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Comic-Besprechung - Unter den Kieseln der Strand

Geschichten:

Unter den Kieseln der Strand

Autor: Pascal Rabaté

Zeichner: Pascal Rabaté

Übersetzerin: Désirée Schneider



Story:

Im französischen Küstendorf Kertudy stehen im Spätsommer 1962 die meisten Häuser leer, entweder, weil ihre Bewohner selbst noch in Urlaub sind, oder weil die Urlauber bereits aus ihren Ferienhäusern zurück in die Heimat gezogen sind. Die drei Freunde Albert, Francis und Éduard sind noch geblieben, um die letzten „freien” Ferien zu geniessen, bevor es an die Uni bzw. für Albert an die Militärakademie geht. Bei einer kleinen Feier am Strand begegnet ihnen, nur scheinbar zufällig, die junge Odette und verstrickt die drei in ein Komplott, aus dem es erst einmal keinen Ausweg gibt. Doch für Albert und Odette beginnt noch ein zweites Abenteuer…



Meinung:

Der Franzose Pascal Rabaté ist in Deutschland unverdient recht wenig bekannt. Von seinen bisher fast fünfzig Veröffentlichungen in seinem Heimatland hat bisher mit „Unter den Kieseln…” erst das fünfte Buch seinen Weg nach Deutschland gefunden. Neben Literaturumsetzungen und Geschichten aus den beiden Weltkriegen erzählt er meistens Geschichten über ganz „normale” Menschen, denen etwas ungewöhnliches (oder auch ganz banales) widerfährt, woraus sich dann die entsprechenden Handlungen ganz selbstverständlich entwickeln und beinahe wie zwangsläufig wirken. So kann man sich recht schnell in seinen Storys wiederfinden und wird großartig unterhalten. 

Die Auswahl seiner auf Deutsch erschienenen Werke reicht dabei von „Die Plastikmadonna” (bei Carlsen), einer Geschichte über eine Madonnenerscheinung in einer ganz gewöhnlichen Familie, über „Bäche und Flüsse”, einer Geschichte über die späte Selbstfindung eines Rentners, und „Rein in die Fluten!” (über die Ferien in Frankreich) bis zur Verarbeitung des Einmarsches der Reichswehr in Frankreich im zweiten Weltkrieg mit „Zusammenbruch” (die letzten drei bei Reprodukt). Die vorliegende aktuelle Veröffentlichung ist diesmal eine Mischung aus Krimi und Liebesgeschichte. Der Plot erinnert stark an die großen französischen Films-Noirs aus eben den Sechzigerjahren von Regisseuren wie Truffaut oder Godard, in denen diese Geschichte eben auch spielt. Auch der Stil dieser Filme, die oft in Schwarz-Weiß produziert waren, wird eingefangen: nicht durch eine echte Monochrom- oder S/W-Fassung, aber durch eine Kolorierung, die stark an monochrome Farbgebungen erinnert, mit überwiegend pastelligen Grün-Beige-Tönen, in die sich, beinahe unbemerkt, auch hellblaue und blassrote Töne mischen. Die Seitenaufteilungen sind dabei meist klassisch streng drei- oder auch vierzeilig, mit gelegentlichen größeren Panels oder auch ganzseitigen Darstellungen, ganz nach Bedarf. Auch dies passt mit seiner Strenge irgendwie gut zum Flair der Sechzigerjahre. 

Die Handlung und die Charaktere wirken dabei ebenso wie aus einem Kinofilm der Sechziger entsprungen: Arm trifft Reich, erste Liebe, kleinere und größere Gaunereien, sowie Erpressungen — wer hier sofort an Jean-Louis Trintignant, Jean-Pierre Léaud oder Cathérine Deneuve denkt, liegt genau richtig. Dabei ist die Handlung selbst eher ruhig, ja beinahe bedächtig, ohne jemals lahm zu wirken. Alles entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, und wie eingangs gesagt, fast schon zwangsläufig, ohne direkt vorhersagbar zu sein. Dies führt insgesamt zu einer charmanten Geschichte, die mit viel Können erzählt wird und auf den rund 140 Seiten auch den Platz bekommt, den sie benötigt, wobei sie sehr kunstvoll gezeichnet und in Szene gesetzt wurde. 

Eine tolle Lektüre nicht erst für den Sommer!



Fazit:

Eine Mischung aus Krimi und Liebesgeschichte aus den Sechzigerjahren, kunstvoll gezeichnet und passend koloriert. In ihrem eigenen Tempo inszeniert und durchgehend unterhaltsam. Sehr zu empfehlen.



Unter den Kieseln der Strand - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Unter den Kieseln der Strand

Autor der Besprechung:
Uwe Roth

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 29,80

ISBN 10:
3967922898

ISBN 13:
978-3967922899

144 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

Positiv aufgefallen
  • Eine gelungene Mischung aus Krimi und Liebesgeschichte im Stil der französischen Filme der 60er.
  • Kunstvolle Zeichnungen mit einer passenden (beinahe) monochromen Kolorierung.
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(2 Stimmen)
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Rezension vom: 12.04.2023
Kategorie: Alben
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