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Comic-Besprechung - Exterminator 17 Gesamtausgabe

Geschichten:

Exterminator 17 Gesamtausgabe
(Exterminator 17: Re-Naissance, Die Trilogie von Ellis)
Autor: Jean-Pierre Dionnet, Zeichner / Colorist: Enki Bilal, Igor Baranko



Story:

Bei einem Angriff auf einen Planetoiden werden auch die Exterminatoren eingesetzt. Unter diesen Androiden befindet sich auch noch einer mit der Nummer 17 die eigentlich längst ausgemustert worden waren. Auf einem Bildschirm entdeckt dessen Schöpfer den Exterminator. Ihm gelingt es, seinen Geist in den Androiden zu transferieren und möchte fortan alle Androiden befreien. Womit er sich mächtige Gegner schafft.



Meinung:

Den meisten, vor allem etwas älteren, Leser*Innen dürfte die Erzählung Exterminator 17  noch aus den alten Schwermetall-Magazinen bekannt sein wo die Geschichte in Fortsetzungen abgedruckt worden ist, später aber auch bei Carlsen erschien. Die Veröffentlichung in Schwermetall passte gut in das Konzept, handelt es sich doch bei Exterminator 17 nicht nur um eine Science-Fiction Geschichte mit Actionanteilen, sondern vor allem auch mystisch esoterisch angehauchte Sozialkritik welche dem Zeitgeist der Science-Fiction-Literatur zu Beginn der 1980er entsprach. Auch ist die Veröffentlichung in dem Magazin weniger überraschend gewesen, schließlich gehört der Autor Jean-Pierre Dionnet zu den Mitbegründern von Metal Hurlant dessen deutsches Schwestermagazin die Geschichten aus Frankreich übernahm.

Eine Gesamtausgabe kommt dennoch überraschend da zumindest dem Autor dieser Zeilen nicht bekannt war das es Fortsetzungen gegeben hatte. Insofern ist es etwas enttäuschend das in dem redaktionellen Beitrag zu keinem Zeitpunkt erwähnt wird, ob es sich bei den drei anderen Teilen, die eine Trilogie bilden, um deutsche Erstveröffentlichungen handelt. Schließlich wäre es doch ein Werbeaspekt gewesen. Aber um die Frage zu beantworten: die zusätzlich enthaltene Trilogie ist in der Tat eine deutsche Erstveröffentlichung. Überhaupt ist der redaktionelle Anhang recht launisch. Das Nachwort zu einer frühen deutschen Ausgabe von Exterminator 17 gibt zwar eine gute Einordnung, ist aber wohl von der Wertung her etwas veraltet. Die Interviews sind recht launisch und einige weitere Skizzen und Illustrationen werfen zusätzliche Fragen auf. Sollte erst ein anderer Zeichner die Fortsetzung umsetzen? Oder sind weitere Geschichten geplant gewesen? Oder sind es einfach nur Huldigungen? Immerhin zeigt der konfuse redaktionelle Beitrag und auch das Interview mit Dionnet das Grundproblem der enthaltenen Comicbände auf: den fehlenden roten Faden, das Sprunghafte.

Der Autor Jean-Pierre Dionnet verzettelte sich in seinen Aufgaben und es gab für keines der vier Abenteuer ein fertiges Skript und die Zeichner bekamen nur häppchenweise die nächsten Seiten des Skripts oder manchmal nur eine mündliche Zusammenfassung. Dionnet lag wohl auch daran spontan zu erzählen und nahm das Assoziative bewusst in Kauf, um selber zu sehen wohin die erzählerische Reise führt und sich damit selber überraschen zu können. Das merkt man den Geschichten auch an und ist dementsprechend sehr gewöhnungsbedürftig und Geschmackssache. Auf jeden Fall erklärt es die vielen dramaturgischen Brüche, zeitlichen Sprünge und die Unlogik. Alles ist zerfasert, ja teilweise fragmentiert und man merkt die Begeisterung Dionnets für die Werke von Moebius an. Mit dem er übrigens zeitweise eng zusammengearbeitet hatte. Dadurch ist Exterminator 17 aber auch sehr Kind seiner Zeit und zumindest die esoterischen und mystischen Einschübe sind doch eher belustigend und im Kern äußerst banal. Was auch daran liegt, dass keine der vielen Ideen wirklich ausgearbeitet worden ist. Dementsprechend werden sich hier die Geister scheiden. Fans von Moebius dürfen jedenfalls zugreifen.

Wen mystisches Geschwurbel nicht stört, kann auch einen Blick riskieren denn die Zeichnungen sind durchaus gelungen. Enki Bilal stand noch am Anfang seiner Karriere und schon hier wirken die Metallkonstruktionen organisch und einige seiner stilistischen Merkmale sind auch schon vorhanden. Aber man merkt auch den Kampf mit dem Skript an. Sein Nachfolger Baranko hat einen sehr viel glatteren Stil, kann aber auch einige gute zeichnerische Ideen unterbringen und die Action dynamischer gestalten als Bilal. Zudem gehen in dem übersichtlichen Stil die Details nicht unter. Aber beide Zeichner können nichts gegen das schwache Skript ausrichten. So fallen einige Protagonisten einfach unter den Tisch, angefangene Handlungsfäden werden nicht weiter verfolgt und so erschließt sich einem der ganze Inhalt nicht sonderlich. Insgesamt lässt sich also festhalten, dass der Klassiker durchaus schlecht gealtert ist und die durchaus guten Ideen angesichts des schludrigen Skripts nicht zur Geltung kommen. Naja. Schade.



Fazit:

Hier werden sich die Geister scheiden, denn der Band ist deutlich ein Kind der 1980er und manche mystisch esoterische Anflüge dürften nicht jedermanns Fall sein. Zudem leidet der Band unter einer schwachen Dramaturgie. Aber die drei enthaltenen Erstveröffentlichungen dürfte die Fans äußerst ansprechen.



Exterminator 17  Gesamtausgabe - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Exterminator 17 Gesamtausgabe

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Finix Comics

Preis:
€ 39,80

ISBN 10:
3948057389

ISBN 13:
978-3948057381

240 Seiten

Positiv aufgefallen
  • zeichnerische Ideen
  • Sozialkritik
Negativ aufgefallen
  • schwache Dramaturgie
  • mystisch esoterische Einschübe
  • Charaktere werden vergessen
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Rezension vom: 04.02.2022
Kategorie: Alben
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