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Comic-Besprechung - Wonderland 4: Geschichten aus dem Wunderland 1

Geschichten:

Geschichten aus dem Wunderland

Die Herzkönigin

Autor: Joe Brusha, Raven Gregory, Ralph Tedesco, Zeichner: Daniel Leister, Joe Dodd, Vic Drujiniu, Colorist: Nei Ruffino, Garry Henderson

Der verrückte Hutmacher

Autor: Joe Brusha, Raven Gregory, Ralph Tedesco, Zeichner: Daniel Leister, Joe Dodd, Vic Drujiniu, Colorist: Nei Ruffino, Garry Henderson

Alice

Autor: Joe Brusha, Raven Gregory, Ralph Tedesco, Zeichner: Daniel Leister, Joe Dodd, Vic Drujiniu, Colorist: Nei Ruffino, Garry Henderson

Das Experiment

Autor: Joe Brusha, Raven Gregory, Ralph Tedesco, Zeichner: Daniel Leister, Joe Dodd, Vic Drujiniu, Colorist: Nei Ruffino, Garry Henderson

Story:

Der vierte Band der Wonderland-Saga, Geschichten aus dem Wunderland, vereinigt, wie es der Titel schon sagt, einige kurze Geschichten. Die Herzkönigin schildert die Entstehung der Herzkönigin, wobei zwei Schwestern eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Der verrückte Hutmacher zeigt, wie ein nach außen unbescholtener Mann zu dem Profikiller im Auftrag des Wunderlandes wird. Alice, die Mutter von Calie (der Heldin der Saga), macht ihre ersten Erfahrungen im Reich des Wahnsinns und Das Experiment führt erst dazu, dass eine Pforte zu dem Reich geschaffen wird. Dabei spielen ein Spiegel, ein weisses Kaninchen und eine Katze eine Rolle.



Meinung:

Die vier One-Shots, die in diesem Band vereinigt sind, kann man durchaus als Origin-Stories bezeichnen. Sie schildern wie das Kaninchen, die Katze, die Herzkönigin, der Hutmacher und noch andere in das Wunderland kamen. Damit wird das Personal der eigentlichen Saga etwas näher beleuchtet. Aber wie das so in diesen Fällen leicht geschehen kann: es wird ihnen der Zauber genommen. Die Einzigartigkeit, die Schrägheit der Figuren wird entzaubert. Und mit den Urspüngen von Lewis A. Carroll hat das rein gar nichts mehr zu tun. Ein weiteres Problem mit den Originstories generell ist die Kontinuität. Die kann nur allzuleicht verletzt werden, was alle Superheldenfans bestätigen können. Hier will diese auch ein um das andere Mal nicht sonderlich passen.

Weder von der Chronologie her noch von dem jeweiligen Zeitalter ist das alles stimmig. Anstatt einigen der Figuren den Zauber zu nehmen, hätte man anderen Aspekten der Saga, die nicht gerade aufgeklärt worden sind, mehr Raum geben können. Leider wird das komplett vernachlässigt. Die geheimnisvolle Bruderschaft etwa wird nur kurz erwähnt. So geraten alle vermeintlichen Aufdeckungen etwas krampfhaft, weil es kein stimmiges Ganzes ergibt.

Ein weiteres Problem von Originstories, die ja nichts weiter als Prequels sind, ist, dass man weiss wie es ausgehen wird und kann und somit ist der Weg das Ziel. Man weiss, dass der Spiegel zur Pforte wird, man weiss, dass es eine Herzkönigin geben wird, man weiss, um das Schicksal von Alice, man weiss...So liegt der Verdacht der Geldmacherei ganz nahe.

Was aber dem Band doch einen gewissen Reiz verleiht, ist das Spiel mit Wahn und Realität. In manchen Geschichten wird der Leser sehr unsicher, auf welcher Ebene man sich eigentlich befindet. In der Hinsicht mausert sich die Erzählung Alice zu der besten des Bandes. Der verrückte Hutmacher spielt zwar weniger mit den Ebenen, sondern eher damit, dass ein Spiegel die andere Seite eines Menschen spiegeln kann. Also in bester Dr. Jekyll und Mr. Hyde- Manier wird hier der Spiegel zur Reflektion der Seele und führt zum Wahnisnn. Die Hutmachergeschichte ist dann auch die brutalste des Bandes und hat einige kleine Splatterszenen. Mit dieser Spiegelung des eigenen Ich befasst sich auch die Herzkönigin, deren Clou zwar nicht sonderlich überraschend ist, aber hier dennoch nicht verraten werden soll. Das Experiment ist so geradlinig wie langweilig, da es nach Schema F aufgebaut ist und Elemente aufgreift, die man im selben Band schon gelesen hat.

Das interessanteste an dem Band ist das Spiel mit der Spiegelsymbolik, indem das Innerste enthüllt und nach außen gekehrt wird. Der Spiegel blickt paradoxerweise unter die Oberfläche. Indem er die Ratio spiegelt, gibt er das Gegenteil preis: den Wahnsinn. Ebenso verhält es sich mit dem Guten, indem er das Böse wiedergibt. Das wird angenehm deutlich, führt die Saga aber nicht zu neuen Ufern, da diese Thematik ja schon in den drei bisherigen Bänden vorkam. Generell also nichts Neues im Wunderland.

Die Zeichnungen sind sehr glatt und flächig geworden. Ein Detailreichtum in den Hintergründen findet sich nicht. Na gut, das Wunderland wird hier ja noch erst gefüllt, aber eine gewisse Einfallslosigkeit ist auch in den Zeichnungen zu finden. Auch die Pin-ups halten sich in Grenzen. Ganz nett, aber nicht aufregend.



Fazit:
Der vierte Band der Wunderland-Saga ist eher etwas für Hardcorefans. Da es sich hier um Originstories handelt, also Prequels, halten sich die Überraschungen sehr in Grenzen. Zwar ist das alles ganz nett zu lesen, aber nicht wirklich neu. Die Spiegelsymbolik und das Spiel damit findet sich auch in den anderen Bänden, in denen aber auch Blut und Erotik um einiges mehr vorkamen. Ganz nett.



Wonderland 4: Geschichten aus dem Wunderland 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Wonderland 4: Geschichten aus dem Wunderland 1

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,95

ISBN 10:
3862010864

ISBN 13:
978-3862010868

176 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Spiegelsymbolik
  • Spiel mit Realitätsebenen
Negativ aufgefallen
  • gefällige Zeichnungen
  • nichts Neues, sondern Wiederholung von Altbekanntem
  • Überraschungsfrei
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Rezension vom: 29.10.2011
Kategorie: Wonderland
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