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Comic-Besprechung - Unterwegs – Gesamtausgabe Band 6

Geschichten:
Turkmenistan und weiter
Gefangene in Usbekistan
The Lady of Shalott
Text und Zeichnungen: Daniel Ceppi


Story:
Die beiden Bände „Turkmenistan und weiter“ und „Gefangene in Usbekistan“ bilden eine Geschichte. In ihr treffen wir auf Stephan Clément, der es zu Hause nicht mehr aushält. Das Fernweh, fremde Länder, und vor allem fremde Menschen kennen zu lernen, steckt tief in ihm drin. Mittels seines bekannten Teri, der für eine NGO in den ehemaligen fernöstlichen Republiken der Sowjetunion humanitäre Hilfe organisiert, bekommt er die Chance, diese entlegenen teile der Erde zu erkunden. Er hätte diese reise vielleicht nicht unternommen, wenn er zwei Dinge gewusst hätte: Erstens, dass Teri Opfer einer Intrige werden soll und zweitens, dass sein Bekannter ganz andere Ziele verfolgt, als gebrauchte Kühlschränke zu verteilen.
„The Lady of Shalott“ ist eine klassische Kriminalgeschichte, in der ein Mörder in Genf sein Unwesen treibt. Dabei arrangiert er seine Opfer später so, wie in bekannten Kunstwerken. Über seine Freundin, Cynthia, die Kunstexpertin, die von einem bekannten hinzugezogen wird, gerät auch Stephan mit in den Strudel. Ceppi kreiert mit „The Lady of Shalott“ eine gelungenes Crossover mit seiner Serie „Causa Helvetica“.



Meinung:
Wir haben in weiten Teilen das richtige Unterwegs sein verlernt. Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell von A nach B zu kommen, sich in einem abgeschotteten Ferienpark die heiße Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen, nach zwei Wochen wieder nach Hause zu fliegen und den Armen daheim gebliebenen vorzuschwärmen, dass es in der Fremde ja so schön sauber war. Unterwegs sein bedeutet sich zeit lassen, ein Land zu bereisen, mit den Menschen dort sprechen und das neue in sich aufzunehmen.
Genau auf diese Weise reist Stephan Clément in „Unterwegs“. Für mich sind die Handlung der einzelnen Bände gar nicht so wichtig. Bei Ceppi geht es vor allem darum, dass der Zeichner die Erfahrungen aus seinen eigenen Reisen verarbeitet. Dass, was Ceppi zeichnet, hat er in der Regel auch mit eigenen Augen gesehen. Dabei geht es mir weniger um die bis ins letzte Detail korrekte Wiedergabe von Gebäuden, das auch ja, aber hauptsächlich merkt man seinen Comics an, das Ceppi mit Menschen gesprochen hat, Luft eingeatmet hat, Gerüche wahrgenommen hat. „Unterwegs“ ist atmosphärisch eine so dichte Geschichte, dass ich als Leser oftmals das gefühl habe, ich wäre tatsächlich vor Ort. Und genau darin liegt der große Gewinn dieser Serie. Länder und Menschen entdecken. Ceppi bringt sie uns nahe.
Die Umsetzung seiner Geschichten erfolgt in dem ihm ganz eigenen Stil. Vor vielen Jahren gehörte Ceppi noch zu den jungen wilden seiner Zeichnergeneration. Sein realistischer Stil hat sich mittlerweile etabliert und ist wegweisend für viele nach ihm kommende Comiczeichner geworden. Seine Detailverliebtheit lässt jedes Panel zu einem kleinen Kunstwerk werden. 
Fast fünf Jahre, nachdem Stephan seine Reisen in Zentralasien beendet hat, liefert Ceppi mit „The Lady of Shalott“ das abschließende Album der Serie. Oder, wie es in dem kleinen Nachwort heißt: „Die Reise ist zu Ende. Stephan Clément ist dahin zurück gekehrt, von wo er Jahrzehnte zuvor fliehen musste“. Er ist wieder in Genf. Für diesen nach den Regeln der Kunst konzipierten Thriller hat der Drehbuchautor geschickt die jeweiligen Geschichten seiner Helden aus seinen beiden Hauptserien herangezogen – ein klassischer Crossover. Herausgekommen ist eine typische Handlung, die es in ihrer Absurdität und Brutalität mit den besten skandinavischen Thrillern aufnehmen könnte. 
Die Verbindung zwischen Stephan und der Schweizer Elite-Bundespolizei ist auf den ersten Blick etwas überraschend. Doch diese ungewöhnliche Assoziation funktioniert am Ende recht gut, auch wenn die Vervielfachung der Protagonisten – schließlich haben wir es jetzt mit allen Helden aus zwei komplexen Serien zu tun – die Lektüre manchmal etwas verwirrend macht. Ceppi zieht es vor, im Verborgenen seine Ermittler arbeiten zu lassen, sodass viel dem Leser überlassen bleibt, die Lücken zu füllen und die verschiedenen Spuren zu verbinden. Das erfordert viel Aufmerksamkeit (oder mehrere Lesungen), um alles zu verstehen und gerecht folgen zu können.
Mit besonderer Sorgfalt hat Ceppi den Schauplatz dieses Abenteuers beschrieben: sein Genf und vor allem sein Stadtviertel Plainpalais. Die Straßen, die Fassaden, die unzähligen Bistros und ganz allgemein seine Atmosphäre werden mit großer Präzision und Detailgenauigkeit wiedergegeben. Der Zeichner liebt diese Orte, das spürt man. Auffällig sind aber die Gesichter, die er zeichnet. Unattraktiv, wie mit einem Messer geschnitten. 



Fazit:
„Unterwegs“ ist eine Serie für Liebhaber intelligenter und kurzweiliger Unterhaltung. Ceppi erzählt fesselnd und lässt uns fremde Länder entdecken. Er hat eine Art Comicreportage geliefert, die an einigen Stellen mit Fiktion untermalt wird. Jetzt schon ein Klassiker.



Unterwegs – Gesamtausgabe Band 6 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Unterwegs – Gesamtausgabe Band 6

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
comicplus+

Preis:
€ 39

ISBN 13:
978-3-89474-314-7

184 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Authentische Erzählung
  • Tolle Aufmachung
  • Detailreiche Zeichnungen
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 04.08.2020
Kategorie: Alben
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