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Comic-Besprechung - Pitt Pistol Gesamtausgabe

Geschichten:
Pitt Pistol Gesamtausgabe
(Pitt Pistol - Der unglaubliche Korsar, Pitt Pistol -Korsar des Königs, Pitt Pistol und der Spion, Pitt Pistol in Amerika, Pitt Pistol und der verrückte Erfinder)

Autor: René Goscinny, Zeichner / Colorist: Albert Uderzo


Story:
Pitt Pistol ist ein junger Kellner der von Abenteuern auf See träumt. Eines Tages entschließt er sich einfach, mit seinen Freunden ein altes Schiff in Stand zu setzen und auf den Weltmeeren Aufgaben im Dienste des Königs zu erfüllen. Dabei bekommt es die tollpatschige Crew nicht nur mit Piraten und der stürmischen See zu tun, sondern auch mit afrikanischen Stämmen und Indianern.


Meinung:
Die Serie Pitt Pistol dürfte nicht vielen bekannt sein, obwohl sie in den letzten Jahren schon mal erschienen ist. Neben seinem Debüt in den Fix und Foxi-Heften zu Beginn der 1960er Jahre kam der junge Korsar erst in den Jahren  2005 und 2006 zu den Ehren der Veröffentlichungen von Alben und dann sogar schon 2008 zu einer Gesamtausgabe. Doch nun gibt es erneut eine Gesamtausgabe die sich von den Abenteuern und der Ausstattung her nicht sonderlich von der ersten unterscheidet. Einzig die Archivmaterialen und das Vorwort sind anders. Aber der Veröffentlichungstermin ist recht geschickt gewählt, da er zeitnah zu dem neuen Asterix stattfindet.

Doch was hat nun Asterix mit dem Korsaren Pitt Pistol zu tun? Ganz einfach: die geistigen Väter des kleinen Galliers, René Goscinny und Albert Uderzo hatten mit dieser Serie ihre erste eigene Reihe und konnten an ihr ihren unverwechselbaren Humor erproben und so ist es schon spannend zu beobachten wie sich nicht nur die Reife der Skripts, sondern auch stilistisch die Charaktere im Laufe der Zeit ändern. Wobei der realistisch gehaltene, weniger funnymäßige Strich, wie er im letzten Abenteuer vorkommt, doch zu bevorzugen ist. Jedenfalls findet man in dieser Serie, die in den frühen 1950ern konzipiert und umgesetzt worden ist, schon viele Elemente die man später in den Hauptserien von Goscinny und Uderzo finden konnte. Sowohl in Umpah-Pah und Lucky Luke aber auch in Asterix. Dabei überrascht es, das Pitt Pistol nicht den Stellenwert hat den er verdient. Man täte ihm unrecht ihn nur als Entwicklungsschritt der beiden Genies zu nehmen. Es wird also mit dieser Gesamtausgabe Zeit ihn aus dem Schatten seiner großen Brüder zu holen.

Dabei sind alle vorhandenen Abenteuer in dieser Gesamtausgabe enthalten und schon die erste Episode kann überzeugen. Man merkt ihr aber auch an, das Goscinny und Uderzo Fans von Slapstickfilmen waren, da hier weniger der Wortwitz, sondern sehr körperbetonte Gags stattfinden. Das Skript ist noch nicht sonderlich ausgereift, sondern zerfällt in seine Episoden, aber dennoch herrscht ein hohes Tempo vor und der Witz ist hervorragend und kann einige schöne Running Gags bieten. Hier ist es reizvoll das der recht realistische Stil so schön mit den Ereignissen kontrastiert. Viele haben vielleicht nicht recht auf dem Schirm, das Uderzo nicht nur den Funny-Stil beherrscht, sondern auch in Tanguy und Laverdure realistische Zeichnungen vollbrachte. Erst im Laufe dieser Serie ging er mehr und mehr zu Funny über.

Doch schon im zweiten Abenteuer findet man so zentrale Humoranteile wie auch später in Asterix und Lucky Luke. Der physische Humor wird zwar nie ganz aufgegeben (auch in Asterix nicht), aber hier kommen die Situationskomik, wunderbare Running Gags über alle Alben (die unterschiedlichen Farbbezeichnungen der Piraten; wie Pistol immer seinem König begegnet), Selbstironie (Goscinny selber spielt einen Charakter), der Wortwitz und vor allem die Satire. Das Abenteuer zum Kolonialismus ist schon recht weitsichtig, wobei man bei manchen Aspekten doch heutzutage etwas zurückhaltend reagiert. Vor allem wenn man bedenkt, dass beim Erscheinen des Abenteuers Belgien noch den Kongo als Kolonie besaß und dort schlimmste Verbrechen beging. Dennoch ist hier die Kritik sehr deutlich und gerade in dem Abenteuer in Amerika kommen einige schöne bissige Kommentare zum Justizsystem und dem Geschäftssinn vor. Hier ist auch der Wortwitz von allerhöchster Güte, wenn etwa die Indianer ihre Namen abwandeln.

Man ist versucht, den Band als historisch relevant abzuhaken, doch beim Lesen entpuppt sich die Zeitlosigkeit der Abenteuer, da die Träumerei nicht nur der Charaktere im Vordergrund steht und der Wille zum Abenteuer auch beim Leser erweckt wird. Vor allem ist es einfach amüsant und es gibt herausragende Gags und mit einigen Klischees wird wunderbar gespielt. Dabei wird auf Vereinfachungen verzichtet und Böse sind nicht einfach böse, sondern manchmal einfach mitleiderregend (wie etwa der arme Spion). Stereotypen werden hier nur als Gagvorlagen genutzt. So ist es schon erstaunlich, dass die Serie fast in Vergessenheit geraten ist. Das hat sie jedenfalls nicht verdient und dürfte auch mehr Lesern als den Asterix- und Lucky Luke-Fans zusagen. Zugreifen.

Fazit:
Stand Pitt Pistol bisher im großen Schatten seiner Nachfolger, so macht diese Gesamtausgabe deutlich wie zeitlos und witzig seine Abenteuer sind. Manches ist noch unausgereift, aber es wimmelt vor Gags, Action, guten Einfällen und bissiger Satire.

Pitt Pistol Gesamtausgabe - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Pitt Pistol Gesamtausgabe

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Egmont Comic Collection

Preis:
€ 25

ISBN 10:
3770438612

ISBN 13:
978-3770438617

232 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Witz
  • Tempo, Action
  • bissige Satire
  • schöne Running Gags
Negativ aufgefallen
  • abrupte Stilwechsel
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Rezension vom: 14.12.2015
Kategorie: Alben
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