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Comic-Besprechung - Weltraumkrümel

Geschichten:
Weltraumkrümel (Space Dumplins)
Autor / Zeichner: Craig Thompson, Colorist: Dave Stewart


Story:
Violet lebt mit ihren Eltern in etwas prekären Verhältnissen in einem galaktischen Trailerpark. Der Vater arbeitet für einen Energiekonzern und sammelt den biologischen Abfall von riesigen Weltraumwalen ein, deren Dung zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Ein gefährlicher Job, da die Wale gefräßig und aggressiv sind. Als eines Tages der Vater verschwindet, macht sich Violet auf die Suche nach ihm und erlebt ein galaktisches Abenteuer.


Dieser Comic wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet Meinung:
Craig Thompson ist den meisten Lesern und Leserinnen noch von seinen Meisterwerken Blankets und Habibi bekannt, welche schon kurz nach Erscheinen zu Klassikern geworden sind und auch dem breiten Publikum aufzeigten was Graphic Novels nicht nur inhaltlich sondern auch formal so alles vermögen. Insofern kann man Thompson vor allem hierzulande als einen Wegbereiter der breiteren Akzeptanz unseres geliebten Mediums bezeichnen. Andere folgende Titel von ihm sind ein bisschen untergegangen, so dass man der Meinung sein konnte, dass der vorliegende Weltraumkrümel erst der dritte Band von dem Amerikaner wäre. Das ist aber nicht richtig, denn es erschien auf Deutsch noch Tagebuch einer Reise und Mach`s gut, Chunky Rice.

Mit Weltraumkrümel liegt aber nun ein Buch vor, das ein bisschen überrascht. Nach den autobiographischen Blankets und Tagebuch einer Reise, dem Debüt Mach`s gut, Chunky Rice, welches eine Tierfabel ist, und dem umfangreichen Drama Habibi ist Weltraumkrümel das erste Buch von Thompson das auch Kindern gefallen könnte. Jedenfalls gelingt hier der Spagat sehr gut, da sowohl Erwachsene als auch jüngere Leser ihren Spaß haben können. Die junge Hauptfigur, sie ist etwa sieben Jahre alt, lädt zu einer Identifikation für junge LeserInnen ein, wozu auch die Action und manche Themen wie Freundschaft und Familie gehören welche hier aufgegriffen werden. Ohne jeden pädagogischen Zeigfinger behandelt Thompson aber auch noch so wichtige Aspekte wie Umweltzerstörung, Kapitalismus und soziale Ungleichheit. Wobei bei der Familie nicht die biologische Familie heiliggesprochen wird, wie sonst gerne in US-Medien, sondern auch die Wahlfamilie, denn die biologische ist hier oft dysfunktional. Das ist überraschend und zeigt ein gewisses Maß an Subversivität auf, welches durch sein kritisches Herangehen noch unterstützt wird. Da es ein waschechtes Science-Fiction-Abenteuer ist, wird es aller Demagogie enthoben und die kritischen Themen in eine actiongespickte Story eingebracht. Dabei sind sie so unmittelbar mit der Handlung verschmolzen, dass man kein Programm ausmachen kann. Kinder werden so behutsam an die geschilderten Aspekte herangeführt und Erwachsene fühlen sich nicht bevormundet. Was an sich schon ein sehr erstaunliches Resultat ist. Allerdings sind die sehr detaillierten Zeichnungen und die tausenden Anspielungen nur für Erwachsene verständlich. Und auch das nur, wenn sie sich in der derzeitigen Pop-Kultur auskennen. Auf jeder Seite gibt es lustige Anspielungen und vieles kann man erst beim zweiten Lesen in den Bildern entdecken, die vor Details überborden. So liest man auf einer Chips-Tüte „Gluten Chips“ und der orangefarbene Alien sagt: „Orange ist das neue Schwarz“ was natürlich eine Anspielung auf die erfolgreiche TV-Serie Orange is the New Black darstellt. Aber die Rockergang mit ihrem Namen erinnert sogar an zwei Vorläufer gleichzeitig: Battlestar Galactica und die Rock-Band Metallica.

Thompson ruht sich aber nicht auf Zitaten aus, sondern bietet in den rasanten Szenen nicht nur Action, sondern auch eine gehörige Portion Witz und kann auch dramatische Sequenzen einbauen, ohne das es zu melancholisch oder gar düster wird.

Wie in Habibi werden die Panels mit Handlungselementen und Symbolen miteinander verwoben. Allerdings nicht symbolisch wie im Vorläufer der dadurch Metaebenen und zusätzliche Interpretationsmöglichkeiten gegeben hat, sondern das Stilmittel dient hier meist dazu, Witz zu kreieren und die Handlung dynamischer und rasanter zu machen. So ist diese gewaltfreie Actionstory stellenweise mit einem höheren Tempo ausgestattet als manche Superhelden.

Insgesamt liegt hier ein äußerst kurzweiliges Vergnügen vor und vieles wird man erst beim zweiten Lesen entdecken. Man könnte es als Lektüre für Junge abhaken, aber damit tut man dem Band unrecht. Thompson hat mal wieder ein Meisterwerk herausgebracht, was thematisch überraschend ist. Angesichts dessen was dieser Mann mit wenigem Material veröffentlicht, aber das so dermaßen qualitativ hochwertig ist, wird das schon fast beängstigend.


Fazit:
Craig Thompson gelingt mal wieder ein Meisterwerk. Er kann sowohl Erwachsene als auch junge Leser an sein Science-Fiction-Abenteuer heranführen und vermeidet es pädagogisch zu sein, aber kann doch belehren. Die Erzählung ist rasant, enorm fantasievoll, voller Anspielungen und unglaublich witzig.

Weltraumkrümel - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Weltraumkrümel

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Reprodukt

Preis:
€ 29

ISBN 10:
3956400518

ISBN 13:
978-3956400513

320 Seiten

Positiv aufgefallen
  • für Kinder wie Erwachsene geeignet
  • viele Anspielungen
  • ernste Themen ohne pädagogischen Zeigefinger
  • gewaltfreie Action und rasantes Tempo
  • Witz
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 10.12.2015
Kategorie: Alben
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