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Comic-Besprechung - MPH 1: Schnelle Pillen

Geschichten:
MPH 1: Schnelle Pillen (MPH 1-5)
Autor: Mark Millar, Zeichner: Duncan Fegredo, Colorist: Peter Doherty, Mike Spicer


Story:
Roscoe ist ein Kleinkrimineller, der von seinem Boss gelinkt worden ist und nun im Gefängnis seine Strafe absitzt. Eines Tages bietet ihm sein Zellengenosse eine neue Droge zum Ausprobieren an: MPH. Doch diese hat eine unerwartete Nebenwirkung: sie macht Roscoe enorm schnell. Als er die neugewonnene Fähigkeit zur Flucht nutzt, entscheidet er sich, mitsamt seinen Freunden, sich an der Gesellschaft zu rächen.


Meinung:
Der erste Band von MPH, wobei die titelgebende Abkürzung für Miles per Hour steht, wenn man es auf Deutsch übersetzt, also Km/h, Kilometer pro Stunde, beinhaltet schon die komplette Miniserie. Man sollte sich also nicht irritieren lassen, dass hier die Nummer Eins vergeben worden ist. Es kann noch angezweifelt werden, dass die Geschichte weiter ausgeführt wird. Jedenfalls ist auch die Story an sich in sich rund und abgeschlossen.

Und der Name ist Programm, denn hier dreht sich alles um Schnelligkeit. Eine neue Droge auf dem Markt, wobei unklar bleibt woher und von wem die Pillen stammen, verleiht einem Strafgefangenen ein hohes Tempo. Schnell erkennt er die Möglichkeiten und teilt sich die Pillen mit seiner Freundin, deren jüngerem Bruder und seinem besten Kumpel. Doch der Vorrat ist begrenzt und was fängt man nun einer Super-Schnelligkeit an? Der schottische Superstar Mark Millar hatte schon mal Flash geschrieben, ist also vertraut mit Speedstern. Angesichts dessen mag man erst Zweifel entwickeln. Denn was könnte Millar erzählen, was er nicht schon bei Flash hätte tun können? Nun ist der Autor ja auch bekannt dafür, die Helden zu dekonstruieren. Als ob er von seinen Ausflügen in den Superheldenmainstream immer noch etwas Erholung braucht und die Helden in die Pfanne haut oder zumindest dahin, wo es weh tut. In MPH kommt einmal nicht die erwartete Dekonstruktion eines Helden, wie es Millar oft so gerne tut. So war Nemesis ein spiegelbildlicher Batman. Aber hier geht es nicht um einen umgekehrten Flash, den er ja schon in seiner eigenen Serie hat, sondern Millar untersucht wie man mit den gewonnenen Fähigkeiten umgeht.

Es gehört zu den Merkmalen und Qualitätsaspekten, das sich Millar in seinen eigenen Serien abseits eines Franchises auch der Aspekte annimmt, welche oft bei den Strumpfhosenträgern vernachlässigt werden: die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Umstände. Wobei hier vor allem die Charaktere an sich die Handlung prägen. Sie handeln eben nach ihren Eigenschaften und Glaubenssystemen. Natürlich sind diese auch wieder von der Herkunft der Figuren, sprich: der sozialen Unterschicht geprägt. Da ist es kein Wunder das Millar als Schauplatz eine ehemalige Industriestadt der USA wählt, Detroit, die aufgrund der tiefgreifenden Umwälzung der Wirtschaft ihren Status verloren hat und von massiver Arbeitslosigkeit  geprägt ist. Die Geschichte ist dann konsequent aus Sicht der Underdogs geschrieben die in dieser desolaten Stadt keine Zukunft mehr sehen und wie dieses ihre Herkunft prägt. Und dementsprechend natürlich auch das Handeln. Dabei sind natürlich Einflüsse von Politik, sozialem Status und Background, Wirtschaft und psychologische Komponenten sehr wichtig und es gehört eben zu Millars großen Stärken, das er all diese Elemente mit einbaut und einem Thema wie es eigentlich zu den Superhelden gehört, einen großen Realismus verleiht. Da nutzt er auch keinen Superschurken oder einen anderen Helden als Kontrahenten, sondern den Staat an sich und wie er mit denjenigen umgeht die Superkräfte haben und die Missstände anprangern. Das macht den Band nicht nur interessant sondern auch sehr spannend. Eben auch weil auf die Action nicht verzichtet werden muss. Zudem ist diese temporeiche Story mit vielen sehr guten graphischen Ideen ausgestattet die man so noch nicht  gesehen hat. Selbst nicht bei dem Flash.

Millarfans werden eh zugreifen, aber auch für diejenigen die sich ansonsten nicht für Superhelden interessieren dürfte sich mehr als ein Blick lohnen.


Fazit:
Millar gelingt wieder ein kleines Meisterstück indem er Superfähigkeiten noch stärker als sonst in einen soziokulturellen und wirtschaftlichen Zusammenhang stellt. Fesselnd, spannend, temporeich und voller guter visueller Ideen.


MPH 1: Schnelle Pillen - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

MPH 1: Schnelle Pillen

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 16,99

ISBN 10:
3957987202

ISBN 13:
978-3957987204

136 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Konzept
  • soziokultureller und wirtschaftlicher Kontext
  • starke visuelle Ideen
  • überraschende Wendungen
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 09.07.2016
Kategorie: Alben
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