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Ausführlicher Serienrückblick
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„Alisik“ – Das ist die Geschichte eines gleichnamigen Mädchens, welches nach dem Tode auf einem verlassenen Friedhof aufwacht. Der Leser weiß anfangs genauso wenig, wie die Figur selber, so dass Beide sich auf die Suche nach den Hintergründen machen.
Hubertus Rufledt und Helge Vogt haben im Juni 2013 die auf vier Bände ausgelegte Serie gestartet und sie nun im Frühjahr 2015 mit dem alles Ali1_36_02_kleinsagenden Titel „Tod“ beendet.

In der um die 450 Seiten starken Story wird nicht nur das Ableben von Alisik aufgeklärt, zwischendrin entwickeln sich noch mehrere Handlungsstränge, die im weiteren Verlauf immer mehr in den Vordergrund treten. So entwickelt sich beispielsweise eine kleine Liaison zwischen Alisik und den blinden Jungen Ruben.
Eine Beziehung zwischen einer Toten und einem Lebenden, wie kann das sein? Die beiden Künstler überschreiten mit ihrer Erzählung Grenzen, wodurch auch eigentlich Unmögliches möglich gemacht wird.  Mystery hält von Beginn an Einzug in eine Geschichte, die mit voller Absicht in der Zwischenwelt angeordnet ist. Die Figuren sind zwischen Leben und Tod gefangen, keine Seite will sie haben und dennoch muss etwas passieren, denn der Friedhof wird von realen Baumaschinen bedroht. Einmal plattgewalzt, verschwinden die ruhelosen Geister in eine ungewisse Zukunft.

Werden in Band 1 „Herbst“ noch die Basics der Story geklärt und die Romanze zwischen Alisik und Ruben langsam in die richtigen Bahnen gelenkt, entwickelt sich die Handlung in der zweiten Ausgabe mit der folgerichtigen Bezeichnung „Winter“ stark zu einer wechselhaften Geschichte, die zwischen Liebesleben und Aktivitäten auf dem Friedhof schwankt. Beide Abschnitte werden mitunter wild gemischt, wodurch zum einen beides gleichberechtigt nebeneinander existiert und zum anderen die Figuren des Friedhofs auch eine Hauptrolle zugeteilt bekommen. So greift sich Autor Rufledt im Verlauf der Serie die einzelnen Charaktere heraus, um deren verloren gegangenes Leben Revue passieren zu lassen. Für den Leser ergibt sich dadurch eine besondere Beziehung zu den Figuren, gerade weil sie nicht nur die Begleiter von Alisik sind, sondern weil sie über eine eigene oftmals traurige Geschichte verfügen.

„Frühling“ titelt sich der dritte Band und wie es die Jahreszeit so an sich hat, steht ein Aufbruch bevor. Die Gruppe nimmt ihr Schicksal in die eigene Hand. Sie suchen einen Weg zum Totenreich, notgedrungener Maßen, denn die Baumaschinen haben sich unaufhaltsam an den Friedhof herangearbeitet und die Romanze zwischen Ruben und Alisik scheint an den physikalischen Gesetzmäßigkeiten zu scheitern. Einmal alles neu, bitte, mag der Leser angesichts der gewaltigen Umbrüche in der Story denken und dann soll auch Ali2_51_02_kleinnur noch ein Band folgen? Die Story ist bis zu diesem Punkt bereits sehr breitgefächert, ohne dass dafür ein komplizierter Inhalt erdacht wurde. Die Beziehungen der Figuren untereinander und deren jeweilige Historie sorgen für gelungene Unterhaltung.

Den Abschluss der Serie bildet nicht wie zu erwarten wäre der „Sommer“, sondern vielmehr der „Tod“. Es sieht folglich schlecht aus um die Helden, oder gut, wenn man der Logik der Wesen aus der Zwischenwelt folgen will. In diesem Band drehen Rufledt und Vogt noch einmal richtig auf, indem sie ein irres Totenreich erschaffen, das mit den gängigen Klischees der Hölle richtig aufräumt. Schon alleine dieses Szenario bietet Platz für mehrere Kapitel, daher ist es eigentlich schade, dass die Geschichte hier endet. Mal die Lesersentimentalität außer Acht gelassen wurde hier eine sehr actionreiche und mit vielen Überraschungen vollgestopfte Handlung fabriziert, die der Serie einen würdigen Abschluss verpasst. Selbst die zuweilen etwas in den Hintergrund geratene Romanze erfährt hier noch einmal eine Neuauflage. KIasse.

Die Story ist jedoch immer nur die eine Hälfte des Comics. „Alisik“ wäre sicher nicht so erfolgreich, wenn nicht auch das Layout die notwendige Qualität bieten würde.
Die Zeichnungen von Helge Vogt überzeugen von der ersten Seite an durch einen sehr experimentellen Strich, bei dem ständig unterschiedliche Ansätze gewählt werden. Dadurch wirkt die Grafik sehr komplex, was durch die durchweg dunkel gehaltene Farbgebung noch ausgebaut wird. Hier setzt Vogt den Fokus auf Lichtspots, helle Umrandungen und kräftige Kontraste.
Das Endprodukt schmeichelt dem Auge und lässt den Leser auch mal ein paar Augenblicke länger vor einem Panel hängen. Besonders exzessiv wird dieser Umstand bei den Kapitel-Blättern ausgenutzt, die immer in einen anderen Stil angefertigt werden.
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Special vom: 17.05.2015
Autor dieses Specials: Christian Recklies
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Interview mit Helge Vogt
Rezensionen Alisik # 1 - 4
Bildergalerie
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