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Comic-Besprechung - War and Dreams

Geschichten:

War and Dreams (Originaltitel: „War and Dreams“)

1. Kapitel: Die Opalküste (Originaltitel: „La terre entre la deux caps“)
2. Kapitel: Der Enigma-Code (Originaltitel: „Le code Enigma”)
3. Kapitel: Der Tausendfüßler (Originaltitel: „Le Repaire du Mille-pattes”)
4. Kapitel: Von Gespenstern und Menschen (Originaltitel: „Des fantômes et des hommes”)

Text: Maryse Charles
Zeichnungen: Jean-François Charles
Farben: Jean-François Charles

mit Beilage: Zeitungsbooklet (SIGNAL/LIVE)



Story:

Ein Krieg hinterlässt Spuren. Mehr als sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs führt das Schicksal vier Männer zusammen, die die Wirren dieses schrecklichen Konflikts überlebt haben. Es ist die Côte d’Opale („Opalküste“) mit ihren langen, breiten Sandstränden und den meerwasserumtosten Steilküsten am Cap Gris Nez und Cap Blanc Nez, von denen man bei gutem Wetter die englische Kanalküste sehen kann, wo sich Veteranen aus vier verschiedenen Ländern treffen.

Da ist der Deutsche Erwin, der 1942 in diesem Landstrich stationiert war und dort die junge Französin Opal kennen und lieben lernt. Sie ist geistig etwas zurückgeblieben und findet Gefallen an seinen Zeichnungen, doch der Krieg macht der jungen Liebe ein Ende. Da ist der Engländer Archie, der in der Wüste Libyens gegen Rommel und die deutsche Armee kämpft, dabei ein Bein verliert und später zum britischen Geheimagenten avanciert. Da ist der US-Amerikaner Joe, ein tollkühner Draufgänger und Macho, der Frauen wie Gegenstände benutzt und auch seinen engsten Freund wenn es sein muss im Stich lässt. Und schließlich ist da der Franzose Julien, ein Mitglied der Resistance, der von den Deutschen als Zwangsarbeiter missbraucht wird.



Meinung:

Nach India Dreams ist War and Dreams bereits die zweite Serie des belgischen Gespanns Maryse und Jean-François Charles, die als kleinformatiger Hardcover (24,5 x 17,5 cm mit Schutzumschlag) unter dem Label Splitter Book in einer Gesamtausgabe veröffentlicht wird.

Die Geschichte erschien im Original in vier Bänden von 2007 bis 2009. Eigentlich sind es drei Bände, plus ein viertes Kapitel, welches aus reinem Text besteht, der mit Illustrationen und Skizzen angereichert ist. Dieser Text ist Teil einer Abschlussarbeit im Studienfach "Geschichte" von einer fiktiven Studentin Laura Dechamps, welche die vier alten Männer interviewt hat und deren Recherchen Basis für die gesamte Story sind.

Aufgrund seiner Struktur mit den vier Lebensgeschichten plus einer Meta-Ebene ist War and Dreams sehr vielschichtig geraten. Es steckt einiges drin an Stoff und Denkanstößen und stellenweise ist die Mischung etwas zu stark. Immer wieder wechselt die Erzählung zwischen gestern und heute, zwischen den vier Protagonisten und mitunter noch anderen Personen, dass es schwer ist, sich überhaupt in die Geschichte einzufinden. Auch wenn die Charaktere bemüht differenziert dargestellt werden - da ist der böse Deutsche im Grunde ein feiner Kerl oder der gute Amerikaner ein wahrhaftiges Arschloch - so bleiben sie dem Leser seltsam fern.

Maryse unternimmt immer wieder den Versuch, Liebesgeschichten einzuflechten, um zu zeigen, dass diese stärker sind, als die Wirren des Krieges und dass sie Hindernisse überwinden, die das Leben den Menschen in den Weg stellt, aber richtig berührt wird man nicht. Oftmals geht es auch um eher deplatzierte und damit plumpe Erotik. Am ehesten noch gelingt es den beiden Kreativen, die Abscheulichkeiten des Krieges darzustellen und die Schönheit der Landschaft von Nordfrankreich. Bei letzterem geht vieles auf das Konto von J.F. Charles, dem ein paar wunderschöne Bilder gelungen sind, vom Meer, der Küste oder den Wiesen im Norden Frankreichs.

In jedem Fall war es eine kluge Entscheidung, War and Dreams in einem Band zu veröffentlichen. In Einzelbänden verabreicht, wäre die Gefahr groß, dass man den Faden und die Leselust verliert. Wirkliche Spannung kommt nicht auf, dafür sind die handelnden Personen nicht interessant genug, und die Dramaturgie nicht stringent strukturiert. Was bleibt ist eine episodenhafte Momentaufnahme aus den Biographien von vier Kriegsveteranen, die allesamt höchstunterschiedliche Facetten des Krieges erlebt haben. Mal ruhig, mal romantisch, mal schrecklich, mal belanglos.

Ein absolut gelungenes Schmankerl ist das Bonusmaterial in Form einer Beilage. Es handelt sich um eine Zeitungsbeilage, welche alten fiktiven Magazinen aus den 1940er Jahren nachempfunden und als Flip-Book gedruckt ist: zum einen das deutsche Magazin SIGNAL (Frühjahr 1942), zum anderen das US-Magazin LIVE (Summer 1944). Beide fangen das Zeitkolorit der Kriegsjahre sehr gut ein und passen schön zum Gesamtpaket.



Fazit:

War and Dreams ist ein Anti-Kriegscomic der ruhigeren Sorte. Die recht verschachtelte Geschichte benötigt die volle Konzentration beim Lesen und belohnt durch eine interessante Vielschichtigkeit. Viel Pathos, Liebe und Romantik, gepaart mit Action und Absonderlichkeiten des Zweiten Weltkriegs ergeben eine interessante Mischung. Die Charaktere bleiben trotz aller Mühen der Künstler dennoch weit entfernt. 



War and Dreams - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

War and Dreams

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Splitter Verlag

Preis:
€ 24.80

ISBN 13:
978-3-940864-01-7

192 Seiten

Positiv aufgefallen
  • schöne Landschaftsbilder
  • interessanter vierter Teil
  • überraschende, gut gemachte Zeitungsbeilage
Negativ aufgefallen
  • nicht wirklich spannend
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(1 Stimme)
Bewertung
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Rezension vom: 24.04.2011
Kategorie: One Shots
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