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Comic-Besprechung - Zum Sterben schön

Geschichten:

Zum Sterben schön

Autor: Philippe Richelle

Zeichner: Jean-Michel Beuriot

Kolorierung: Dominique Osuch

Übersetzerin: Resel Rebiersch



Story:

Der Student Hugo macht sich von Barcelona aus auf die Suche nach einer jungen Frau, die zunächst ganz im Süden Spaniens, in der Nähe von Algeciras, in der Nähe von Gibraltar auftaucht. Seine Motive sind etwas unklar, auch alle Umstände der Beziehungen der einzelnen Figuren bleiben zunächst ein wenig im Dunkeln. Und dann taucht noch ein Mann aus Sevilla auf, der ebenfalls nach dem Mädchen sucht, und möglicherweise aus dem Gangstermilieu stammt. Ein Roadmovie der besonderen Art.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Die Autoren sind bisher bekannt geworden durch ihr anderes, gemeinsames Projekt, das ebenfalls bei Schreiber & Leser erschienen und soeben abgeschlossen worden ist: „Unter dem Hakenkreuz” (das im Original jedoch „Amours fragiles” heißt, also etwa: „Zarte Liebe”). Diesmal liefert uns Philippe Richelle jedoch ein Roadmovie aus dem Süden Spaniens, das es in sich hat. Zum einen bleiben die Figuren zunächst im Dunklen, ihre Motive sind entweder unklar, oder täuschend — am Ende ist fast niemand wirklich der, für den er sich ausgegeben hat, bzw. für den wir ihn (oder sie) aufgrund der vorliegenden Andeutungen haben halten müssen. Das ist wirklich sehr geschickt gemacht und erinnert mich zum Teil an die Kriminalfilme von François Truffaut oder die Comicadaptionen von Krimis aus der Feder von Franck Thiliez oder Michel Bussi, die in den letzten Jahren auch bei uns von diversen Verlagen veröffentlicht worden sind. Philippe Richelle kann man ansonsten auch aus der (leider auf deutsch nicht beendeten) Serie „Westminster” (zusammen mit Jean-Yves Delitte) kennen. Doch ich will hier nicht mehr über den Inhalt verraten, es ist halt ein Krimi, wenn man zu früh ahnt „wer es war” oder was Fake war bzw. anders als gedacht, ist die Spannung raus — und das wäre schlecht. Denn dieses Buch hat es verdient, dass der Leser am Ende ziemlich überrascht werden wird — versprochen! Nur eines noch: dies ist kein „harter” Krimi, ohne große Schießereien — hier geht es um die Geschichte, um das „whodunnit”, um die Figuren, und darum, die Geschichte zum Schluss dann aufzulösen. Hier liegt die Spannung.

Für Richelle war diese Produktion aus dem Jahr 1995 durchaus ein frühes Werk, für Beuriot sogar quasi der Anfang seiner Karriere, nachdem die beiden zuvor bereits den ersten Teil der Serie „Rebelle” veröffentlicht hatten, die leider nicht fortgeführt wurde. Trotzdem ist Beuriot hier meiner Meinung nach bereits in voller Form — auch wenn sein Zeichenstil damals oftmals als nicht so gut bemängelt wurde. Doch wie sich inzwischen herausstellte, lag diese Einschätzung damals hauptsächlich an der geradezu als katastrophal zu bezeichnenden Kolorierung — die er allerdings selbst verbrochen hatte. Zwanzig Jahre nach Ersterscheinen hatte der französische Verlag bereits eine durch Dominique Osuch neukolorierte Fassung herausgebracht, und die liegt auch dieser Veröffentlichung zugrunde. Das ist sehr schön am Ende des Buches mit einer Beispielseite dokumentiert — wenn man es nicht gesehen hat, glaubt man es kaum, wieviel Dominique Osuch hier hat herausholen können. Denn: die Zeichnungen waren bereits klasse! Sie hat übrigens auch „Unter dem Hakenkreuz” koloriert.

Die Zeichnungen selbst haben genau den feinen Strich, den man bereits auf dem Cover erkennen kann (das übrigens auch aus der Zweitauflage stammt, das Originalcover ist jedoch ebenfalls im Anhang beigefügt, sehr schön!). Mit vielen Details, einer guten Kameraführung und dem Fokus auf den Mimiken der Hauptdarsteller, erzählt Beuriot hier die Geschichte genau in dem Tempo, das sie braucht, lässt sich auch Zeit für kleine Zwischenpassagen, aber ohne , dass es langweilig würde. 

Das Buch ist wieder eine der sehr gelungenen Hardcoverausgaben aus dem Hause Schreiber & Leser, die im Augenblick einfach ein tolles Programm fahren, das meiner Meinung nach praktisch keine Ausfälle aufweist. Unbedingt zu empfehlen.



Fazit:

Ein toller Krimi mit interessanten Figuren und einer originellen Handlung, die umso ausgefallener wird, je weiter die Handlung voranschreitet und der Leser quasi an der Nase herumgeführt wird, bis er erfährt, was wirklich geschah. Toll gezeichnet und neu koloriert liegt hier ein Band vor, der das Zeug zum Klassiker hat. Nicht nur Krimifreunde sollten zugreifen, auch Liebhaber von einfach guten und stimmungsvollen Erzählungen werden hier voll auf ihre Kosten kommen.



Zum Sterben schön - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Zum Sterben schön

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Schreiber und Leser

Preis:
€ 22,80

ISBN 10:
3965821695

ISBN 13:
978-3965821699

88 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Ein toller Krimi voller Überraschungen.
  • Mit neuer Kolorierung, die nötig war, die es aber auch bringt!.
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 19.07.2024
Kategorie: Alben
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