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Comic-Besprechung - Providence 2

Geschichten:
Providence 2 (Providence 5-8)
Autor: Alan Moore, Zeichner: Jacen Burrows, Colorist: Juan Rodriguez



Story:
Der Journalist Robert Black ist weiter auf seiner Reise, um mehr über Geheimgesellschaften zu entdecken. Doch er erfährt mehr als ihm lieb ist. Nicht nur lernt er einen gefeierten Autor kennen und absolviert eine faszinierende Reise in die Traumwelt, sondern muss auch erkennen dass die erschreckenden Geschöpfe eines Malers nicht nur seiner Fantasie entspringen und das die Gesetz der Zeit und des Raums aufgehoben werden können.


Meinung:
Die noch recht neue Serie Providence ist nicht die erste Verbeugung von Alan Moore gegenüber dem Kosmos von H. P. Lovecraft. So wurde schon Neonomicon, in Ableitung vom Necronomicon geschaffen, und Erzählungen vom Friedhof geschrieben. Auch in anderen Erzählungen wie etwa in Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen gab es immer wieder dezente Hinweise. Es dürfte Moore gefallen, dass Lovecraft noch zu Lebzeiten darauf bestand, dass sein Universum des Grauens offen bleibt und von anderen Autoren fortgeschrieben und erweitert werden sollte. Einem Autor wie Alan Moore, der gerne Zitate, Anspielungen und Referenzen einbaut, kommt das natürlich entgegen. Im Grunde ist Alan Moore der größte postmoderne Autor der Comicwelt. Was natürlich auch dazu führen kann, dass einige Leser mit seinen Schöpfungen nichts anfangen können, da sie die vielen Referenzen nicht verstehen und so ein Großteil der Wirkung verloren geht. Aber auch so kann es ab und an anstrengend werden, da oftmals die Metaebenen wichtiger werden als die eigentliche Erzählung.

So ist es hier. Der erste Teil hatte noch deutliche Anspielungen und die Handlung wurde initiiert. Und auch wenn keine Action in dem eigentlichen Sinne vorkam, so herrschte doch ein gewisses Tempo vor. Hier wird das abgelöst von vielen sehr langsamen Dialogszenen. Diese schaffen eine Metaebene welche verschachtelter wird und deutlich macht, dass Moore hinter die Dinge sehen will und von Andeutungen lebt. So lässt er hier den Autor Lovecraft selber auftreten und schafft eine mehr als deutliche Verbindung von Autor und Werk.

Es wird hier also noch komplexer als im ersten Band, da die Anspielungen manchmal dezenter sind und die verschiedenen Erzählebenen Metaebenen schaffen, welche den Lovecraftkenner entzücken dürften, aber andere überfordern. Und auch wenn handfester Horror hier vergeblich zu suchen ist, so wird doch ein permanentes Gefühl des Unbehagens geschaffen und man wartet hinter jeder Ecke das Grauen zu sehen und das Etwas aus dem Schatten bricht. Meistens wird das nicht erfüllt, aber diese Grundspannung wird beibehalten. Und vor allem eine Szene bereitet Unbehagen beim Betrachten und rechtfertigt die Altersfreigabe ab 18 Jahren. Um es vorsichtig zu sagen: die Szene ist sehr grenzwertig.

Jedenfalls sind die Zitate nicht mehr eindeutig und der viele Dialog macht die Lektüre auch etwas anstrengend. Die rigide Panelanordnung macht das ganze zusätzlich noch etwas statisch, was aber andererseits den Blick auf die Details lenkt und so die Spannung steigern kann, da immer wieder kleine Dinge versteckt sind, die das Grauen vorbereiten und unbewusst wirken. Vor allem das Kapitel im Traumland birst förmlich über vor zeichnerischen Einfällen und hier kann man sich mal austoben. Aber wer gegenüber dem ersten Teil eine Steigerung der Effekte erwartet hatte wird hier enttäuscht werden. Denn anstelle einer Steigerung werden diese sogar eher noch zurückgefahren und der Horror ist noch psychologischer als vorher.


Fazit:
Statt einer Steigerung wird der offensichtliche Horror etwas zurückgefahren und die Metaebenen komplexer. Das ist faszinierend und anstrengend zugleich und dürfte vor allem Fans von Moore und Lovecraft erfreuen.


Providence 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Providence 2

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,99

ISBN 10:
3957987199

ISBN 13:
978-3957987198

180 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Atmosphäre und Setting
  • Spannung
  • Gefühl des Unbehagens
  • Metaebene
Negativ aufgefallen
  • Anspielungen und Referenzen ersticken die Handlung
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Rezension vom: 27.10.2016
Kategorie: Hefte
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