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Comic-Besprechung - L. Frank – Integral 7

Geschichten:
London in Gefahr 
Autor: Jacques Martin
Text: André Taymans
Zeichnungen: André Taymans
Schwarze Weihnacht 
Autor: Jacques Martin
Text: Michel Jacquemart
Zeichnungen: Régric
Die Bestrafung 
Text: Patrick Delperdange
Zeichnungen: Erwin Drèze / André Taymans / Raphaël Schierer


Story:
Auch im siebten Teil der Integralausgabe des franko-belgischen Comicklassikers sind wieder drei Alben enthalten. Die Bände sind zwischen 2008 und 2010 erschienen. Wobei es sich bei „schwarze Weihnacht“ und „Die Bestrafung“ um deutsche Erstveröffentlichungen handelt.
In „London in Gefahr“ muss L. Frank eine Serie von Bombenanschlägen in England aufklären. Er erkennt einen Zusammenhang zwischen den Jahretagen von militärischen Niederlagen des Deutschen Reiches im 2. Weltkrieg und den aktuellen Bombenanschlägen. 1955 im Kohlerevier Nord-Pas-de-Calais das sind Ort und Daum von „Schwarze Weihnacht“. Eine Explosion in einem Bergwerk bringt mehrere Bergleute um und verschüttet etliche in mehr als 900 m Tiefe ein. L. Frank soll von vor Ort berichten und trifft auf seinen Freund Inspektor Renard, der gekommen ist, um einen Terroristen zu verhaften. In „Die Bestrafung“ berichtet L. Frank aus der Welt der Reichen und Schönen: Hollywood, Oscarverleihung. Hier kreuzen sich sein Weg und der einer extremistischen religiösen Sekte. Diese kämpft gegen die Filmindustrie, der jegliche Verderbtheit vorgeworfen wird. Mehrere Unfälle und gewalttätige Angriffe folgen aufeinander und zielen auf Persönlichkeiten aus Hollywood ab. 
Ein 7-seitiger redaktioneller Teil runden den Band ab.



Meinung:
Und los geht die wilde fahrt, möchte ich fast sagen. Die drei in diesem band versammelten Geschichten – davon zwei deutsche Erstveröffentlichungen – sind allesamt von unterschiedlichen Team erstellt. Das ist einerseits eine großartige Möglichkeit die unterschiedlichen Herangehensweisen miteinander zu vergleichen, lässt dabei dann aber natürlich keine Kontinuität entstehen. Man gewinnt den Eindruck, dass die Verantwortlichen beim Original-Verlag Casterman selber noch nicht so ganz genau wussten, wohin sich die Serie entwickeln sollte. 
Dabei enthält der band mit „Schwarze Weihnacht“ sicherlich eines der stärksten Alben der Serie. Gleichzeitig ist der Band ein deutliches Zeichen dafür, dass die Ära von Jacques Martins Version vorbei ist. Nach verschiedenen Versuchen, die Serie in eine modernere Zeit zu katapultieren und sie so dem vermeintlichen Mief der 1950er-Jahre zu entreißen, zeigt „Schwarze Weihnachten“ eindrucksvoll, dass es auch anders geht. Denn das 2009 veröffentlichte Album ist in der Tat etwas besonders. In ihm taucht L. Frank am 22. Dezember 1955 in Soumont-en-Gohelle auf, um Bergleute zu retten, die bei einem Brand in mehr als neunhundert Metern Tiefe verschüttet worden waren. Dank seines Patensohns, der ihm 1956 von der Tragödie des Bergwerks Bois du Cazier erzählte, besuchte der Szenarist Michel Jacquemart zusammen mit dem Zeichner Régric die Gedenkstätte Bois du Cazier im belgischen Marcinelle, wo 262 Bergleute am 8. August 1956 starben. Später erinnert sich Jacquemart an seine Studie aus den 1990er-Jahren, für die er Forschungen über die Gesundheit der Bergleute im 19. Jahrhundert durchgeführt hatte. Der medizinische Leiter des Gesundheitswesens hatte ihm geraten, „Germinal“ von Émile Zola zu lesen. Diese Arbeit half ihm sehr, ein Skript zu verfassen, das ein menschliches Drama hinter verschlossenen Türen aus psychologischer und emotionaler Sicht inszeniert.
Auch das darauf folgende Album „Die Bestrafung“ vom Duo Drèze/Taymans würde ich empfehlen. Denn die Grundidee ist sehr gelungen: Denn eine bedrohliche amerikanische Sekte ist in unseren Tagen doch um einiges realistischer, als Diktatoren oder größenwahnsinnige Milliardäre, die den Planeten in die Luft jagen wollen. Hier wurde das Grundthema der Serie, die großen Probleme, mit denen die Menschheit konfrontiert ist, hervorragend und spannend herausgearbeitet.
Die Integral-Bände von Kult Comics fassen jeweils drei albenlange Geschichten zusammen. Dazu kommt in der Regel noch ein siebenseitiges Vorwort mit spannenden Details zur Serie und ihren Machern von Comicexperte Volker Hamann. Hier kommen auch seltene Einzelzeichnungen und andere Bilder zum Abdruck.



Fazit:
Der siebte Integralband gehört für mich zu den stärksten der Reihe. Hier haben Nostalgiker keinen Platz. Spannende Geschichten, komplex aufgearbeitet. Nachdem im vorherigen Band die ersten Gehversuche ohne Martin abgedruckt wurden, zeugt dieser Band von der Experimentierfreudigkeit bei Casterman. Für alle Fans franko-belgischer Comics uneingeschränkt zu empfehlen.



L. Frank – Integral 7 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

L. Frank – Integral 7

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Kult Comics

Preis:
€ 30

ISBN 13:
978-3-96430-080-5

152 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Aufmachung
  • Entwicklung der Serie im Vergleich
  • Ein Klassiker wieder zu haben
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 20.10.2020
Kategorie: Alben
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