschaffen von Scott Snyder, hier eine zentrale Rolle. Es gibt Anspielungen zu Alan Moores Lächeln, bitte und natürlich spielt allein schon optisch H.P. Lovecraft eine Rolle wenn hier Tentakelmonster vorkommen. Nun kann man dem Band unrecht tun und ihn rein als Zwerg bezeichnen der auf den Schultern von Giganten steht. Das ist hier aber nicht der Fall. Ward baut die jeweiligen Einflüsse geschickt ein und erzählt doch eine komplett neue Story. Der Rat der Eulen bewacht ein geheimnisvolles Tor zu einem Gotham welches das böse Spiegelbild zu der realen Stadt ist. Als der böse Batman entkommt, bitten die Eulen Batman  zu Hilfe. Die Story ist also kein Abklatsch und die Quasi-Fortsetzung zu Arkham Asylum funktioniert gut, da hier einige Aspekte der damaligen Geschichte fortgesponnen werden aber nicht als reine Fortsetzung abgetan werden kann.

Denn Ward versteht es auch eigene gesellschaftskritische Aspekte mit einzubauen. So sucht sich der böse Batman auch einen Robin. Batman hatte ursprünglich einen Robin gebraucht, um durch die jugendliche Leichtigkeit nicht allzu sehr dem Dunklen zu verfallen (und die jüngere Käuferschicht sollte eine Identifikationsfigur bekommen). Allerdings wird hier deutlich das Batman dadurch immer auch in Gefahr gerät eine toxische Vaterfigur zu werden. Das wird bei dem bösen Batman deutlich der zeigt wie schnell es kippen kann. Auch kommt de Polizeigewalt gegen Schwarze zur Sprache. Denn der Vater des neuen Robin ist als Unschuldiger von einem weißen rassistischen Polizisten erschossen worden. Also ein deutlicher Bezug zu der Black Lives Matter Bewegung. Neben diesen Aspekten der Vaterschaft tritt auch noch Alfred, der deutlich Batmans Vaterersatz ist. Das wird hier auch ausgelotet und was Vaterschaft bedeutet und was sie anrichten kann, zieht sich durch den gesamten Band. Denn die Taten von Arkham als Vater spielen auch eine zentrale Rolle.

Damit gelingt es Ward eine komplexe eigenständige Geschichte zu entwickeln mit sehr guten Charakterisierungen. Auch von so bekannten Charakteren wie Two-Face. Dennoch wirkt die Story nie überladen. Das kann manchmal aber etwas den Zeichnungen passieren. Wenn sich alle negativen Gefühle der Spiegelstadt manifestieren wird es entsprechend düster und manchmal wird es etwas anstrengend mit den surrealen collagenartigen Zeichnungen. Da hilft aber deutlich das größere Format. Einige ruhige Szenen die dann auch zeichnerisch aufgeräumt sind, tun dazwischen richtig gut. In jeder Hinsicht liegt hier aber ein faszinierender Band vor der nicht nur für Batman-Fans ein wirkliches Muss darstellt.



Fazit:

Ein faszinierender und vielschichtiger Band der nicht nur inhaltlich, sondern auch zeichnerisch schnell zu einem neuen Klassiker des Dunklen Ritters werden könnte.



Batman: City of Madness - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Batman: City of Madness

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 35,00

ISBN 10:
374164014X

ISBN 13:
978-3741640148

180 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Gesellschaftskritik
  • Auslotung Vaterfiguren
  • Verweise und Zitate auf bisherige Storylines aber eigenständig
  • Atmosphäre, Spannung, Action
  • surreale Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • manchmal etwas unübersichtlich
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(3 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 03.02.2025
Kategorie: Batman
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