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Comic-Besprechung - Bouncer 11

Geschichten:
Der Drachenrücken
Text und Zeichnungen: Francois Boucq
Farben: Aleandre und Francois Boucq


Story:
Bouncer ist immer noch auf der Spur von Panchita und damit auf der Suche nach El Cuchillo. Mittlerweile hat er erfahren, dass es um den Schatz von Mexikos altem Präsidenten Maximilian geht. Die Landkarte, auf der die Lage des Schatzes markiert ist, ist auf Panchitas Kopfhaut eintätowiert. Die Verfolgungsjagd führ Bouncer durch Schluchten und erbarmungslose Wüsten. Am Ziel angelangt findet sich Bouncer und auch seine Gegner brutalen Amazonen gegenüber. Aber zum Glück ist ihnen Bouncers Freundin Yin Li mit den Bestattern von Barro City gefolgt. Es kommt zum großen Showdown.



Meinung:
Mit „Der Drachenrücken“ liegt bereits der zweite Band vor, bei dem Boucq sowohl für die Zeichnungen als auch fürs Szenario verantwortlich ist. Mit dem vorliegenden Band hat er damit auch gleichzeitig seine erste doppelbändige Geschichte abgeschlossen.
Im Gegensatz zum ersten Band hat Boucq hier noch ein paar Schippen draufgelegt. Man merkt dem Comic beim Lesen an, dass sich der Franzose wohler in seiner Haut fühlt. Die Dialoge wirken insgesamt flüssiger und die Spannung des Plots ist besser aufgebaut.
Das Boucq ein grandioser Zeichner ist eine Binsenweisheit. In seinem neuesten Band kann er endlich seine Fähigkeiten wieder voll ausspielen. Alejandro Jodorowsky hatte ihm die Szenarien geschrieben, die sein Pinselstrich mag: weiten und großräumige Landschaften. Im ersten Band, bei dem Boucq das Szenario lieferte, hatte er sich ein wenig im Plot verloren und zu wenig auf die Bildsprache seiner Geschichte geachtet. In „Der Drachenrücken“ geht sein Plot wieder mehr auf seine zeichnerischen Qualitäten ein. Da haben wir einerseits die Szenen in den Schluchten. Wechselnde Perspektiven und viele schwarze Flächen unterstützen die bedrohliche Enge des Szenarios. Auch bei den Wüstendarstellungen kann der französische Zeichner aus dem vollen schöpfen. Die Weite, die Gleichförmigkeit, die Menschenfeindlichkeit: all das kann Boucq in nur wenigen Strichen einfangen.
Im ersten Band ist mir – nicht einmal unangenehm – die Reduzierung der Brutalität aufgefallen. Da wo Jodorowsky Folter, Vergewaltigung und Gemetzel im Detail zeigen lässt, begnügte sich Boucq mit Andeutungen. Im jetzt vorliegenden zweiten Teil seiner Geschichtenimmt er den Faden des vorherigen Autors wieder auf. Das abartige Begattungsritual der Amazon und die Zerstückelung ihrer Gegner sind nur zwei Aspekte einer langen Kette. Okay, man kann gerne darüber diskutieren, ob gerade diese Einlage aus purem Voyeurismus eingebaut wurde, oder ob sie tatsächlich dem Fortgang der Geschichte dient. In jedem Fall ist es ein überraschender Einfall, der in einem Westerncomic mehr als ein bisschen abgedreht ist.
So wurde beispielsweise auch der Verbrecher El Cuchillo im vorherigen Band immer als abnormal Grausam geschildert, ohne dass der Leser die Möglichkeit hatte, dies wirklich zu überprüfen. Nur so viel sei verraten: im zweiten Teil versteht der Leser, warum er als äußerst brutal bezeichnet wird.
Was Boucq aber nicht ablegen konnte ist seine Geschwätzigkeit. Nach wie vor fehlt seinen Bänden die stille Erzählweise eines Jodorowsky. Möglicherweise ist sein Plot zu komplex oder er traut es dem Leser nicht zu, Zusammenhänge ohne Erläuterungen zu erkennen. Vor allem aber in den Wüstenszenen könnte auf manchen Dialog verzichtet werden, um einfach die großartige Bildsprache noch ungestörter genießen zu können.



Fazit:
Boucq findet sich immer besser hinein in das Bouncer-Universum. Die Geschichte ist kurzweilig und die Bilder sehr genial. Ein bisschen weniger Dialoge und ich würde sogar wieder von der Auferstehung des Italo-Western-Comic sprechen. Alles in allem rund eine Stunde unterhaltende Lesezeit. Als musikalische Untermalung hatte ich Terry Callier „The New Folk Sound of Terry Callier“ - passt.



Bouncer 11 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Bouncer 11

Autor der Besprechung:
Bernd Hinrichs

Verlag:
Schreiber und Leser

Preis:
€ 19,80

ISBN 13:
978-3-96582-005-0

80 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Abschluss der ersten Geschichte von Boucq
  • Artwork
  • Spannender Plot
Negativ aufgefallen
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Bewertung:
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Rezension vom: 07.03.2020
Kategorie: Alben
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