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10 Jahre Die Virtonauten von Remory


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Interview mit Alex Jakubowski und Lois Lammerhuber
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„Es war Freude pur, mit Don zu arbeiten.“

Wie kam es zu der Idee zu dem Buch?
Alex Jakubowski: Nach unserem ersten Buch über die Comicsammler fragte mich Verleger Lois Lammerhuber sehr schnell, welches Projekt wir denn als nächstes in Angriff nehmen würden und er bot mir an, dass er selbst die Fotos macht. Da wir die Buchvorstellung damals in München gemacht hatten, wo Don als Ehrengast eingeladen war, ich ein paar Monate vorher über Don einen Tagesschau-Bericht über seinen Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse gemacht hatte, ihn dann in München sah und ein Buch schenkte - ja da lag die Idee recht schnell nahe, etwas über Don zu machen.
Zufällig waren wir dann ein paar Monate später beide auf der Vienna Comix in Wien, wir haben uns dort zum Abendessen verabredet, vorher schon mit Stefan Brenner und Jano Rohleder vorgefühlt, was er von einem Buch halten würde und dann war es am Abend eigentlich gleich besiegelt. Und wir mussten uns nur noch über den Besuchstermin in Kentucky einigen.

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Sie haben nach „Die Kunst des Comicsammelns“ bereits den zweiten Comic-Foto-Band in ihrem Programm. Woher stammt ihre Comicbegeisterung?
Lois Lammerhuber: Sie ist durch Infektion entstanden, ausgelöst durch den Bazillus Jakubowski(us). Alex Jakubowski weist mir den Weg in die Wunderwelt der Comics.

Die Texte in dem Band sprühen vor Begeisterung. Man merkt Ihnen die positive Stimmung an. Warst Du eigentlich schon vorher Don Rosa-Fan? Oder bist Du es erst im Laufe der Arbeit geworden?
Alex Jakubowski: In der Tat bin ich vorher kein richtiger Don Rosa-Fan gewesen. Als seine Comics in Deutschland erschienen, habe ich überwiegend andere Comics gelesen. Aber natürlich habe ich dann in der Vorbereitung seine Don Rosa-Collection durchgearbeitet, also all seine Comics gelesen, seine Biografie und natürlich sein Art-Work angesehen. Vielleicht ist das auch gar nicht so schlecht für so ein Buch.

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Wenn ein Künstler so persönliche Einblicke gewährt, muss es schon im Vorfeld einen guten Kontakt gegeben haben. War es schwer Don Rosa von dem Projekt zu überzeugen?
Alex Jakubowski: Don war schnell bereit mitzumachen, zumal er und Lois offensichtlich auch schnell  eine gute persönliche Eben gefunden haben. Möglicherweise liegt das daran, dass beide ähnlich alt sind (und nicht nur gleich aussehen, zumindest von hinten)... Sie konnten sehr schnell sehr gut miteinander. Don hatte nur 2 Bedingungen: 1. das Buch sollte auch auf englisch erscheinen und 2. er wollte den Text vorher lesen.
Wer hatte den Kontakt: Lois und ich sind beide über Stefan und Jano gegangen. Die ersten Absprache-Emails habe ich dann mit Don geschrieben, später ging die Kommunikation dann mehr zu Lois über (erkennt man ja auch am Email-Verkehr im Buch).

Sie haben Don Rosa in sehr privaten Augenblicken eingefangen. War er ein schwieriges Modell?
Lois Lammerhuber: Don ist nie Modell, Don ist immer Don – also authentisch durch und durch – und darüber hinaus einer der liebenswürdigsten Menschen, die ich je getroffen habe – zumindest so lange man ihn nicht nervt. Und das ist mir bis jetzt noch nicht gelungen. Ich glaube, bei Don und mir stimmt einfach die sprichwörtliche Chemie. Und ja, wir sind beide hoch professionelle Arbeiter, begleitet von einer gewissen Altersmilde. Das alles zusammen ist eine sehr kreative Matrix auf der vieles, auch sehr Persönliches, möglich wurde. Es war Freude pur, mit Don zu arbeiten.

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Haben Sie eine Lieblingsaufnahme in dem Band?
Lois Lammerhuber: Das Bild auf Seite 176-177. Ich liebe den Ausdruck der Leidenschaft für seine Oldtimer in seinem Gesicht, so ehrlich, beinahe zärtlich...

Wie lange nahm die Recherche vor Ort ein?
Alex Jakubowski: Die Recherche vor Ort heißt: Wir waren eine knappe Woche in Kentucky. Wir hatten keinen "Drehplan", sondern haben uns treiben lassen und wollten Alltag erleben. Natürlich wollten wir auch eine Reise in seine Vergangenheit machen und Burger essen gehen.

C. W. Ceram warnte in seinem Werk „Götter, Gräber und Gelehrte – Roman der Archäologie“ von 1949 die Leser eindringlich davor, dass Buch nicht auf der ersten Seite zu beginnen. Wo sollte der Leser Deiner Meinung nach bei „I still get chills“ einsteigen?
Alex Jakubowski: Der Einstieg kann überall erfolgen. Ein Leser schrieb, er habe das Buch aufgeschlagen und sei auf Seite 6 gelandet. Wo Don, das Steak vor sich hat. Aber im Prinzip ist es egal. Man kann sich von den fantastischen Fotos treiben lassen,  man kann die Texte episodenartig oder der Reihe nach lesen. Einfach nur im Buch blättern...Was man aber auf jeden Fall einmal machen sollte: den Schutzumschlag abmachen. ;-)

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Besonders originell sind die Kommentare von Don zu den Bildern. War das von Anfang an geplant oder wie kam es dazu?
Alex Jakubowski: Die Idee dazu hatte Lois Lammerhuber. Er meinte schon ziemlich bald, nachdem wir aus Kentucky zurückgekehrt waren, dass Don „intervenieren“ müsse, also etwas an die Bilder schreiben solle, oder sogar direkt aufs Bild. Ich war da zunächst skeptisch, weil ich auch großen Respekt vor den tollen Fotos hatte. Aber letztlich war das natürlich eine richtig gute Idee, die auch Don gleich begeistert aufnahm. Und je länger wir dann am Layout saßen, desto mehr Ideen kamen dann auch von Don selbst. Und so hat das Buch natürlich nochmal eine ganz besondere Don-Note bekommen.

Haben Sie im Bereich Comic-Foto-Band bereits weitere Projekte im Kopf?

Lois Lammerhuber: Ja, aber die sind ein noch streng gehütetes Geheimnis. Oder sagen wir so, damit ich ein bißchen etwas verrate, das „Zielland“ ist Italien ...

Vielen Dank für das Gespräch.

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"I still get chills!" bei der Edition Lammerhuber

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Special vom: 21.08.2017
Autor dieses Specials: Bernd Hinrichs
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