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Comic-Besprechung - Adventureman 1: Das Ende und alles danach

Geschichten:

Adventureman 1: Das Ende und alles danach
Autor: Matt Fraction, Zeichner / Colorist: Terry Dodson, Inker: Rachel Dodson



Story:

Die Buchhändlerin Claire und ihr Sohn Tommy lieben alte Pulps. Vor allem die Abenteuer von Adventureman und seinem Team haben es ihnen angetan. So sind sie äußerst frustriert das die letzte Geschichte mit einer großen Endschlacht gegen die Erzfeinde offen endet. Doch alles soll sich ändern als Claire von einer geheimnisvollen Frau ein Buch bekommt, dass nahe legt das Adventureman keine Fiktion ist, sondern eine vergessene Realität. Kurz danach bemerkt Claire körperliche Veränderungen, doch auch das Böse scheint wieder zu erwachen.



Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:

Die neue Serie Adventureman ist Matt Fractions Hommage an klassische Helden der Pulpliteratur.  So startet die Serie auch mit der großen Endschlacht von Adventureman und seinen Teamkameraden gegen den Erzfeind und alles scheint verloren. Doch das ist mehr als nur ein Cliffhanger, denn es stellt sich heraus, dass alles nur Fiktion innerhalb der Fiktion dieses Comics war und eine alleinerziehende Mutter ihrem Sohn eben diese Pulpgeschichte vorgelesen hatte.  Man meint nun also einen postmodernen Kommentar zu der Vorliebe für Pulps zu bekommen, doch dem ist nicht so. Denn die Heldin wird in eine Geschichte gezogen die aufzeigt das die vermeintliche Fiktion Realität war und sie nun den Staffelstab erhalten hat, um das Böse zu bekämpfen.

Erstmal klingt das alles nicht so aufregend. Natürlich: die Liebe zu Pulps ist spürbar und gerade in den Art Deco Szenen spürt man die Zuneigung zu den 1920er und 1930er Jahren. Aber Fraction bedient sich nicht klassischer Klischees. Vielmehr bricht er mit ihnen. So erzählt er im Nachwort das manche der damaligen Geschichten heutzutage anhand der Political Correctness kaum noch unbefangen gelesen werden können, da sie sexistisch, rassistisch, imperialistisch und kolonialistisch gewesen seien. Damit hat er durchaus Recht, aber jedes Werk ist im Kontext seiner Zeit zu lesen. Dennoch ist es erfrischend wie Fraction Klischees vermeidet, aufbricht oder mit ihnen spielt.

Fraction begnügt sich nicht damit die Pulp-Elemente in die Moderne zu versetzen und mit einer Political Correctness Schere zu versehen, sondern entwirft eine ganze Vielzahl höchst interessanter Charaktere. Dem aktuellen Trend alles divers zu gestalten wird hier geschickt entgegengekommen ohne dass es aufgesetzt wirkt. Die Heldin hat eine ganze Schar von Schwestern, die aber allesamt adoptiert worden waren und so aus unterschiedlichen Regionen der Erde kommen und teils zwar körperliche Gebrechen haben, aber auch ihre jeweiligen Stärken. Manches wird bislang nur angedeutet aber man ist hier ziemlich schnell am Haken und man brennt weniger darauf zu wissen wie es mit der Story, sondern vielmehr mit den Figuren weitergehen mag. Die gewinnt man schnell lieb und die Neugier ist entfacht. Nicht nur ist die Heldin sehr attraktiv und alleinerziehend, was man durchaus öfter in Genreerzählungen findet, sondern sie hat zum einen Beruf der sie nicht gerade für Abenteuer prädestiniert, sie ist Buchhändlerin, und zum anderen ist sie taub und trägt ein Hörgerät. Was nur in einer Szene zum Spannungsaufbau benutzt wird da sie nicht hört das etwas Unheimliches vor ihrem Fester geschieht. Ansonsten wirkt der Umgang mit dem Handicap selbstverständlich und ist damit erfrischend. Es wird einfach nicht ständig thematisiert. Und das ist eine Stärke: die Gebrechen und die Vielfalt wird als etwas Selbstverständliches dargestellt, spielt zwar manchmal in die Handlung hinein, ist aber an sich kein großes Thema. Und gerade so soll es sein und wirkt vollkommen natürlich. Vor allem wenn dann noch mit Terry Dodson ein Zeichner am Werk ist der alle Frauen schön zeichnen kann.

Zu all dem kommt dann noch die Meta-Ebene über vergessene Helden und wie sich das Böse von Furcht nährt. Das mag aktuell wieder in der Realität überall zu sehen sein. Man sieht nirgends Helden und es wird bewusst Furcht gesät, um sich Feindbilder zu schaffen.  Im Comic hingegen wird schnell eine Welt geschaffen die es sich lohnt zu entdecken. Dodsons Zeichnungen tragen einen erheblichen Teil dazu bei. Nicht nur durch die schönen Frauen, sondern auch durch die Architektur mit der Mischung aus Art Deco und der Moderne die ebenso verschmelzen wie die Zeit- und Realitätsebenen sowie immer auch kleine Gags unterbringen kann. Eine sehr positive Überraschung.



Fazit:

Eine äußerst positive Überraschung. Neben einer Meta-Ebene über Pulps und den wunderbaren Zeichnungen punkten hier vor allem die Charaktere von denen man unbedingt mehr wissen will. Spannend, komplex, lustig und mehr character driven als man gedacht hätte.



Adventureman 1: Das Ende und alles danach - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Adventureman 1: Das Ende und alles danach

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 25,00

ISBN 10:
3967921093

ISBN 13:
‎ 978-3967921090

168 Seiten

Positiv aufgefallen
  • interessante Charaktere
  • Meta-Ebenen
  • Spiel mit Klischees
  • Zeichnungen
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 21.03.2022
Kategorie: Alben
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