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Comic-Besprechung - Joe Hill: Das Puppenhaus

Geschichten:
Joe Hill: Das Puppenhaus (The Dollhouse Family 1-6)
Autor: M. R. Carey, Zeichner: Peter Gross, Inker: Vince Locke, Colorist: Cris Peter


Story:
Alice bekommt bekommt von ihrer Großtante ein antikes Puppenhaus vererbt. Für Alice ist es ein Fluchtpunkt vor dem gewalttätigen Vater und in ihrer kindlichen Neugier nimmt sie es sogar hin das die Puppen lebendig werden. Doch mit dem Spielzeug wurde auch ein Familienfluch vererbt und Blut und Gewalt folgen Alice ein Leben lang.


Meinung:
Auch wenn der Name Joe Hill ganz groß auf dem Cover des Tradepaperbacks von Das Puppenhaus steht: der Sohn von Stephen King, der sich mittlerweile selbst als Autor vor allem im Bereich des Horrors etabliert hat, hat mit dem Inhalt des Comics eigentlich nichts zu tun. Es ist weder eine Adaption einer seiner Geschichten noch hat Hill das Skript zu dem Comic selber geschrieben. Insofern ist die Ankündigung etwas verwirrend. Vielmehr ist es so, dass Joe Hill mittlerweile in einem Sublabel bei DC einige originäre  Geschichten präsentiert. Ähnlich also wie bei Alfred  Hitchcock, der für die Bücherreihe Alfred Hitchcock präsentiert und Die drei ??? seinen Namen auslieh, gegen gutes Geld versteht sich, aber mit den Inhalten nichts zu tun hatte. Dabei läuft das Sublabel von Joe Hill unter dem Black Label, wäre vor einigen Jahren also noch unter Vertigo erschienen.

Dazu passt auch das die Schöpfer dieses Horrorcomics ihre Spuren auch bei Vertigo hinterlassen haben. Autor M.R. Carey, das ist Mike Carey der sich nun anders nennt, hat dort seine Erfahrungen etwa mit Lucifer, wie auch Zeichner Peter Gross der unter anderem Beiträge für die Sandman-Serie von Neil Gaiman geliefert hat. Fans von Vertigo und dem dortigen veröffentlichten Stil können also schon mal unbesorgt einen Blick in diesen Band riskieren.

Obwohl die Story erstmal eher durchschnittlich klingt. Ein Mädchen kann in ein Puppenhaus reisen. Sie entflieht dem gewalttätigen Vater also nicht rein in einem eskapistischen Spiel, sondern kann sich verkleinern und unbeschwerte Stunden mit den ebenfalls magisch verkleinerten aber lebenden Figuren in dem Puppenhaus verbringen. Allerdings wird dieses von einem Dämon beherrscht, der das Mädchen immer wieder in Versuchung führt. Wie soll mit diesem Thema eine funktionierende Horrorgeschichte gestaltet werden? Ganz einfach: indem das Puppenhaus die Heldin auch dann nicht in Ruhe lässt als sie älter und selber Mutter geworden ist. Die Macht des Spielzeugs wirkt auch außerhalb und das perfide an dieser Horrorgeschichte liegt in der Metaebene begründet. Durch Spiel oder etwa Medienkonsum, wird ja auch ein Eskapismus betrieben. Eine Flucht vor der tristen, deprimierenden oder gar gewalttätigen Umwelt. Ist es bei einem Kind das Spiel, mögen es bei Erwachsenen Hobbys sein. Immer wieder werden Situationen geschildert welche für die Charaktere belastend sind, aber gerade die Flucht davor ist hier kein sicherer Hafen, keine Abwechslung oder ein Ort zum Kraftschöpfen, sondern lebensgefährlich.

Das ist geschickt gemacht und sehr spannend wie die verschiedenen Ebenen ineinander hineinspielen. Es kann dabei auch sehr brutal zugehen. Leider ist der Hintergrund etwas zu sehr mythisch überhöht. Das wäre gar nicht nötig gewesen. Aber bei einem Autor der schon den Teufel an sich als Helden benutzt hatte, geht es wohl nicht mehr darunter. Trotz einiger kleinerer Schwächen, etwa wenn die vielen Rückblenden als paralleler Handlungsstrang einen immer wieder aus dem Erzählfluss rausreißen, ist es eine lohnenswerte Horrorgeschichte die das Genre ernst nimmt und gerade mit dem düsteren Subtext überzeugt.


Fazit:
Trotz  einiger kleinerer Schwächen eine überzeugende Horrorgeschichte die das Genre ernst nimmt und gerade im Subtext sehr perfide ist und beunruhigt. Stark.


Joe Hill: Das Puppenhaus - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Joe Hill: Das Puppenhaus

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,00

ISBN 10:
3741620130

ISBN 13:
978-3741620133

160 Seiten

Positiv aufgefallen
  • perfider Subtext
  • ernst genommener Horror
  • überraschende Wendungen
Negativ aufgefallen
  • unterbrochener Erzählfluss
  • mythische Überhöhung
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Rezension vom: 31.01.2021
Kategorie: Hefte
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