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Comic-Besprechung - Der Schweinehund 2: O Maneta

Geschichten:

Der Schweinehund 2
Autor: Regis Loisel, Zeichner: Olivier Pont, Colorist: Francois Lapierre



Story:

Baia und Max sind nach einem Unfall im Dschungel gestrandet. Sie ahnen noch nicht, dass die Gangster ihnen nicht auf den Fersen sind. Während Max mit Fieber kämpft, sorgt Baia für das Überleben und löst das Rätsel eines abgestürzten Flugzeuges. Doch die Gangster haben noch nicht komplett  aufgegeben und machen nun Jagd auf die Krankenschwestern.



Meinung:

Schon der erste Band der Serie mit dem ungewöhnlichen Namen Der Schweinehund konnte vollends überzeugen. So geht man mit einer hohen Erwartung an die Fortsetzung des Abenteuers heran und man kann schon im Vorfeld sagen, dass diese erfüllt wird.

Allein der Einstieg ist sehr spannend geraten und dynamisch in Szene gesetzt. Nur kann man das noch nicht ganz einordnen. Denn wer sind die Charaktere? Die traten doch im Auftakt gar nicht auf? Wie ist der Inhalt eines Flugzeugabsturzes einzuordnen? Man ist erst ein bisschen verwirrt und fragt sich ob man den ersten Band nicht noch mal vorher hätte lesen müssen. Doch beim Umblättern erwartet einen eine Überraschung und der Einstieg ist sehr gelungen. Nicht nur wird er inhaltlich durchaus sehr bedeutsam bis zur letzten Seite, sondern bringt auf einmal auch parapsychologische Elemente mit hinein in das Abenteuergenre. Jetzt könnten manche sich durch den Einsatz von Geistern und Hellseherei gestört fühlen. Im ersten Band auf den letzten Seiten hatte man das auch dem Fieberwahn des Helden zuschreiben können, doch hier ist es ein Faktum. Wenn man also einen rein realistischen Comic lesen will, so kann das durchaus befremden. Auch wenn hier kein Horror vorliegt und auch das Genre nicht gewechselt wird.

Andererseits macht das auch die spirituelle Welt der Ureinwohner Brasiliens deutlich und zu einem dramaturgischen Bestandteil. Allerdings ist das auch wieder ein Klischee, wenn behauptet wird, dass die Ureinwohner so naturverbunden sind, dass sie auch in der Lage sind Geister wahrzunehmen und Vorhersagen machen zu können. Vor allem da der Geist auch von anderen wahrgenommen wird. Aber man kann es hinnehmen, wenn man an die südamerikanische Literaturrichtung des magischen Realismus denkt. Autor Regis Loisel wird auch eher in dieser Tradition zu lesen sein, denn es wird kein großes Fass aufgemacht angesichts des Übernatürlichen, sondern nicht nur dramaturgisch wie selbstverständlich eingebettet, sondern auch die Charaktere verfallen deswegen nicht in Panik, sondern nehmen es hin. Somit ist das Übernatürliche für sie eher so folkloristisch wie die fremde Sprache, die Küche und Traditionen. Und die Leserschaft kann  sich auf immer neue Überraschungen gefasst machen.

Mit der stummen Mestizin, ein „Mischling“ von einer Indianerin und einem Weißen, hat man eine sehr charismatische Figur vor sich welche nicht nur im Dschungel zu überleben weiß, medial veranlagt ist und sich durchaus zu helfen weiß. Aber sie ist auch eine junge Frau um die man permanent Angst hat. Denn wie man aus dem ersten Band weiß geht es hier auch um Mädchenhändler und Zwangsprostitution. Zudem ist sie stumm und dadurch noch gehandicapt. Sie wirkt wehrlos in dieser patriarchalischen Gesellschaft voller Gewalt, Vergewaltigung und Mord. So hat man eine starke Heldin, um die sich die Leserschaft dennoch fürchten muss, was sehr geschickt gemacht ist. Um Baia herum gibt es aber auch sehr rührende und sehr witzige Szenen und sie rückt im zweiten Band deutlich mehr in den Fokus als der eigentliche Held über dessen Naivität man manchmal mit dem Kopf schütteln kann.

Der zweite Handlungsstrang betrifft hauptsächlich die Krankenschwestern welche sich gegen die Gangster behaupten müssen von denen sie einen aus Notwehr umgebracht haben. Auch dieser parallel verlaufende Handlungsstrang ist sehr spannend geraten, da man nicht weiß wem man trauen kann. Die permanent wechselnden Handlungsstränge machen die Lektüre sehr spannend und vor allem die interessanten Figuren sorgen für eine hohe Dynamik. Dann kommen noch das fesselnde Setting, die Action die auch mal blutig ausfallen kann und ein Ende mit einem guten Cliffhanger mit einem Hinweis auf den gesuchten Schweinehund, so dass man jetzt schon die Fortsetzung kaum erwarten kann.



Fazit:

Auch der zweite Band kann überzeugen und macht sogar einen Genrefremdling glaubwürdig. Die Atmosphäre, das Setting und die Charaktere haben einen eh gepackt und die Spannung wird durch die stets drohende Gewalt enorm geschürt. Humor kommt dennoch nicht zu kurz.



Der Schweinehund 2: O Maneta - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Der Schweinehund 2: O Maneta

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 20,00

ISBN 10:
3551793662

ISBN 13:
978-3551793669

96 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Atmosphäre, Setting, Milieu
  • interessante Figuren
  • glaubwürdig übernatürliche Elemente eingebettet
  • guter Cliffhanger
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 21.09.2021
Kategorie: Alben
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