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Comic-Besprechung - Punisher 1: Operation Condor

Geschichten:
Punisher 1: Operation Condor (The Punisher 1-6)
Autor: Becky Cloonan, Zeichner / Inker: Steve Dillon, Colorist: Lee Duhig, Frank Martin


Story:
Als der Punisher ein Lagerhaus angreift, in dem eine neue Bande von Drogendealern ihr Geschäft abwickelt, sticht er in zweierlei Hinsicht in ein Wespennest. Nicht nur macht er eine lang laufende Ermittlung von der DEA zunichte, sondern er muss erkennen, dass sich hinter der Bande eine paramilitärische Gruppe verbirgt deren Drogen ihren Nutzern eine Unempfindlichkeit gegen Schmerzen verleiht. Zudem steckt ein alter Bekannter von Frank mit drin.


Meinung:
Mit diesem Paperback bekommt der Punisher eine neue eigene Serie, die offensichtlich nach den Ereignissen um den Secret War spielt. Aufgrund der Vernichtung des Multiversums von Marvel wurden zahlreiche Serien neu gestartet und so bekommt auch der Punisher nach diversen Team-Up Ausflügen wie etwa bei den Thunderbolts nun wieder seine eigene Serie.

Das freut natürlich den Fan, macht aber gleichzeitig sehr traurig, da es auch den Abschied vom Zeichner Steve Dillon bedeutet der Ende 2016 an einem Blinddarmdurchbruch verstarb. Steve Dillon, der schon lange durch seine Zeichenkunst an Hellblazer, Preacher und eben den Punisher in den Comicolymp eingekehrt ist, war ein Meister der wortlosen Erzählkunst. Auch wenn seine gezeichneten Köpfe sich oft ähnlich sehen, war er ein Meister der kleinen Gesten. Hier ein leichtes Lächeln, dort eine hochgezogene Augenbraue, reichten ihm oft und dem verständnisvollen Autor, um die Emotionen der Figuren aufzuzeigen und man konnte auf einen Off-Kommentar der ausführlich die psychologische und emotionale Situation schilderte, verzichten. Auch der Panelaufbau sorgte immer wieder für Spannung und er konnte in einem wahren Splashpanel immer einen Gag als Höhepunkt einbringen. Natürlich braucht man da Autoren die seine Stärken zu nutzen wissen. Der langjährige Kompagnon Garth Ennis war mit Dillon natürlich ein Dreamteam, aber auch Becky Cloonan nutzt die Stärken und die Erfahrung von Dillon voll aus und lässt ihn weite Strecken der neuen Punisher-Serie gestalten und gibt ihm Raum für seinen Stil. Das ist ein wahrer Genuss und lässt noch einmal schmerzlich klar werden, was für ein großer Zeichner von uns gegangen ist.

Dabei überrascht hier auch die Autorin Becky Cloonan die bislang eher im Independentbereich von sich reden machte und gerne sozialkritische Töne anschlug. Ist sie damit die richtige für den Punisher? Gut, man kann natürlich bei diesem Anti-Helden viel Sozialkritik unterbringen, was auch Ennis teilweise getan hat, aber wer, chauvinistisch angehaucht, dachte, dass eine Frau nicht den Punisher schreiben könne, der sieht sich hier gewaltig getäuscht. Nicht nur ist der aktuelle Punisher hart geworden, sondern durchaus brutal. Ja, manche Elemente gehen sogar in den Bereich des Splatter und das hätte man so nicht erwartet, sondern mehr zu den Zeiten von Marvel Max. Das Fehlen von jedem Humor verschärft noch die düstere Geschichte. Wobei diese hier noch gar nicht abgeschlossen wird, sondern weiterlaufen wird. Dabei wird die Geschichte von Frank Castle sachte modernisiert, indem er zwar immer noch ein Veteran ist, aber nicht mehr aus dem Vietnamkrieg, sondern aus den zeitgenössischen Konflikten wie im Irak und in Afghanistan. Das macht durchaus Sinn, denn in einer solch realistischen angelegten Serie wäre es unlogisch, wenn Frank Castle als Vietnamveteran weitermacht, da er dann mittlerweile an die 70 Jahre alt sein müsste. Das würde ihm keiner abkaufen. Und die Geschichte an sich ist durchaus spannend, da sich hier nicht eine absurde Situation auf die andere häuft, sondern es Hintergründe aufzudecken gilt, die auch dem Leser am Ende noch nicht klar sind. Kurzum: hier liegt ein starker Auftakt vor, der die Messlatte für die künftigen Bände schon ordentlich hoch legt.


Fazit:
Ein starker Neustart der Serie der jetzt schon die Meßlatte sehr hoch legt. Spannend, dramatisch und brutal steuert die Reihe wieder auf einen neuen Höhepunkt zu. Steve Dillon hat mit einem seiner letzten Werke ein Kleinod geschaffen.


Punisher 1: Operation Condor - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Punisher 1: Operation Condor

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,99

ISBN 10:
3741601659

ISBN 13:
978-3741601651

136 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Zeichnungen und Panelmontage
  • spannend und brutal
  • symbolische Sozialkritik
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(3 Stimmen)
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Rezension vom: 05.06.2017
Kategorie: Punisher
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