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Comic-Besprechung - Vinyl

Geschichten:

Vinyl (Vinyl 1-6)
Autor: Doug Wagner; Zeichner: Daniel Hillyard, Colorist: Dave Stewart



Story:

Walter pflegt eine merkwürdige Freundschaft mit dem FBI-Agenten Dennis. Nicht nur hat Walter einen Spleen und ist ein fanatischer Plattensammler, sondern auch ein Serienkiller. Dennis versucht seit Jahren, Walter seine Morde nachzuweisen und das Interesse hält Walter für Freundschaft. Als Dennis vor seinen Augen von einer Sekte entführt wird, sammelt Walter einige seiner Serienkillerkolleg*innen um sich und startet einen blutigen Rachefeldzug. Doch Walter ist auch physisch krank. Kann er Dennis retten und seine Freunde in Schach halten?



Meinung:

Vom Titel her kann man Vinyl schon fast mit Plastik verwechseln. Nicht nur sind die Verbundstoffe recht ähnlich, sondern man könnte schon meinen, dass eines der amerikanische Originaltitel sei und das andere die deutsche Übersetzung, sich also um ein und denselben Band handeln könnte. Doch dem ist nicht so. Dennoch ist der Vergleich nicht so weit hergeholt, denn der Autor ist derselbe. Nämlich John Wagner. Und auch die, naja, „Helden“ sind ähnlich.

Sowohl wie in Vinyl als auch in Plastik sind die Helden Serienkiller. Ist Wagner etwa dabei ein Serial Killer Universe zu entwickeln? Der Verdacht liegt relativ nahe, denn auf einer Seite werden in Vinyl die Namen der Protagonisten aus Plastik erwähnt. Nämlich Edwin und seine geliebte Puppe Virginia. Hier wie dort sind Serienkiller auf einem Rachefeldzug. In beiden Bänden wollen sie ein Entführungsopfer befreien. Edwin seine Liebespuppe und in Vinyl verspürt Walter gegenüber einem FBI Agent freundschaftliche Gefühle. Was dem gar nicht passt, denn er versucht seit Jahren Walter seine Morde nachweisen und verhaften zu können. Das führt zu einer gewissen Nähe und Verbundenheit die Walter für Freundschaft hält. Als der Agent vor Walters Augen von einer Sekte entführt wird, trommelt er Gleichgesinnte um sich und entführt eine FBI-Agentin für die Logistik. In Folge dessen kommt es zu einer Schlacht zwischen Serienkillern und einer monströsen Sekte.

Das war es auch schon mit der Story und viel gibt sie wirklich nicht her. Man erwartet ein Schlachtfest und das bekommt man auch. Der Body Count ist hoch, der Splatterfaktor auch und die Seiten werden blutdurchtränkt. Für dramaturgische Raffinesse bekommt dieser Band keinen Preis und auch die Grundzüge sind ja schon bekannt.

Es ist alles recht dynamisch und düster gehalten und die Zeichnungen erschöpfen sich nicht in blutiger Action, sondern schaffen es auch eine klaustrophobische Atmosphäre herzustellen und in die Abgründe zu führen. Dabei enthalten sie sich mimisch aller Übertreibungen. Es wird nicht wild gestikuliert oder grimassiert, sondern es geschieht in der Körperhaltung und in den Blicken. Da die Gegner der Serienkiller aber noch monströser sein müssen, um denen auch nur halbwegs Sympathie im Kampf entgegenbringen zu können, sind diese zeichnerisch schon als Monster gestaltet und lassen Assoziationen an filmische Vorgänger wie Leatherface zu.

Der größte Pluspunkt der in sich abgeschlossenen Mini-Serie sind die Charaktere die wirklich gut gestaltet sind. Walter hat nicht nur den Spleen mit der Musik. Er ist Plattensammler die allerdings auch mit seinen Morden zu tun haben. Andererseits leidet Walter an Alzheimer und einzig Musik hält seine Erinnerung in Gang. Hört er keine, vergisst er alles und besitzt keinerlei Antrieb was zu einigen spannenden Stellen führt. Auch die anderen Serienkiller sind bösartig faszinierend. Ein Zwillingspaar sind große Filmfans und lassen sich dadurch inspirieren. Die Frau in der Runde arbeitet im Fashion District, badet wortwörtlich in Blut und stellt Kleidung aus Haut her. Ein äußerst bissiger Kommentar auf die Modewelt also der gerne etwas mehr hätte ausgeweitet werden können. Dann kommen noch die Sektenmitglieder die man teils sogar verstehen kann, aber entweder charakterlich völlig verschwinden, was ja Ziel mancher Sekten ist, oder komplett bösartig sind.

Man fühlt sich gut unterhalten. Die Action lässt keine Langeweile aufkommen, die Zeichnungen sind gelungen und die Charaktere auf kranke Art faszinierend. Leider kommt aber der schräge Witz etwas zu kurz. Gerade vor dem Hintergrund von Plastik fällt da der Band etwas ab. Dennoch eine schräge und  blutige Unterhaltung für diejenige Leserschaft die es etwas absurd mag.



Fazit:

Eine schräge und blutige Unterhaltung bei der ein bisschen mehr bissiger Witz vermisst wird. Aber die Charaktere sind auf bösartige Art und Weise faszinierend.



Vinyl - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Vinyl

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 25,00

ISBN 10:
3986661549

ISBN 13:
978-3986661540

160 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • schräge Charaktere
  • Zeichnungen und Farbgebung
  • Action und Spannung
Negativ aufgefallen
  • mehr bissiger Witz wäre schön gewesen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1.18
(11 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 13.06.2024
Kategorie: Hefte
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