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Comic-Besprechung - Ultimate Comics: Spider-Man 2

Geschichten:
Ultimate Comics Spider-Man 6 - 10
Autor:
Brian Michael Bendis
Zeichner: Chris Samnee, David Marquez, Sara Pichelli
Farben: Justin Ponsor



Story:
Miles hadert weiter mit seinem neuen Spinne-Dasein. Um aufzuhören, dafür macht es ihm zuviel Freude (wer sollte es ihm verdenken), aber wie kann er sicherstellen, dass er auch immer den richtigen Weg wählt, wie dies auch sein Vorbild und Vorgänger Peter Parker getan hat? Zwar schlägt er sich gegen Spider-Mans alte Feinde recht wacker, aber für die Einflüsterungen seines eigenen Onkels a.k.a. des Prowlers bleibt er allzu empfänglich. Der versucht die Fähigkeiten seines Neffen nämlich auszunutzen, nachdem er sich mit einem Brocken angelegt hat, der droht ihn zu überrollen. Scorpion ist sein Name und der macht jetzt New York zu seiner neuen Spielwiese.


Meinung:
Selbstfindung ist in der Jugend schon schwer genug. Selbstfindung mit Superkräften scheint beinahe unmöglich. Den ersten Schritt hat Miles Morales, der neue Spider-Man im Universum der Ultimativen. Oder, wie manche sie auch nennen, der Erde 1610 – manchmal sind Comicfreunde wirklich Bürokraten.

Erstaunlich schnell hat Miles seine neue Karriere akzeptiert. Aber wen wundert es? An Wänden entlang krabbeln, durch Straßenschluchten springen und in einem coolen Kostüm Leute retten. Für jemanden in Miles Alter wahrscheinlich der Oberhammer. Dementsprechend spielerisch durchlebt Miles sein neues Superheldenleben, entdeckt sich und seine Fähigkeiten und kommt im Grunde gar nicht auf den Gedanken, dass es so etwas wie Schattenseiten geben könnte. Warum sollte er auch? Ein tragischer Einschnitt, wie bei Peter Parker, der ihm wirklich klar machte, dass aus großer Macht, große Verantwortung folgt, gab es bisher nicht. Es mag ihm gesagt worden sein und er mag Peter, also den vormaligen Spider-Man wirklich als Vorbild nehmen. Doch sagen ist nicht erleben und Vorbilder sind schön zum hinaufschauen, doch leicht kann man sie an die Seite legen und sich andere Vorbilder suchen. Welche, die nicht unbedingt mehr die Ideale verkörpern, für die Spider-Man früher stand.

So tauchen denn auch bald die Sirenen auf, die dem jungen Miles in Ohr flüstern. Ausgerechnet sein Onkel Aaron, bei S.H.I.E.L.D. besser bekannt als Prowler, hat sich da mit jemandem angelegt, der keinen Spaß versteht und auch über die Mittel und Fähigkeiten verfügt, Prowler büßen zu lassen. Inzwischen weiß er auch, dass hinter der neuen freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft sein eigener Neffe Miles steckt. Und obwohl dessen Eltern ihn vor ihrem Onkel gewarnt haben und er auch standhaft bleiben möchte, gelingt es Prowler den Jungen geschickt zu manipulieren. Solche Einflüsterungen musste Peter nicht wirklich durchmachen und es belibt abzuwarten, ob Spider-Man seine Kräfte wirklich immer uneigennützig in die Dienste des guten stellt oder ihn seine eigene Unerfahrenheit an den Rand eines Abgrundes zu bringen droht.

Irgendetwas anderes juckt den Leser dann aber noch. Als würde der eigene Pullover eine Nummer zu klein sein oder die Gegenstände im Zimmer nicht mehr so stehen, wie zuvor. Mag daran liegen, dass Miles bisherige Gegner sämtlichst auch Peters Gegner waren. Ringer, Elektro, Omega Red, nur ist eben nicht der neue Spider-Man mit diesen Bösewichten „groß geworden“ beziehungsweise wir mit ihm, sondern tritt hier jemand in fremde Fußstapfen. So gerne man den neuen Netzschwinger hat, mit ihm sollte auch eine andere Art von Bösewicht einhergehen, eine andere Rouges-Gallery, wie es manchmal so schön heißt. Scorpion ist bereits ein Anfang, wenn auch ein etwas unspektakulärer.

Etwas fade kommen bisher die Nebencharaktere beziehungsweise die gesamte Rahmenhandlung daher, die Miles Morales privat betrifft. Brian Michael Bendis hatte schon nicht den Mut ein wirklich mit den Problemen des Alltages beladenes Kind, vielleicht eines welches manche sozialen Schwierigkeiten mal auf den Punkt bringt, mit den neuen Spinnenkräften zu versehen. Stattdessen hat man gewissermaßen einen zurückhaltenden Überflieger, der die Möglichkeit hat in eine ganz besondere Schule zu gehen. Ein Überflieger muss er ja nahezu sein, sonst wäre ihm seine beginnende Karriere als Spider-Man schon gar nicht möglich.

Und wo im Grunde alles in halbwegs geregelten und zu erwartenden Bahnen verläuft – bis auf die Sache mit der Geheimidentität - da kommt wenig Spannung auf. So beschränkt sich Ganke (ist das überhaupt ein Vorname?) zumeist auf Kommentare zu den neuesten Aktivitäten seines besten Freundes Miles und schaut sonst eher ratlos in die Gegend. Was nicht so auffallend wäre, wenn Miles etwas mehr an Umfeld aufzuweisen hätte. Dieses beschränkt sich jedoch hauptsächlich auf seine Eltern oder eben Ganke. Der Rest hat schon wieder mehr mit seinem neuen Alter Ego zu tun. Das führt dazu, dass Spider-Mans Milieu schneller wächst und mit mehr Elementen bereichert wird, als das von Miles. So weiß man am Ende des Bandes vielleicht, wer der neue Netzschwinger ist, aber als Miles bleibt er nur soweit interessant, weil er eben neu und anders ist, als sein Vorgänger Peter Parker. Der Junge hinter der Maske bleibt nahezu unsichtbar/unscheinbar.

Bei den Zeichnern ist ein neuer new man in town, nachdem Mrs. Pichelli noch an einem anderen Projekt arbeiten muss, welches ebenfalls mit Spider-Man zu tun hat. Ihr zur Hand geht jetzt David Marquez, der einen durchaus als ähnlich zu bezeichnenden Stil, wie Sara Pichelli hat. Dementsprechend nahtlos geht auch der Übergang und man muss schon genauer hinsehen, um den Wechsel wirklich nachzuvollziehen. Man möchte es nicht beschwören, aber Marquez vermag den Charakteren manchmal sogar mehr Dynamik zu entlocken und seine Figuren wirken nicht so hölzern, wie dies bei Pichelli dann doch manchmal der Fall ist.

Folgt man dem Nachwort, wird dem Leser dafür Chris Samnee, der die ersten beiden Kapitel von Ultimate Comics: Spider Man 2 verantwortete nicht erhalten bleiben. Seine Linienführung hebt sich deutlich von den beiden Nachfolgern in dem Band ab. Sie hat weniger die Anklänge an technische Zeichnungen, sondern erschafft seine Figuren mit kräftigen Strich und deutlichen Schwarztönen. Hier wirken die Charaktere vielleicht etwas cartooniger, dafür aber auch sehr viel lebendiger und weniger gestelzt, wie dies bei dem „quasirealistischen“ Stil von Pichelli und Marquez der Fall ist. Man möchte es gar nicht mal so laut sagen, aber man würde sicherlich gerne mehr von Samnee und seiner Interpretation des neuen Ultimativen Spider-Man sehen. Doch hier entscheiden eindeutig die persönlichen Vorlieben.

Wie so oft!


Fazit:
Was die Superheldenseite angeht, schlägt Ultimate Comics Spider-Man 2 den richtigen Ton an. Dagegen gerät Miles Morales als Privatperson zu sehr in den Hintergrund, dem man nicht die Beachtung schenkt, die er eigentlich bekommen sollte. Nur langsam füllt sich Miles’ Kosmos mit Leben, aber noch hat er vielleicht zuviel von seinem Vorgänger geerbt. Eigene Wege müssen das Ziel des neuen Spider-Man sein, nicht alter Ballast. Solide Unterhaltung auf überdurchschnittlichen Niveau, der neue Spider-Man könnte aber so viel mehr.


Ultimate Comics: Spider-Man 2 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Ultimate Comics: Spider-Man 2

Autor der Besprechung:
Alexander Smolan

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 12,95

ISBN 10:
4-198242-312954

116 Seiten

Positiv aufgefallen
  • neuer Spider-Man will weiterhin gefallen
  • eigene Familie entwickelt sich zu Problem
  • Chris Samnee
Negativ aufgefallen
  • Miles als Privatperson bleibt zu unscheinbar
  • hängt zu sehr an den Fäden seines Vorgängers
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(2 Stimmen)
Bewertung
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Rezension vom: 18.12.2012
Kategorie: Der ultimative Spider-Man
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