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Comic-Besprechung - Schlangengott 1: Odins Tränen

Geschichten:
Schlangengott 1: Odins Tränen
Autor: Jérome Le Gris, Zeichner: Benoit Dellac, Colorist: Sébastien Bouet


Story:
An der Südküste Islands ist ein Drachenschiff aufgelaufen. Ulf Keludar und sein Sohn wollen das Schiff plündern, entdecken aber in dem Wrack einen gefesselten Mann. Dieser Krieger trägt ein Mal welches ihn als Tierkrieger, einen Berserker, ausweist. Trotz vieler Bedenken wird der Krieger Odins von Ulf und seinem Clan gepflegt. Als eines Nachts eine verfeindete Sippe angreift und der Berserker sich in den Kampf einmischt, droht ein neuer Krieg auszubrechen.


Meinung:
Wer sich für historisch angehauchte Stoffe allgemein und für Geschichten mit Wikingern im speziellen interessiert, der hat nun schon den Auftakt der neuen Serie Schlangengott in die Hand genommen. Man schlägt den Band auf und schon die erste Seite  weiß zu beeindrucken. Man hält ein und betrachtet sie länger. Später erkennt man, dass sie auch schon die Stimmung hervorragend widergibt.

Man sieht als Szenerie eine sturmdurchtoste Nacht. Es ist schwarz, windig und man spürt die Kälte und Unfreundlichkeit nahezu in seinen eigenen Knochen. Ein Drachenschiff ist an einer unwirtlichen Küste aufgelaufen. Die Szenerie ist bedrückend und als einziger kleiner Hoffnungsschimmer sieht man eine Figur auf den Klippen stehen die wohl auf das Schiff hinunterblickt, auf das Schicksal der Menschen an Bord, und man vermutet das bald Rettung naht. Auf einer symbolischen Ebene greift das auch schon den Inhalt vorweg, da die Menschen in ihrer Not hoffen dass die Götter auf sie sehen und ihnen Rettung verspricht. Doch zunächst gibt die Zeichnung in ihrem düsteren, destruktiven Ton der doch voller melancholischer Schönheit ist, den Tenor vor. So wie hier bleibt es. Kaum einmal wird es hell. Selbst die Szenen welche am Tage spielen sind von der Kolorierung her sehr fahl und bleich, was der ganzen Geschichte eine permanente Atmosphäre von Endzeit verleiht. Oder besser, um im historischen Setting zu bleiben: Ragnarök. Auch die Actionszenen und Schlachtgemälde sind beeindruckend geraten und sehr dynamisch in Szene gesetzt. Wobei sie manchmal etwas unübersichtlich geraten und manche Panels etwas klein geraten sind. Dafür gelingt es gut, Rückblenden jeweils auf einer Doppelseite unterzubringen, wobei die kreisförmig angeordneten Panels den Charakter umrahmen und somit auch sein Gefangensein in der Vergangenheit illustrieren. Generell ist hier besonders die Farbgebung hervorzuheben.

Nur leider kann die Story dieses hohe zeichnerische Niveau nicht halten. Sie ist doch etwas arg flach. Teilweise ähnelt sie auch sehr einem Western. Ein verletzter Elitekrieger, ein Berserker, befand sich auf dem Drachenschiff und wird von einem Klan aufgenommen und gepflegt. Als ein Feindesklan angreift, unterstützt der Berserker seine Retter und provoziert damit einen neuen Krieg auf Island und trägt maßgeblich zu einer Eskalation bei. Wenn man nun einen Berserkerkrieger mit einem Revolverhelden austauscht, Island in den Wilden Westen verlegt und die Clans zwei rivalisierende Rancher sind, so ist die Handlung nahezu austauschbar. Nur ab und an blitzt die nordische Mythologie durch und was sie für die Handlung zu bedeuten hat. Einen Innovationspreis wird die Handlung nicht gewinnen, was aber verschmerzbar ist.

Viel schwerer wiegt da allerdings die Tatsache, dass die Charaktere meist nur Schablonen sind und deren einzige Motivation jeweils das Bedürfnis nach Rache ist. Das scheint alles zu sein was sie antreibt. Vor allem eine Hauptperson bleibt ziemlich undurchsichtig und so sind deren Handlungen, immerhin zentral für die ganze Geschichte, nicht sonderlich nachvollziehbar. Aber die Action, das Setting und die gelungenen Zeichnungen machen den Band zu einer äußerst soliden Unterhaltung. Mehr nicht, aber das ist doch auch schon was.


Fazit:
Die Zeichnungen und die Farbgebung wissen zu beeindrucken und zu gefallen. Leider kann die flache Story das Niveau nicht halten. Grundsolide Unterhaltung wird dennoch geboten.

Schlangengott 1: Odins Tränen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Schlangengott 1: Odins Tränen

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Splitter

Preis:
€ 16

ISBN 10:
3962194096

ISBN 13:
978-3962194093

48 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Farbgebung und Zeichnungen
  • Atmosphäre und Setting
  • dramatische Action
Negativ aufgefallen
  • flache Story
  • unausgereifte Charaktere
  • teils unglaubwürdige Handlungen
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Rezension vom: 07.05.2020
Kategorie: Alben
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