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Comic-Besprechung - Northlanders 5: Metall

Geschichten:

Der Seeweg 

Autor: Brian Wood
Zeichner: Fiona Staples
Colorist: Dave McCaig

Metall

Autor: Brian Wood
Zeichner: Ricardo Burchielli
Colorist: Dave McCaig


Story:

In der ersten (kurzen) Geschichte des Bandes reist ein Kapitän gegen den Willen seiner Mannschaft in unbekannte Gebiete, um etwas Neues zu entdecken. Doch hier erwartet ihn nicht nur der Wahnsinn, sondern auch physische Gefahren.

In der Hauptstory wehrt sich der junge Schmied Erik gegen die Errichtung einer christlichen Kirche in seinem Dorf. Nachdem ein erster Sabotageversuch scheiterte, radikalisiert ihn die Bekanntschaft mit einem Albinomädchen, die von Nonnen und deren Begleitern gequält wird. Erik nimmt den bewaffneten Kampf auf und tötet die Christen, wo er sie auch findet. Er glaubt die Göttin Hulda auf seiner Seite. Doch ist sie das wirklich? Derweil nimmt der gefürchtete Söldner "Der schwarze Karl" die Jagd auf die beiden auf.



Meinung:

Brian Wood (DMZ) hat seine Serie Northlanders nicht als eigentliche Serie konzipiert. Seine Geschichten erzählen jeweils abgeschlossene Episoden, sind also nur bedingt auf eine Kontinuität ausgerichtet. So ist die deutsche Veröffentlichung hervorragend, weil in jedem Band eine abgeschlossene Geschichte präsentiert wird, was weniger verwirrend ist als eine Heftserie, da so die separaten Teile deutlicher gemacht werden. Wood ermöglicht diese Serie, deren Geschichten nur den historischen Hintergrund der Wikinger gemeinsam haben, die verschiedensten Themen zu behandeln. Und auch wenn hier eine Kurzgeschichte, ein One-Shot, und eine längere Erzählung versammelt sind, so haben sie doch das Grundthema gemeinsam. Sowohl Der Seeweg als auch die Hauptstory Metall handeln von dem Weg in die Zukunft und von Wahn.

Beides ist hier nicht voneinander zu trennen. Denn um die Zukunft in seinem Sinne zu gestalten, braucht es eine Ideologie, welche die Ziele setzt und den Weg bestimmt. Der Kapitän im Seeweg will keine Routine mehr, sondern Neues entdecken und macht sich zu fremden Ufern auf. Erik in Metall hingegen will die Zukunft nicht welche die Christen verkünden. Er will den alten Glauben bewahren. Der Auslöser des bewaffneten Kampfes ist die schikanierte Ingrid, welche unter den Christen zu leiden hatte. Als Albino gilt sie den Wikingern als heilig. Den Christen aber als Kind des Teufels. Dieser letztendliche Effekt löst ein Blutbad aus. Wood schildert allerdings auf sehr unterhaltsame und spannende Art und Weise, dass jede Zielsetzung durch Ideologien, worunter hier auch der religiöse Glaube zählt, in seiner sturen Beharrung auf die jeweiligen Werte und durch das Alleinstellungsmerkmal, den Untergang herbei führen kann. Der Kapitän widersetzt sich seiner Mannschaft und ist unvorbereitet auf das Neue. Seine Reise führt in die Katastrophe. Gegen Ende steht er Feinden gegenüber und fordert sie auf, ihn zu töten, denn es werden später wohl mehr Menschen wie er kommen. Er registriert, dass jede Entdeckung mit einer Eroberung und mit einem Wahn einhergehen wird. So sucht er letztendlich den Tod.

Erik glaubt daran, dass seine Götter ihn beschützen. Hier vor allem die Göttin der Natur, Hulda, wobei unklar ist,ob sie ihm wirklich erscheint oder nur Eriks Wahn ist. Hier liegt auch eine der größten Schwächen dieses Bandes. Die Grenzen zwischen Realismus und Mytizismus verschwinden ein um das andere Mal. Kann man die Auftritte der Göttin noch als Wahnsinn ansehen und spätere übernatürliche Elemente als Abbildung
des Aberglaubens, so kommen doch ein oder zwei Szenen vor, welche eindeutig übernatürlich und mystisch sind. Diese Elemente stören etwas und weichen auch das Thema etwas auf. Andererseits ist das auch eine Verdeutlichung, das Ideologien zum Wahn führen können, der oftmals in Gewalt seinen Weg sucht. In jedem Fall bekommt derjenige die Zukunft, der gnadenlos genug ist, seine Ziele zu verfolgen. Was eine recht zynische Sichtweise ist, aber mit einem Blick auf die menschliche Geschichte leider nur bestätigt wird.

Auffällig oft werden Kreise benutzt. Seien es nun Lagerfeuer, Waldlichtungen, der Blick auf den Himmel durch das Laub, Kessel oder Gräber. Die Häufung von Kreisen impliziert die Unendlichkeit des Konfliktes um die Zukunft, aber auch ein Gefangensein, eine Unentrinnbarkeit der Figuren. Allerdings auch Geborgenheit. Geborgen vor allem durch den Mantel der Ideologie, der die Figuren vor anderen Perspektiven schützt, aber gleichzeitig auch einengt. Zugleich ist ein Kreis auch ein Zeichen für Kontinuität, die allerdings alle anderen Kreise, Möglichkeiten, ausschliesst. Das ist ein treffendes Symbol und selbst die Schneeflocken wurden von
Riccardo Burchielli eher kreisförmig angelegt. Im Gegensatz zu DMZ sind die Zeichnungen hier etwas übertrieben. Besonders die Augen sind zu karikaturhaft gezeichnet. Weit aufgerissen und glänzend künden sie zwar vom Wahn, aber sie ähneln gleichzeitig denjenigen von Fröschen. Aber auch die andere Mimik ist etwas zu verzerrt und fratzenhaft. Ansonsten ist die Symbolik, die Natur und die Handlung sehr gut umgesetzt. Die erste Story wurde übrigens von der jungen Fiona Staples gestaltet, die gleich mehrere sehr beeindruckende Bilder mit gewagten Perspektiven findet.



Fazit:
Eine spannende und hoch symbolische Geschichte, welche den Kampf um die Zukunft schildert. Die Gesichtszeichnungen neigen manchmal zur Fratzenhaftigkeit, was doch auf Dauer etwas störend ist. Aber die Story vermag zu fesseln und regt zum Nachdenken über Wahn und Ideologien an.

Northlanders 5: Metall - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Northlanders 5: Metall

Autor der Besprechung:
Jons Marek Schiemann

Verlag:
Paninicomics

Preis:
€ 19,95

ISBN 10:
3862011860

ISBN 13:
978-3862011865

196 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Story
  • Symbole
  • Spannung und Action
Negativ aufgefallen
  • fratzenhafte Gesichtszeichnungen
  • Froschaugen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
1
(1 Stimme)
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Rezension vom: 27.10.2011
Kategorie: Northlanders
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