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Comic-Besprechung - Saiyuki 1

Geschichten:
Bd. 1, Prolog, Kap. 1 - 5
Autor: Kazuya Minekura, Zeicher: Kazuya Minekura, Tuscher: Kazuya Minekura


Story:
Generationenlang lebten Menschen und Youkai/Dämonen friedlich miteinander in Togenkyo. Plötzlich werden fast alle Dämonen gewalttätig und fallen über die Menschen her. Die Sanbutsin/die drei Gottheiten beauftragen den hochrangigen Mönch Genjo Sanzo herauszufinden, wer dafür verantwortlich ist und zu verhindern, dass der Dämonenkaiser Gyumao, der vor fünfhundert Jahren vom Kriegsgott Nataku unschädlich gemacht wurde, durch verbotene Rituale wiedererweckt wird. Zusammen mit drei Begleitern begibt sich Sanzo auf die Reise nach Westen: Son Goku ist kein Dämon wie die anderen, sondern ein Wesen, das aus der Erde geboren wurde. Sein Diadem hilft ihm, die menschliche Gestalt und seinen Verstand zu bewahren. Er ist in der Lage, einen Kampfstab/Nyoibo herbeizurufen. Cho Hakkai war ursprünglich ein Mensch, wurde dann jedoch in einen Dämon verwandelt (Bd. 4). Dank seiner Ohrclips erscheint er in menschlicher Gestalt. Er ist fähig, sein Ki zu konzentrieren und es zum Heilen, aber auch als Schutzschild und zum Angriff in Form von Energiebällen einzusetzen. Sha Gojyo ist ein Tabukind, der Sohn einer menschlichen Mutter und eines Dämonen-Vaters, und daher nicht auf Magiecontroller angewiesen; allein die roten Augen und Haare verraten seine Abstammung. Seine Waffe ist ein Shakujou, ein Stab mit einer, an einer ausfahrbaren Kette befestigten, sichelförmigen Klinge. Bereits zu Beginn ihrer langen Fahrt – Hakkais kleiner Drache Hakuryuu/Jeep verfügt über die Fähigkeit, sich in einen Jeep zu verwandeln – werden die Vier immer wieder von Dämonen angegriffen, die im Auftrag Kougaijis handeln, dem Sohn Gyumaos, der mit seinem Vater in Tenjiku Hotojo versiegelt worden war. Wer ihn befreite, muss der Urheber des ganzen Unheils sein…

Meinung:
Im ersten Band dieser Shojo-Serie werden fast alle wichtigen Charaktere vorgestellt: Sanzo, seine Kameraden, ihre Gegenspieler und jene überlegenen Wesen, die mitunter in die Geschicke eingreifen. Im Gegensatz zu vielen anderen Reihen haben die vier Hauptcharaktere gleichmäßig viele Handlungsanteile, und es gibt keinen Überhelden, der die anderen ständig retten muss. Zwar ist Sanzo der Anführer der Gruppe, aber er ist ein Mensch und oft derjenige, der schwere Verletzungen davonträgt. Dass sich jeder auf den anderen verlassen kann und sie ein Team sind, ist ihre stärkste Waffe. Die Gegner sind nicht wirklich böse, sondern haben ihre Gründe, Sanzo zu attackieren. Der ehrbare Dämonen-Prinz Kougaiji möchte seine Mutter befreien, die in einen Stein versiegelt ist, so dass er sich den Befehlen Gyokumens unterwirft. Die Personen, die ihm zur Seite stehen, sind ihm zu tiefst ergeben und befolgen bedingungslos seine Anweisungen. Nicht selten kämpfen sie zusammen mit Sanzo und seinen Leuten gegen einen gemeinsamen Feind (Bd. 3). Alle Figuren haben eine mehr oder minder tragische Vergangenheit und nachvollziehbare Motive, die ihr Handeln bestimmen und durch die sie zu Individuen werden, in die sich der Leser hineinversetzen kann. Natürlich besetzen die Charaktere gängige Rollen, ohne die ein Fantasy-Action-Manga nicht funktionieren würde. Sanzo ist der enigmatische, introvertierte Anführer; Hakkai der freundliche, beherrschte Intellektuelle; Gojyo der provokative, draufgängerische Frauenheld; Goku der kindlich-naive Spaßfaktor. Kougaiji und seine sympathischen Gefolgsleute sind praktisch ihre Spiegelbilder. Es sind die Details, mit denen die Rollen ausgeschmückt werden, die die Figuren und damit die Serie aus dem großen Angebot an Mangas herausheben. Der Stil Kazuya Minekuras ist sehr eigentümlich, und es gibt kaum eine Serie, die man als Vergleich heranziehen könnte. Charakteristisch für die Mangaka sind die hängenden Augen, die langen, geraden Nasen, die breiten Münder und die üppig in die Augen hängenden Haare. Perfekt sind die Zeichnungen nicht, denn immer wieder findet man kleine anatomische und perspektivische Fehler. Das wird jedoch wieder ausgeglichen durch dynamische, detail- und variantenreiche Abbildungen bzw. Gestaltung der Panels. Ferner setzt sie gezielt erotische Elemente ein; beispielsweise sind alle weiblichen Figuren voll- und oft barbusig, Kougaiji trägt kein Shirt unter seiner Jacke, insbesondere auf den Pin-ups sind die Männer häufig in offen stehende Hosen, Bandagen und Blut gekleidet. Selbst die Art und Weise, wie die Waffen gehalten und eingesetzt werden, ist nicht frei von Anspielungen. Auch Shonen-Ai wird impliziert - z.B. lehnt sich Gojyo regelmäßig an seine Kameraden und flirtet mit ihnen heftiger als mit den Frauen. Durch die Übersetzung ist leider einiges vom Flair des Originals verloren gegangen. Am meisten leidet Hakkais Charakter darunter, denn für die extremen Höflichkeitsformeln, die er benutzt, und seine subtilen Sticheleien fand man im Deutschen keine Entsprechung. Manches wird sehr frei wiedergegeben: Gojyo bezeichnet Sanzo stets als Bozou, einen fleischessenden Mönch, was bedeutet, dass dieser die Gebote des Buddhismus ignoriert (er flucht, raucht, trinkt, isst nach Belieben, tötet…); in der Übersetzung stinkt er nach Fisch. Goku nennt Gojyo Erokappa, einen geilen Wasserdämon, was auf den Wassergeist aus der chin. Literatur anspielt, der dem Charakter als Vorlage diente; auf Deutsch ist er eine notgeile Wasserratte (aus einer Anime-Folge geht hervor, er kann nicht einmal schwimmen). Im Anhang, in dem kurz die vier Hauptfiguren beschrieben werden, lässt sich sogar ein Fehler entdecken, denn der Papierfächer, mit dem Sanzo Gojyo und Goku gern auf den Kopf schlägt, wird als Klingenfächer bezeichnet. Das sind Punkte, die allerdings nur jenen auffallen, die den jap. Manga und/oder Anime kennen. Alles in allem ist „Saiyuki“ ein spannender, actionreicher humoriger Fantasy-Manga mit erotischem Touch, der durchaus auch die männliche Leserschaft ansprechen kann, da er die Klischees der Shojo-Mangas vermeidet. Carlsen hat das jap. Tankobon getreulich nachgedruckt im Originalformat einschließlich der vier Farbeseiten. Wem „Yami no Matsuei“, „Kenshin“, „Spriggan“, „Angel Sanctuary“, „Bastard“ oder „Weiß Kreuz“ gefällt, sollte auch einen Blick in diese Reihe werfen! Ob „Saiyuki“ wirklich schon für Zwölfjährige geeignet ist, sei dahin gestellt. Die Kämpfe sind brutal, es gibt abgerissene Extremitäten, Därme quellen aus zerstückelten Leichen, und herausgerissene Augäpfel kullern herum (Bd. 4). Auch die unterschwelligen erotischen Anspielungen und Kannon als Hermaphrodit (S. 44) richten sich an ein älteres Publikum. Es wäre begrüßenswert, würde sich das Niveau der Übersetzung dem des Inhalts besser anpassen.

Saiyuki 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Saiyuki 1

Autor der Besprechung:
Irene Salzmann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 10,-

ISBN 10:
3-551-75961-8

190 Seiten

Positiv aufgefallen
  • faszinierende, sympathische Charaktere, die eine Vielzahl dunkler Geheimnisse mit sich tragen und sich dadurch wohltuend vom Einerlei der untadeligen Helden abheben
  • spannend-humorige, manchmal tiefgründige Handlung voller Zweideutigkeiten
  • zwar sind die Zeichnungen nicht perfekt, doch die Mangaka hat einen eigenen Stil entwickelt, der den Betrachter anspricht
Negativ aufgefallen
  • sehr freie Übersetzung, die auf die Leserschaft ab 12 zugeschnitten ist, wenngleich der Inhalt sich an ein etwas älteres Publikum richtet
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(6 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 12.07.2003
Kategorie: Saiyuki
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