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Comic-Besprechung - Wonderland 6: Geschichten aus dem Wunderland III

Geschichten:

Wonderland 6: Geschichten aus dem Wunderland 3

Der weiße Ritter
Autor
: Joe Brusha, Ralph Tedesco, Raven Gregory, Troy Brownfield
Zeichner: Tommy Patterson
Colorist: Jeff Balke, Alex Owens, Jason Embury

Die rote Rose
Autor
:  Raven Gregory, Joe Brusha, Ralph Tedesco
Zeichner: Tommy Patterson, Mike DeBalfo
Colorist: Wes Dzioba

Die Herz-Königin und der Hutmacher - Das Duell
Autor
: Joe Brusha, Raven Gregory
Zeichner: Martin Montiel
Colorist: Michael Garcia

Die Erlösung
Autor
: Raven Gregory
Zeichner: Ian Synder
Colorist: Nei Ruffino, Millen Paranov



Story:
Der weiße Ritter ist der uneheliche Sohn von Lancelot und Königin Guinevere, der von Merlin großgezogen wird. Er sieht es als seine Aufgabe an, den Wahnsinn des Wunderlandes einzudämmen. Doch kann er der Pik-Königin widerstehen? Die rote Rose ist die Lieblingsblume der Gräfin Bathory, welche gerne im Blut von Jungfrauen badet. Ihr Ziel: Unsterblichkeit. Und ein Weg dazu führt sie in das Wunderland, wo sie eine unerwartete Metamorphose durchlebt. Die Herz-Königin und der Hutmacher haben ein Duell auszufechten und in einer Verkleidung macht der Hutmacher die Gemächer der Königin unsicher. Wer führt den letzten Streich? Die Erlösung ist noch in weiter Ferne und doch sehnt sich Charles Dodgson danach. Alles, was er mit dem Wunderland vereinbart hatte, um sich selber zu retten, fällt nun auf ihn zurück. Gibt es einen Weg für ihn?

Meinung:

In dem dritten Band der Geschichten aus dem Wunderland gibt es insgesamt vier Geschichten, welche rund um die Hauptstory gewoben sind und Zusatzinfos sowie Origins geben. Das ist chronologisch im Gesamtwerk gesehen ziemlich verwirrend, denn manche Geschichten spielen noch vor dem allerersten Band, manche in den Zwischenzeiten und einige ganz zu Anfang des ganzen Wahnsinns. Da den Überblick zu behalten fällt schwer. Was mittlerweile für die ganze Saga gilt.

Insofern ist dieser Band typisch, denn eigentlich wollen die Geschichten ja etwas oder jemand näher erläutern, der in den bisherigen Geschichten schon vorkam. Aber eigentlich blähen diese Stories alles nur noch mehr auf und sind wenig gehaltvoll, sondern erwecken nur den Anschein, als ob an dem ganzen mehr dran ist. Man bekommt den Eindruck einen Riesenturm von Eisbecher vor sich zu haben. Nur ist alles nur Sahne, die eine magere Eiskugel am Boden verdeckt. Alle Geschichten haben kaum Gehalt und sind insgesamt gesehen ziemlich belanglos.

Der weiße Ritter bezieht sich inhaltlich zwar auf Artus und seine Ritter der Tafelrunde, weist aber auch einen ähnlich antiquierten Moralkodex auf. Die langweilige Geschichte ist sogar hochgerade reaktionär, wenn hier allen Ernstes behauptet wird, das vorehelicher Geschlechtsverkehr fast zwangsweise zu Mord führt und damit zu einer Verdammung der Seele. Das kann nur puritanische Amerikaner erschrecken, aber nicht aufgeklärte Europäer. Langweilig und peinlich und reaktionär. Ein Beispiel dafür, wie sich die US-Amerikaner immer wieder über die Erotik erregen. Allerdings anders als diese es für gemeinhin plant.

Die rote Rose ist da schon etwas besser. Auch diese nimmt sich einer historischen Figur an. Und sogar einer realen, nämlich Erszebeth Bathory. Das die Historie nicht korrekt wiedergegeben wird, kann man ja noch fast nachvollziehen, aber warum muss es so verfälschend sein? Schließlich werden sogar die Namen verenglischt. Mal abgesehen davon, dass Bathory wahrscheinlich gar nicht im Blut junger Frauen gebadet hat (historisch gesehen), so waren die Mädchen alles andere als schuldig, wie es hier suggeriert wird, sondern unschuldige Jungfrauen. Und warum ist die Geschichte bloß so geschwätzig? Es ist extrem unglaubwürdig, dass sich die Blutgräfin gegenüber ihren Opfern psychologisch offenbart, als ob sie diese um Verzeihung bitten wolle. Immerhin kann die Story mit ihrer Gewalt, naja, glänzen.

Die beste Story des Bandes ist dann die mit dem Duell zwischen dem Hutmacher und der Herzkönigin. Spannend, blutig und atmosphärisch ist diese Story eine wirklich gute kleine Horrorgeschichte, welche allerdings auch recht sprunghaft und damit nicht immer logisch ist. Na gut, man ist im Wunderland wo keine Logik herrscht, aber müssen das auch die Texter unbedingt befolgen? So ist auch diese, immerhin die beste, Geschichte recht unausgereift.

Die letzte Story ist sogar noch schlechter als die erste und einfach nur überflüssig. War der Haupterzählstrang davon in dem großen Textcorpus schon dämlich und überflüssig, so braucht man hier auf keinen Fall noch eine Vertiefung. Unverständlich für die Nicht-Leser aller Bände der Hauptserie dürfte diese Geschichte aber auch den Fans nicht viel sagen. Und warum muss ausgerechnet einem der Schurken unbedingt noch menschliche Aspekte verliehen werden? Das nimmt ihm alle Bedrohung und man hat keine Angst mehr vor ihm, sondern eher Mitleid. Da stellen sich die Autoren selber ein Bein.

Mithin das erschreckendste an dem ganzen Wunderland-Universum ist die abrupt abnehmende Qualität der Bände. Es wird schlechter und schlechter.



Fazit:
Dieser Band ist ein riesiges Baiser. Blickt man hinein ist alles bloß heisse Luft und völlig belanglos. Alles dient nur dazu, den Wunderland-Kosmos künstlich aufzublähen und angesichts der schlechten Stories tut man sich damit wahrlich keinen Gefallen. Außer der sprunghaften aber spannenden und blutigen Geschichte um den Hutmacher sind die anderen drei Geschichten reaktionär, peinlich, langweilig und überflüssig. Der eigentliche Horror der mittlerweile völlig unübersichtlichen Saga ist die rapide abnehmende Qualität.

Wonderland 6: Geschichten aus dem Wunderland III - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Wonderland 6: Geschichten aus dem Wunderland III

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 14,95

ISBN 10:
3862013766

ISBN 13:
978-3862013760

120 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Atmosphäre und Spannung
Negativ aufgefallen
  • Reaktionär
  • Geschwätzig
  • Belanglos
  • Langweilig
  • überflüssige Vermenschlichung
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 05.11.2012
Kategorie: Wonderland
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