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Comic-Besprechung - Long John Silver 2: Neptune (II)

Geschichten:

Neptune (Originaltitel: „Long John Silver 2: Neptune“)


Autor: Xavier Dorison, Zeichner: Mathieu Lauffray 



Story:
Bereits fünfundzwanzig Tage ist die Neptune auf hoher See. Mehr als tausend Meilen hat das Schiff zurückgelegt und inzwischen die wichtigen Passatwinde erreicht. Die Tage an Bord sind von erschreckender Gleichförmigkeit. Jede Stunde bringt für die Besatzung ein gerütteltes Maß an Hunger, Durst und Schmerz.

Lord Byron Hastings ist auf der Suche nach Gold gen Südamerika gereist, um die sagenhaften Reichtümer der verschollenen Inka-Stadt Guyanacapac zu bergen. Er galt bereits selbst als verschwunden als er ein Lebenszeichen ins heimische England sandte.

Dies ruft seinen Schwager Edward auf den Plan, der den Auftrag bekommt Lord Byrons Frau im Kloster zu parken und Haus und Gut zu liquidieren, um Geld für eine Reise in den südamerikanischen Urwald zu beschaffen. Seine von einem anderen Manne schwangere Frau Lady Vivian Hastings hat jedoch eigene Pläne und spielt ein doppeltes Spiel. Zwar fährt sie mit Edward auf der Neptune der Spur ihres Gatten hinterher. Als Verbündeten holt sie sich jedoch den ehemaligen Piraten Long John Silver und dessen Schergen an Bord. Mit dessen Hilfe verspricht sie sich Vorteile im Rennen um die Schätze des Amazonas und der Rettung ihrer Zukunft.

Ihre Intrige droht aufzufliegen, als ihr Dienstmädchen Elsie von der Sache Wind bekommt und diese Lady Vivian beim Kapitän verraten will. Doch es kommt nicht dazu, denn durch einen Unfall wird Elsie durch sich plötzlich lösende schwere Eichenfässer überrollt und getötet.

Meinung:
Nachdem der erste Band Lady Vivian Hastings eine Art Ouvertüre  war, bei dem die handelnden Personen, das Setting und der Plot vorgestellt wurden, geht der zweite Teil Neptune so richtig in die Vollen was die Charakterisierung und Interaktion der wichtigsten Protagonisten betrifft.

Nicht einfach umzusetzen, spielt der vorliegende Band ausschließlich auf dem Schiff. Und dort könnte die Atmosphäre beklemmender nicht sein. Die Rauheit der See, die Härte der Besatzung, die dunkle Mystik des unbekannten Ziels, welches nur durch eine Schatzkarte und einer gehörigen Portion Glauben vorgegeben ist tragen dazu bei. Xavier Dorison gibt die Szenen vor für ein Schauspiel auf engstem Raum. Mathieu Lauffray setzt diese um in finsteren Bildern, die bedrückend echt beschreiben, wie die Menschen auf dem Schiff die dramatischen Ereignisse erleben.  

Die Rechnung geht auf: Wie schon der erste Band ist der gesamte Aufbau des zweiten Teils gekonnt umgesetzt. Die Spannung steigt ins Unermessliche. Sie kulminiert als man einen Sündenbock für den Mord am Dienstmädchen braucht. Der junge Jack O’Kief wird auserkoren und bestraft. Da fühlt man als Leser regelrecht mit, denn er wird so lange ausgepeitscht, bis er den Namen des wahren Mörders preisgibt oder sich selber zur Tat bekennt. Als die Folter und damit die Zufügung von Schmerzen kein Ende nehmen, möchte man wie Long John Silver dem Jungen helfen. Als die Episode letztlich tragisch endet, ist man wirklich tief betroffen, so intensiv ist die Schilderung des Geschehens.

Long John Silver kann mit einer Meuterei die Macht über das Schiff an sich reißen, aber das kommende Schicksal für alle Beteiligten hat er nicht in der Hand.

Neptune ist in seiner Wirkung noch viel intensiver als der erste Band. Gegen Ende des zweiten Kapitels sind die Personen dem Wahnsinn nah. Sie befinden sich auf einer Reise in die Abgründe der menschlichen Seele. Sie sind fern von bewohntem Land, fern von jedweder Zivilisation und fern von sich selbst.

Eine sehr schöne atmosphärische Doppelseite eröffnet den Band mit einem beeindruckenden Motiv, welches das mit ein paar Lampen beleuchtete Schiff auf  hoher See in der Nacht zeigt. Eine nicht minder düstere Seite schließt das Album ab. Die Neptune segelt tiefer hinein in die Ungewissheit. Im Hintergrund zeichnen sich im Nebel Umrisse von Klippen ab. Der peruanische Urwald ruft …

Fazit:
Ein höchst spannendes, streckenweise beklemmendes Leseerlebnis von packender Intensität. Man klappt den Band zu und kann es kaum erwarten bis der dritte Teil vorgelegt wird. So müssen gute Comics sein.

Long John Silver 2: Neptune (II) - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Long John Silver 2: Neptune (II)

Autor der Besprechung:
Matthias Hofmann

Verlag:
Carlsen

Preis:
€ 12.00

ISBN 13:
978-3-551-77786-7

56 Seiten

Positiv aufgefallen
  • vortreffliche Hommage an „Die Schatzinsel“
  • spannend konstruierte Story
  • für Freunde von Geschichten über Suche nach dem Eldorado
Negativ aufgefallen
Die Bewertung unserer Leser für diesen Comic
Bewertung:
2
(3 Stimmen)
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Rezension vom: 06.03.2010
Kategorie: Long John Silver
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