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Comic-Besprechung - Raus Rein: Texte und Comics zur Geschichte der ehemaligen Kolonialschule in Witzenhausen

Geschichten:
Raus Rein:
Autor: Hendrik Dorgathen, Marion Hulverscheidt, Christan Hülsebusch, Stephanie Tehnle, Laila-Marie Busse, Marion Hulverscheidt, Johann Wurz, Elena Seubert, Julian Rösner, Karoline Godglück, Christan Hülsebusch, Caroline Weyh, Carmen José, Carina Riemenschneider, David Weiss
Zeichner: Hendrik Dorgathen, Florian Biermeier, Anne Zimmermann, Sebastian Gneiting, Florian Biermeier, Anton Kannemeye, Elena Seubert, Adrian Richter, Janina Hildebrandt, Greta Sedlmayer, Carmen José, Carina Riemenschneider, David Weiss

Story:

Der Kolonialismus ist in der deutschen Geschichte eher eine Randnotiz. Etwas, dass nur für kurze Zeit in Deutschland existierte. Dabei hat der Kolonialismus seine Spuren in der Deutschen Geschichte hinterlassen. Und zwar deutliche.



Meinung:

So gab es von 1898 bis 1944 in Witzenhausen eine Kolonialschule. An dieser wurde Landwirtschaft, Handel und Gewerbe gelehrt. Und so auch gleichzeitig junge und hoffnungsvolle Kolonialisten ausgebildet. Das Gebäude, in dem die Schule existierte, ist auch heute noch vorhanden. Und Teil einer anderen Bildungseinrichtung geworden. Nämlich für die landwirtschaftliche Fakultät der Universität Kassel. Und an dieser Universität wurde ein interdisziplinäres Projekt angestoßen, an dem sich Studen*innen der Geschichtswissenschaft, der Agrarwissenschaft und der Künste zusammengesetzt haben, um innerhalb von zwei Semestern die Geschichte der Kolonialschule aufzuarbeiten.

Das Ergebnis wurde jetzt im avant-Verlag herausgebracht. Und damit ist auch klar, dass man es hier mit einem Comic zu tun hat. Allerdings kein reiner Comic. Neben Bildgeschichten gibt es auch textuelle Beiträge, die sich mit der Vergangenheit beschäftigen. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreicher Band, der auch indirekt zeigt, wie viel Gestaltungsmöglichkeiten die Welt der bunten Bilder offeriert.

Der Einstieg lässt sich Zeit. Es kommen Student*innen zur Rede, Fachkräfte und Professoren. Eine Zeitlinie, in der wichtigen historischen Ereignisse die dargestellten Geschehnisse, die direkt und indirekt mit der Kolonialschule zu tun haben, gegenübergestellt werden, bildet dann den Einstieg in den eigentlichen Inhalt. Doch ist dieser langsame Beginn keinesfalls langweilig, sondern höchst interessant, weil man wirklich ein gutes Gefühl dafür kriegt, wie sich dieses Projekt auf die Gemüter ausgewirkt hat.

Und was dann kommt, sind wirklich hochinteressante Texte. Da wird zum einen kurz darüber diskutiert, ob Mecki ein Nazi war (Er nicht, aber sein Schöpfer) oder es werden einfach nur Bücher aus der Kolonialen Zeit abgedruckt, die sich mit Afrika beschäftigen.

Doch das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf den Comics. Und die sind nicht minder grandios. Gleich der erste Comic ist ein Schlag in die Magengrube, weil hier eine Geschichte von den südafrikanischem Künstler Anton Kannenmeyer abgedruckt wird. Dieser pflegt den Stil der "Ligne Claire" und parodiert damit quasi das Werk von Hergè, dessen Geschichten teilweise auch ziemlich rassistisch waren.

"Papa und die Schwarzen Hände" handelt von einem Jäger, der Neger jagt und deren Hände abschneidet und mitnimmt. In dieser Geschichte wird deutlich, dass Ureinwohner damals nichts Besseres waren, als bloßes Viech. Der Charakter ist nicht etwa entsetzt oder traurig, dass er die Schwarzen abgeschossen hat, sondern eher angenehm überrascht. Damit ist dies keine Geschichte, die man so schnell vergessen kann.

Ein weiteres Highlight ist Hendrick Dorgathens "Drei Schädel in Witzenhausen". Diese Erzählung ist kein Schlag in die Magengrube, sondern höchst informativ. Anhand dieser Geschichte erfährt man in einem Zug etwas über den Gründer und die damals vorherrschenden Ansichten. Es ist keine schöne Erzählung. Im Gegenteil: Es wird deutlich gemacht, wie radikal anders die damaligen Ansichten waren. Wo Ureinwohner über den Tisch gezogen wurden und man ohne Respekt vor den menschlichen Überresten mit eben diesen umgeht.

Es ist eine sehr interessante und informative Sammlung an Geschichten und Texten. Und deshalb ist der Band ein "Klassiker" und ein "Splashhit".



Fazit:

Wer sich "Raus Rein" besorgt, der erhält ein grandioses Buch mit vielen informativen Texten und Geschichten. Unbedingt kaufen!



Raus Rein: Texte und Comics zur Geschichte der ehemaligen Kolonialschule in Witzenhausen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Raus Rein: Texte und Comics zur Geschichte der ehemaligen Kolonialschule in Witzenhausen

Autor der Besprechung:
Götz Piesbergen

Verlag:
Avant Verlag

Preis:
€ 24,95

ISBN 13:
978-3-945034-50-7

178 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Viele interessante Texte
  • Informativ
  • Vielfältige Comics
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 14.10.2016
Kategorie: One Shots
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