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Comic-Besprechung - Mademoiselle J. Eine Frau. Ein Jahrhundert: 1938: Ich werde niemals heiraten!

Geschichten:

Mademoiselle J. Eine Frau. Ein Jahrhundert - 1938: Ich werde niemals heiraten!
Autor: Yves Sente, Zeichner: Laurent Verron, Colorist: Isabelle Rabarot



Story:

Juliette Santeloi lässt sich von ihrer Herzkrankheit nicht unterkriegen und befolgt den Rat des Schiffspagen Ptirou sich nicht vom Leben abhalten zu lassen. Nach ihrem Studienabschluss strebt sie gegen alle Widerstände eine Laufbahn als Journalistin an. Doch der aufkommende Sturm in Europa zieht 1938 auch sie und ihre Familie in eine Intrige mit internationalen Verstrickungen.



Meinung:

Mit Mademoiselle J liegt der erste Soloband der Titelheldin vor, der entfernt mit dem Kosmos von Spirou zu tun hat. Manche potentielle Leser*innen mögen sich nun wundern, dass dieser Band nicht mit Spirou beworben wird. Schließlich ist das eine bekannte und erfolgreiche Marke. Das liegt daran, dass es zwar Berührungspunkte gibt, aber es keine Erzählung aus dem Kosmos des Pagen ist.

Juliette Santeloi, die Hauptfigur dieser neuen Serie, war die weibliche Hauptrolle in einem Spirou Spezial Band, Sein Name war Ptirou. Diese Spezialbände gehören nicht zum eigentlichen Kanon, können aber gerade deswegen durch kreative Freiheiten glänzen da man die Charaktere abwandeln oder in andere Zeiten versetzen kann. So spielte Sein Name war Ptirou auf einem Ozeandampfer und am Ende starb sogar der Held. 

Juliette trauert Ptirou nach, da er in ihr Lebenslust weckte und ihr klar machte, dass sie trotz ihrer Herzkrankheit ihr Leben selbst bestimmen kann und sie sich nicht einschränken muss. Jedenfalls hat sie diesen Ansprechpartner nicht mehr, der als Vorbild zu der Kunstfigur Spirou diente und Juliette steigt nun als Titelheldin ihrer eigenen Serie auf. Im Zuge dieses Bandes gibt es mehrere Verweise auf das Spirou-Magazin. Schon wenn ganz am Anfang ein Onkel Paul auftritt, um seiner Nichte und seinen Neffen eine Geschichte zu erzählen, so ist das ein Verweis auf den Charakter der in dem Comic-Magazin durch Erzählungen den jungen Leser*innen Geschichte nahebrachte. Zudem schenkt er seiner jungen Verwandtschaft hier auch einige Comics von Charakteren die in dem Magazin auftraten wie etwa Buck Danny. Natürlich gibt es inhaltlich immer wieder Rückbezüge auf den Spirou Spezialband und am Ende gibt es sogar noch einen Auftritt von Rob-Vel, dem Erfinder von Spirou, wie er Juliette das Magazin Spirou mit seiner Erfindung in die Hand drückt.

Abseits von diesen Anspielungen, die besonders für Insider interessant sein dürften, liegt auch ein gutes Konzept vor. Schließlich scheint geplant zu sein anhand der Hauptfigur einige zentrale Stationen des 20. Jahrhunderts aus weiblicher Perspektive zu schildern. Juliette muss sich hier erst noch durchsetzen, um ihren eigenen Weg gehen zu können. Zeitgeschichtlich muss man sich da nicht nur die patriarchalische Struktur der Gesellschaft vor Augen führen, sondern da die Story 1938 spielt ist auch die aufziehende Kriegsgefahr eine große dramaturgische Komponente und liefert die größte Spannung mit einer internationalen Intrige. Diese beiden Punkte, Intrige und Emanzipation, machen den Band recht spannend. Aber gegen Ende wird es leider auch arg melodramatisch mit keiner allzu großen Überraschung, da dieser Endtwist immer wieder schon angedeutet worden ist. Das trübt etwas den Eindruck, aber die interessante Hauptfigur macht das etwas wett.

Zeichnerisch ist das im Semi-Funny Stil gehalten und lehnt sich deutlich an die Ecole Marcinelle an, bleibt so also in der Tradition von Spirou. Nur kommt hier Humor leider äußerst selten vor und es überwiegen die dramatischen Elemente. Aber die Zeichnungen sind sehr dynamisch, detailliert im Dekor und bei den Hintergründen wohingegen manchmal die Figuren arg zur Karikatur neigen.

Insgesamt also ist der Band durchaus einen Blick wert. Aber es bleibt noch etwas Luft nach oben, wenn man in der möglichen Fortsetzung auf abgeschmackte melodramatische Klischees verzichten kann.



Fazit:

Für Insider gibt es viele Anspielungen auf Spirou und das Magazin wodurch der Band eine Meta-Ebene gewinnt. Die Intrige und die erkämpfte Emanzipation sind durchaus spannend zu lesen, wird aber durch ein abgeschmacktes melodramatisches Ende geschmälert.



Mademoiselle J. Eine Frau. Ein Jahrhundert: 1938: Ich werde niemals heiraten! - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Mademoiselle J. Eine Frau. Ein Jahrhundert: 1938: Ich werde niemals heiraten!

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 12,00

ISBN 10:
3551766290

ISBN 13:
978-3551766298

64 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Konzept
  • Verweise auf Geschichte Spirou Magazin
  • spannende Intrige
Negativ aufgefallen
  • melodramatische Ende
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Bewertung:
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Rezension vom: 15.07.2021
Kategorie: Alben
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