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Comic-Besprechung - Preacher 7 (von 9): Einsam sind die Tapferen
Geschichten:Auto: Garth Ennis, Zeichner: Steve Dillon
Story:
Ex-Prediger Jesse Custer, seine Freundin Tulip und der Vampir Cassidy sind auf der Suche nach Gott, der nach dem Auftauchen der mysteriösen Wesenheit „Genesis“ fluchtartig das Paradies verlassen hat. Genesis ist das Ergebnis der Beziehung zwischen einem Engel und einem Dämon und besitzt gottgleiche Kräfte.
Meinung:
Nachdem Jesse die Explosion einer Atombombe im Monument-Valley überlebt hat und ansehen musste, wie sich die Liebe seines Lebens mit seinem besten Freund einlässt, begibt er sich ins nächstbeste Südstaaten Kaff und gönnt sich erst einmal einen Drink. Als der dortige Sheriff mitbekommt, wie Jesse ein paar ungehobelten Dorftrotteln Manieren beibringt, heftet er dem Prediger einen Stern an die breite Brust und macht ihn zu seinem Nachfolger.
Mit dem vorliegenden Band Einsam sind die Tapferen hält der geneigte Leser einen Höhepunkt der Kultserie in der Hand. Garth Ennis läuft in der Beschreibung des Kleinstadtnests Salvation zur Bestform auf.
Jesse darf sich mit dem Klu-Klux-Klan anlegen, Kleingeister verprügeln, Nazis bestrafen und zwergenhaften Industriebaronen das Handwerk legen. Ennis brilliert dabei in einigen tollen Dialogen über den Sinn und Unsinn des amerikanischen Traums, außerdem entlarvt er mit intelligentem Humor und stark überzeichneten Figuren die Kleinstadtidylle des nordamerikanischen Vorzeigestaates. Allein sein Einfallsreichtum, den er im Erschaffen von Perversionen jeglicher Art zur Schau stellt, wird Ennis wohl für immer einen Platz im Gedächtnis der Comicleser bescheren. Diese Fülle von abartigen Persönlichkeiten ist gleichzeitig auch eine der wenigen Schwächen der Serie, da sie oft zu viel Raum in der ansonsten clever gestrickten Storyline einnehmen.
Als Nachschlag zur „Salvation“ Episode spendiert Ennis noch einmal ein Vietnamabenteuer seines Vaters, das zugleich eine der besten Szenen der gesamten Serie beinhaltet: Jesses Vater will seinen verletzter Kumpel mit einer Waffe davon abhalten sich selbst zu erschießen. Der makabre Humor des nordirischen Comicautors ist einer der Gründe, weshalb die Serie zum Kulthit der 90er Jahre avancierte. Natürlich trug auch die Zeichenkunst von Steve Dillon zum enormen Erfolg von Preacher bei, denn sein einfacher und klarer Pinselstrich entwickelt im Tandem mit Ennis einen eigenen Reiz, dem man sich kaum entziehen kann.
Fazit:
Paninis hervorragende Preacher Ausgabe – vor allem in der Hardcover Version – setzt der Serie ein echtes Denkmal. Neben der tollen Verpackung überzeugt einmal mehr das Duo Ennis / Dillon mit einer bissigen Kleinstadtstudie und karikiert auf bitterböse Art und Weise den amerikanischen Traum. Einsam sind die Tapferen ist definitiv ein Highlight der gesamten Serie!

Preacher 7 (von 9): Einsam sind die Tapferen
Autor der Besprechung:
Thomas Digel
Verlag:
Paninicomics
Preis:
€ 29,95
ISBN 10:
3866079206
ISBN 13:
978-3866079205
276 Seiten

Bewertungen unserer Redaktion und unserer Leser

- Bissige Satire auf die amerikanische Kleinstadtidylle
- Gewohnt makabre Sprüche


Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic | ||
Bewertung: | ||
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Rezension vom: | 11.04.2010 | ||||||
Kategorie: | Preacher | ||||||
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