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Comic-Besprechung - Faithless 1

Geschichten:
Faithless 1 (Faithless 1-6)
Autor: Brian Azzarello, Zeichner / Colorist: Maria Llovet


Story:
Faith glaubt an Magie. Auch wenn sie von ihren Freunden deswegen verspottet wird, so hält sie an dem scheinbar kindlichen Glauben fest, weil sonst ihre Frustration Oberhand gewinnt. Als sie eines Tages die Künstlerin Poppy kennenlernt, eröffnet sich für Faith eine ganz neue Welt. Nicht nur entdeckt sie die Liebe zu einer Frau, sondern bekommt auch Zugang zu der Künstlerszene. Allerdings scheinen dunkle und böse Mächte ein Netz um sie zu weben.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
In den USA war die Serie Faithless ein großer Aufreger. Was in dem puritanisch geprägten Amerika weniger an Gewaltszenen liegt, sondern an den vielen freizügigen Szenen die stellenweise sogar explizit erotisch werden und die Grenze zur Pornographie haarscharf streifen. So was hätte man im Underground erwarten können, aber wohl kaum bei einem Mainstreamverlag (auch wenn er im Vergleich zu den dominanten Verlagshäusern doch recht klein ist). Und dann hat auch noch der Autor Brian Azzarello dabei überrascht. Schließlich ist Azzarello ein Star und einer der besten derzeitigen Autoren und hat nicht nur Batman in seinem Portfolio, sondern auch einen solchen  Meilenstein wie 100 Bullets.

Gut, eine düstere Geschichte erwartet man durchaus von Azzarello, schließlich strömten die bisherigen Sagen aus seiner Feder nicht gerade über vor Lebensfreude. Und es ist gewiss kein Zufall, dass hier als Zeichnerin mit der Spanierin Maria Llovet eine Europäerin gefunden wurde. Amerikanische Zeichner hätten wohl die Nacktheit und die Sexualität nicht so unbefangen transportieren können. Dabei steht der Sex hier gar nicht mal im Mittelpunkt. Ja, es gibt viele nackte Tatsachen, aber es ist nicht das Ziel erregend auf die Leserschaft einzuwirken, sondern er verdeutlicht die Liebe zwischen Faith und ihrer neuen Freundin welche sie die weibliche Homosexualität entdecken lässt. Hier dient Sex aber nicht nur als Mittel zur Selbstfindung, sondern ganz klassisch katholisch auch als Verführung zur Sünde. Man tut der Geschichte also unrecht, wenn man sie auf den Sex reduziert, da er immer in die Story eingebunden ist und auch dazu dient die Figuren zu charakterisieren, wobei sich eine konservative Stimmung durchaus finden lässt. Es gilt hier nicht als Feiern des Körperlichen und es ist auch nur bedingt libertär, denn es scheinen unheimliche und übernatürliche Aspekte eine Rolle zu spielen.

Vorrangig geht es in dem Band bislang um Selbst-Bestätigung. Sei es nun als Mensch, als triebhaftes Wesen, als Künstler: jeder will anerkannt und bemerkt werden als diejenige Person die man sein will. Dazu gehört auch dem Alltag etwas Besonderes abzuringen, um selber hervorzustechen und nicht in einem Trott, dem Gewöhnlichen unterzugehen. Dazu gehört eben auch der Sex und die Zeichnungen wirken leicht und sinnlich zugleich, mit den hellen Farben und sanften Konturen manchmal nahezu schwebend.

Was nur bestärkt das man als Leserin oder Leser hier zunehmend den Boden unter den Füßen verliert da man auf längere Sicht nicht nur die Charaktere nicht mehr einzuschätzen weiß und sich fragt ob hier nun wirklich übernatürliche Elemente eine Rolle spielen und was da nun für Kräfte oder Wesen, wenn überhaupt, im Hintergrund die Fäden ziehen, sondern weil man auch nicht vermag einige Situationen einzuschätzen. Vieles wird nur angedeutet und manchmal gar nicht explizit darauf hingewiesen. Etwa wenn ein Bild im Hintergrund auf einmal etwas völlig anderes zeigt als vorher gemalt worden ist. Aber gerade in dieser Uneindeutigkeit liegt die große Stärke des Bandes der jetzt schon neugierig gemacht hat auf die Fortsetzung. Stark.


Fazit:
Ein starker Band der sich Zeit nimmt, von Andeutungen und den leichten Zeichnungen lebt und der Leserschaft langsam den Boden unter den Füssen weg zieht. Man kann langsam nichts und niemanden hier einschätzen. Nicht mal das Genre.


Faithless 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Faithless 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 20

ISBN 10:
3741619477

ISBN 13:
978-3741619472

160 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Spiel mit Genres
  • Andeutungen
  • Subtilität und Explizit
  • flirrend schwebende Zeichnungen
  • sympathische Heldin
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
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Rezension vom: 02.02.2021
Kategorie: Hefte
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