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Comic-Besprechung - M – Eine Stadt sucht einen Mörder

Geschichten:
M
Autor: Thea Harbou, Fritz Lang, Zeichner: Jon J. Muth

Story:
Berlin, Anfang des 20. Jahrhunderts. Die ganze Stadt ist in Aufruhr, denn ein Serienmörder treibt sein Unwesen. Ein Problem, das nicht nur die ehrliche Bevölkerung in Atem hält, denn die „Geschäfte“ der Kriminellen werden nachhaltig gestört. Zu viele Polizisten sind auf den Strassen, zu wenige stille Ecken gibt es noch. Um dem Einhalt zu gebieten beschließen die Kriminellen auf eigene Faust nach dem Serienmörder zu fahnden. Und sie bedienen sich dabei ihres gewaltigen Netzwerkes aus Menschen, das weit größer ist, als das der Polizei. Doch was geschieht, wenn sie den Mörder fassen?

Meinung:
Fritz Lang wird noch heute als großer Visionär des Kinos gefeiert, auch wenn er zu einem großen Teil „nur“ Stummfilme gedreht hat. Aber seine visuelle Kraft ist unerreicht und wird selbst in der heutigen Zeit, da es die Computer übernommen haben, ausgefeilte Zukunftsszenarien zum Leben zu erwecken, noch immer hochaktuell. Doch ein Film sollte besonders in Erinnerung bleiben, eben jener „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, der erste Tonfilm von Fritz Lang. Lang war damals 1931 ein Werk gelungen, das noch heute als leuchtendes Vorbild für Thriller hergenommen wird.

Nun hat sich Jon J. Muth dazu entschlossen ausgerechnet diesen Film in eine Graphic Novel zu pressen. Ein mutiges Vorhaben ohne Frage. Doch konnte es wirklich gelingen? Das Urteil fällt schwankend aus. Und das kommt daher, dass man versuchen muss diesen Comic als eigenständiges Werk zu begreifen. Das wiederum fällt sehr schwer, schließlich ist der Film selbst in Erinnerung geblieben, man kennt vermutlich die Geschichte. Und letztendlich wird es sogar sehr gut sein, wenn man zuerst den Comic und dann den Film ansieht und nicht umgekehrt.

Muth hat sich dafür entschieden den gesamten Film zunächst fotografisch nachstellen zu lassen und diese Fotos schließlich als Grundlage für seine Zeichnungen heranzuziehen. Mehrmals merkt man allerdings, dass die Fotos nicht nur Grundlage waren, sondern schlussendlich nur verfremdet wurden. Aus künstlerischer Sicht darf man da schon fragen, ob es sich Muth nicht einfach leicht gemacht hat, zu leicht vielleicht sogar? Es dürfte sicher einfacher sein ein Foto zu machen und zu verfremden, als komplett von vorne eine Zeichnung aufzubauen und zu vollenden. Natürlich spürt man dadurch den Realismus der Geschichte geradezu auf einen zukommen, das ist keine Frage. Aber hätte man hier nicht besser andere Mittel und Wege finden können? Das Urteil fällt auch hier schwankend aus. Letztendlich muss jeder Leser für sich selbst entscheiden, ob das Visuelle an diesem Comic ihm gefällt oder nicht.

Alex Ross wird auf dem Cover mit den Worten „Muth hat den Comic auf Jahrzehnte hin neu definiert“ zitiert. Doch hier kann man Ross einfach nicht Recht geben. Muth hat etwas Interessantes geschaffen, eine Art Chimäre aus Fotografie und Zeichnungen, das steht außer Frage. Aber es definiert nicht den Comic neu. Dazu ist es einfach nicht eigenständig genug, dafür hat sich Muth viel zu sehr an die Originalvorlage gehalten. „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ ist letztendlich nicht viel mehr als eine Comicversion des Films von Fritz Lang. Neues wird hier nicht gebracht, Revolutionäres schon gar nicht. Es ist letztendlich eine interessante und gute Comickost, mehr aber auch nicht, weniger aber ebenfalls nicht.

Die Umsetzung von Cross Cult ist wie immer gut gelungen mit einem ausführlichen Text-Sonderteil, der Einiges zum Verständnis der Produktion dieses Comics beiträgt.


Fazit:
Muth präsentiert gute und interessante Comickost auf der Grundlage von Fritz Langs Film. Ob das Ganze aber dem Leser gefällt, da die Fotovorlagen oft deutlich zu sehen sind, das muss jeder für sich entscheiden.

M – Eine Stadt sucht einen Mörder - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

M – Eine Stadt sucht einen Mörder

Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Verlag:
Cross Cult

Preis:
€ 25,00

ISBN 13:
978-3-941248-20-5

192 Seiten

Positiv aufgefallen
  • Visuell durchaus interessant
  • Spannende Geschichte
Negativ aufgefallen
  • Eine Neuerfindung des Comicgenres ist es nicht
  • Man sieht recht viel von den Fotos, die Grundlage des Comics sind
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Rezension vom: 30.08.2009
Kategorie: One Shots
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