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Comic-Besprechung - Die Bibliothek der Comic-Klassiker: Popeye

Geschichten:

Die Blibliothek der Comic-Klassiker: Popeye
Autor / Zeichner / Colorist: E. C. Segar



Story:

Popeye ist ein Seemann der kaum noch zur See fährt, sondern sich an einer Kneipe beteiligt hat wo er viel damit beschäftigt ist, seinen Kumel Wimpy von der ewigen Schnorrerei abzuhalten. Zudem  hat er mit Olivia eine Liebste. Als ein alter Kumpel Popeye zu einer Schatzsuche einlädt, bekommen es die beiden mit der bösen Seehexe und ihrem Hausmonster zu tun. Als würde das noch nicht reichen, sind auch alle Bekannte von Popeye auf dem Schiff und stiften Chaos.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Der Carlsen Verlag bringt in einer hochwertigen Edition einige Klassiker der Comics heraus. Sie kommen in einem Querformat, im Hardcover, besitzen einen Schutzumschlag aus Pappe und enthalten auch als redaktionelles Extra ein Vorwort und Nachwort. Nun ist der Begriff Klassiker natürlich sehr weit zu fassen. So beschränken sich die in dieser Reihe veröffentlichten Serien auch hauptsächlich auf Zeitungscomics. Die Frustrierten fallen da etwas raus da sie weniger in Zeitungen veröffentlicht worden sind und ob Strizz als Klassiker zu sehen ist, ist jedem selber überlassen. Schön ist aber ein Wiedersehen mit Mafalda. Und vor allem mit Popeye.

Endlich mal gibt es eine Edition mit den klassischen Comics des Erfinders von Popeye.  Fast alle Veröffentlichungen der letzten Jahre, gut das waren nicht viele, waren neuere weichgespülte Geschichten. In manchen Quellen ist zu lesen, dass die Nachfolger am Zeichenbrett den Charakter verwässerten und den bissigen Witz entschärft hatten. So wurde der geneigte Rezensent natürlich neugierig auf die Ursprünge, da einem die neueren nicht zusagten. Umso erfreulicher das hier tatsächlich die Geschichten von Elzie Segar enthalten sind. Dabei beschränkt sich hier die Auswahl auf die farbigen Sonntagseiten die immerhin in dem Format schön zur Geltung kommen. Gleichzeitig fragt man sich, ob nicht die Strips besser gewesen wären.

Um es gleich zu sagen: wer nun himmelweite qualitative Unterschiede zwischen dem Erfinder und dessen Nachfolgern erwartet, wird derbe enttäuscht werden. Segar ist viel zu früh verstorben und hatte seinen erfolgreichen Charakter nur wenige Jahre zu Papier bringen können. Schon der Nachfolger ließ einen der schrägen Nebencharaktere fallen weil er ihm zu heikel war. Wie in dem Vorwort von Alexander Braun berichtet wird, gibt es bis heute in der Comicforschung eine Diskussion darüber ob dieser später entfernte Charakter antisemitisch aufzufassen ist und eine klischeebeladene Parodie auf einen Juden ist. Dazu muss man aber wissen, das Segar selber ein Jude war und Braun mag Recht haben, dass eine der Hauptfiguren, Wimpy, einen Kontrapunkt, einen ständigen Widersacher brauchte, der in allen Dingen konträr ist. So entsteht zwischen den beiden Figuren tatsächlich eine große Dynamik. Aber „Popeye“ spielt wie jeder gelungene Cartoon mit Klischees und Stereotypen.

So sind der große Erfolg und auch der Klassikerstatus vor allem damit zu verstehen, dass hier Underdogs die Helden sind, die ihren Alltag bewältigen müssen und dennoch ihre Würde, ihre Persönlichkeit zu behalten versuchen. Das traf in den USA in den 1930ern einen Nerv da zu dem Zeitpunkt noch die Große Depression vorherrschte. So ist die Schnorrerei Wimpys durchaus negativ zu verstehen. Mal freut man sich über den Charakter und dessen Einfallsreichtum, kostenlos an Essen zu kommen. Aber ebenso freut man sich darüber, wenn es ihm nicht gelingt und er reinfällt. Später bekam dieser Charakter mehr Raum und das tat der Serie nicht gut.

Dabei richtete sie sich vor allem an jüngere Leser*innen. So ist deutlich ein pädagogischer Zeigefinger zu bemerken, manchmal sogar in direkter Ansprache an die Leserschaft und immer wieder ist die gesunde Ernährung ein Thema was auf Kinder abzielt. Auch sind die Gags teilweise recht platt und lassen keine satirische Schärfe aufkommen. So sind die Sonntagsstrips manchmal auch einfach zu lang. Wenn die Pointe flach ist, ist der Weg dahin auch noch mit einer ganzen Seite zu weit und damit wird es ausgewalzt und noch platter. Es fehlt der Biss, aber dennoch sind die Strips zeitlos, denn der Strip lebt vor allem durch seine Charaktere und die sind gelungen. Allein schon Popeye der ein ausgeprägtes Moral- und Ehrsystem besitzt, auch wenn er vieles mit den Fäusten regelt, aber dessen Kauderwelsch und grammatikalische Unglücke schon herrlich sind und den Übersetzer vor große Probleme gestellt haben dürfte. Das in einem norddeutsch-seemännisch gehaltene Idiom ist aber eher irritierend. Generell lässt sich also sagen, dass Popeye irgendwie zwischen allen Stühlen sitzt und auch dadurch das Paradox vorherrscht das er zeitlos ist, was eben einen Klassiker ausmacht, sich aber eher an jüngere richtet, für die eine solche Ausgabe zu teuer ist. Und wer durch den Nimbus den die frühen Geschichten besitzen, voller Vorfreude gemischt mit Ehrfurcht an den Band herangeht, wird enttäuscht werden. Aber einen Blick hineinzuwerfen lohnt sich auf jeden Fall.



Fazit:

Endlich gibt es mal Geschichten des Erfinders von Popeye aus den 1930ern in einer schönen Edition. Die Geschichten sind wirklich zeitlos, sitzen aber zwischen allen Stühlen und weisen einen teils sehr platten Witz auf. Die schrägen Charaktere machen den größten Reiz aus, aber hohe Erwartungen wurden enttäuscht. Ein Klassiker mit Abstrichen.



Die Bibliothek der Comic-Klassiker: Popeye - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Die Bibliothek der Comic-Klassiker: Popeye

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 35,00

ISBN 10:
355102913X

ISBN 13:
978-3551029133

272 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Geschichten aus der Anfangszeit
  • schräge Charaktere
  • Herz für Underdogs
Negativ aufgefallen
  • teils pädagogischer Zeigefinger
  • teils sehr platte Witze
  • manchmal zu weiter Weg zur Pointe
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Rezension vom: 02.05.2022
Kategorie: Alben
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