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Comic-Besprechung - Nevada 1: Lonestar

Geschichten:
Nevada 1: Lonestar
Autor: Fred Duval, Jean-Pierre Pécau, Zeichner: Colin Wilson, Colorist: Jean-Paul Fernandez


Story:
Nevada Marquez ist ein Ausputzer der für die Hollywood-Studios arbeitet. Dazu gehört es auch ausgerissene Stars wieder einzufangen. Als er sich allerdings auf die Spur eines Westernstars begibt, der sich auf Sauftour nach Mexiko abgesetzt hat, ahnt Nevada noch nicht, dass er eine blutige Reise in eine Gegend antritt in welcher der Westen noch wild ist.


Meinung:
Das erste Panel der neuen Serie Nevada führt einen schön in die Irre. Man sieht das Monument Valley in einer schönen Totale und im Vordergrund beobachten zwei berittene Indianer eine Staubwolke in der Ebene. Ein Beginn wie in einem Western von John Ford und schon allein das Setting ist sehr ikonisch. In dem zweiten Panel zeigen sich die Indianer missmutig aber unbeeindruckt während man als Leserin oder Leser etwas verdutzt ist, da im dritten Panel klar wird, dass hier kein Cowboy durch die staubige Ebene reitet, sondern ein Mann auf einem Motorrad fährt. Das Setting und der Inhalt kontrastieren, die Zeiten fallen auseinander und man ist verwirrt, aber auch gespannt. Insofern ist es nicht nur ein gelungener Auftakt, weil er neugierig macht, sondern zeigt auch auf, das die Geschichte die im Folgenden erzählt wird, in einer Epoche des Wandels angesiedelt ist.

Nevada ist aber kein Spätwestern. Es gibt zwar noch die Reste des alten Wilden Westens, aber auch die Moderne hat schon längst Einzug gehalten. Während die Legenden also alt werden und sich allmählich der Westen endgültig in die Folklore zurückzieht, sind schon die Filme aus Hollywood dabei, die gerade zu Ende gehende Epoche bereits zu verklären. Hier ist der Film noch in den Kinderschuhen, aber die zeitliche Einordnung der Story fällt schwer. In Mexiko und der Grenznähe der USA ist der Wilde Westen offenbar noch wild, was bis Anfang der 1920er Jahre tatsächlich noch der Fall war und sich nach dem Ende der mexikanischen Revolution erledigt hatte. Den Film gab es da natürlich schon und auch die Western waren schon ein erfolgreiches Genre. Die Kleidung der Leute auf der Party verweist auch auf die 1920er Jahre, während der Auftritt von Johnny Weissmüller eher auf die 1930er verweist, da er dort als Tarzan zum Filmstar wurde. Und so passt es nicht wirklich zusammen: die Szenen in Mexiko sind eher 1910er, die Party 1920er und der Ausblick die 1930er. Aber es ist ja oft in Abenteuergeschichten so, dass die zeitliche und räumliche Einordnung bewusst vage gehalten wird.

Aber leider wird aus der Vermischung von Legende, Film und Wirklichkeit nicht viel gemacht. Es geht um einen Ausputzer des Filmstudios der entlaufende Stars einfängt und sie aus Klemmen befreit. Man dürfte dann eigentlich nicht davon ausgehen das er in bester Rambo-Manier es mit einem mexikanischen Drogenboss aufnimmt. Und der Filmstar der in den Fängen des Gangsters ist, kontrastiert zwar mit dem Milieu, dient aber nicht als satirisches oder kritisches Element. Der Fokus liegt hier auf ein Actionabenteuer mit vielen Zitaten wovon das aus Der Mann der Liberty Valance erschoss das deutlichste ist. Vielleicht wollte man mit diesem Comic auch die Aussage des Filmklassikers erreichen. Allerdings ist das komplett verfehlt.

Immerhin ist diese solide Actionnummer geschickt gemacht. Sowohl zeichnerisch als auch dramaturgisch wenn es viele Andeutungen über die Vergangenheit des Helden gibt die mehr Tiefe andeuten als an ihm bislang festgestellt wird. Teilweise ist der Auftakt also sehr interessant, teilweise aber auch sehr banal. Man muss wohl abwarten, wohin hier die Reise geht.


Fazit:
Zeichnerisch ist der Band durchaus geschickt aufgebaut, aber inhaltlich sehr banal. Eine reine Abenteuergeschichte die ihre Steilvorlagen ignoriert. Hier ist noch deutlich mehr Luft nach oben.

Nevada 1: Lonestar - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Nevada 1: Lonestar

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 16,00

ISBN 13:
978-3962195076

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • zeichnerisch geschickt aufgebaut
  • Action
  • angedeutete Hintergründe
Negativ aufgefallen
  • Steilvorlagen ignoriert
  • banal
  • zeitliche Einordnung schwammig
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Rezension vom: 05.12.2020
Kategorie: Alben
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