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Comic-Besprechung - Mademoiselle Baudelaire

Geschichten:

Mademoiselle Baudelaire
Autor / Zeichner / Colorist: Yslaire



Story:

Paris 1842. Der junge Charles Baudelaire sieht sich als Bohemien der das geerbte Vermögen seines Vaters dazu nutzt als Bohemien zu leben und sich an ersten Gedichten versucht. Bei einem Theaterbesuch ist er von der Schauspielerin fasziniert die nur wenig Text hat, ihn aber in ihren Bann zieht. Charles gelingt es Jeanne zu einem Rendezvous zu überreden. Die beiden werden ein Paar und die junge sinnliche Frau wird zu der Muse die Baudelaire zu "Die Blumen des Bösen" inspirieren wird. Doch als Frau und zudem mit einer schwarzen Hautfarbe bleibt Jeanne immer im Schatten während Charles sich zugrunderichtet.



Meinung:

Der französische Comiczeichner und –autor  Yslaire hat wohl ein Faible nicht nur  für zerstörerische Beziehungen und deren Dynamik, sondern auch für historische Dekors. Schon mit Sambre hat er früh ein Meisterwerk geschaffen mit sinnlichen Zeichnungen, einer tragischen Liebesgeschichte die durchaus melodramatisch war, aber durch die Ansiedlung in einer historischen Epoche auch ein Sittengemälde war und durchaus auch politisch interpretiert werden konnte. Das Spin-Off Krieg der Sambres konnte da nicht ganz mithalten da es zu komplex war, um einen wirklich emotional zu treffen.

Nun legt Yslaire ein Alterswerk vor und Mademoiselle Baudelaire vereint wieder viele Elemente aus dem Oeuvre Yslaires. Zum einen geht es wieder um eine zerstörerische Beziehung und zum anderen um eine historische Epoche. Auch wenn es der Titel anders vermuten lässt, steht hier doch Charles Baudelaire selbst im Mittelpunkt, der Dichter der Blumen des Bösen.  Das macht durchaus Sinn, da über einen der Nationalheiligen der französischen Dichtkunst recht viel bekannt ist. Weniger bekannt sind Details über seine Muse, die er auch in seinem berühmten Dichtzyklus mehrfach erwähnt. Sowohl liebend als auch verdammend. Diese Frau ist ein Rätsel und Yslaire rückt sie durchaus zu Recht  in den Fokus, kann sie aber nur im Verhältnis zu Baudelaire selber greifen, denn sowohl vor dem ersten Treffen mit dem jungen angehenden Schriftsteller gibt es keine gesicherten Erkenntnisse  über sie als auch nach Baudelaires Tod. Die Spur der Frau, Jeanne, verliert sich und man weiß nicht mal ihre Todesdaten. Kurioserweise nicht mal ihren richtigen Namen.

Man folgt also dem Lebensweg Baudelaires und damit einhergehend der Liebesgeschichte zwischen ihm und Jeanne und erfährt vieles über den Poeten, wobei auch die weniger schmeichelhaften Aspekte durchaus eine Rolle spielen. Was auch sein Verhältnis zu Jeanne betrifft, denn die musste nicht nur in einer frauenfeindlichen Epoche leben, sondern war zudem noch Schwarz, so dass sie auch ständigem Rassismus ausgesetzt war. Da der Fokus, aufgrund der knappen Quellenlage zu Jeanne, aber nicht auf ihr liegt, geraten diese durchaus interessanten Aspekte leider häufiger aus dem Blick und schildern weniger ihre Perspektive als allgemeine Ansichten anderer etwa wenn die Dichter über Frauen und Farbige schwadronieren. Auch das mag daran liegen das die Quellenlage sicherer ist und so Spekulatives vermeiden will.
Auch hier macht Baudelaire keinen sonderlich sympathischen Eindruck. Es liegt hier zwar keine Demontage vor, denn die Liebe zu seinen Gedichten ist spürbar und es ist eine Erforschung wie und warum sie geboren worden sind. In all ihrer Widersprüchlichkeit, Morbidität, Liebe und Schönheit aber auch Blasphemie was zu einem fast 100 Jahre lang andauernden Verbot vier der Gedichte führte. Man kann dieses Portrait aber auch mit Genuss lesen, wenn man keines von den Gedichten kennt, da hier auch ein Sittengemälde der Zeit, der Gesellschaft und der Künstlergemeinde vorliegt. Vor allem sind es auch die hervorragenden Zeichnungen die nicht nur im Dekor schwelgen und die teils deftige Erotik niemals als Selbstzweck erscheinen lassen, sondern eben die Faszination Charles zu Jeannes verdeutlichen, sondern auch die surrealen Traumelemente und Opiumräusche welche in ihrer Fantasie doch symbolisch gut das Verhältnis der beiden greifen und interpretieren können. Ein schöner und starker Band. 



Fazit:

Ein schöner und starker Band der nicht nur ein Portrait, sondern auch ein Sittengemälde zeichnet. Aufgrund der knappen Quellenlage kommt die Perspektive Jeannes etwas zu kurz, aber die starken Zeichnungen machen das wieder wett.



Mademoiselle Baudelaire - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Mademoiselle Baudelaire

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 39,80

ISBN 10:
3967921980

ISBN 13:
978-3967921984

160 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Sittengemälde
  • schonungsloses Portrait
  • surreale Elemente
  • Zeichnungen
Negativ aufgefallen
  • Perspektive der Heldin kommt etwas zu kurz
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Rezension vom: 10.01.2022
Kategorie: Alben
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