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Die Rasselbande kehrt zurück!

Jean_Roba Zidrou Jean_Marc_Krings

Die Rasselbande – das sind Phil, der Chef der Bande, Conny, das einzige Mädchen im Team, der schottische Adlige Archibald, der Jazztrompeter Dixie und die japanischen Zwillinge Ping und Pong. Ihr Hauptquartier haben die Schüler in einem rostigen Bus auf einem unbebauten Grundstück im Stadtinnern. Mit ausgeklügelten Fallen sichert die Rasselbande das Grundstück vor allem gegen ihre ewigen Feinde die "Kaimane", Halbstarke, die das Schulschwänzen zur Kunstform erhoben haben, und den unsympathischen Millionär Hasse Habegier.
Tatsächlich gehen die Ursprünge von La Ribambelle, wie Die Rasselbande im Original heißt, auf André Franquin zurück.
Der hatte bereits in den 1950er Jahren die Idee zu einer Schülerbande, die aus Tony, dem Chef, Michel, einem Meister der Steinschleuder, Michette, dem einzigen Mädchen, Filasse, der eine Vorliebe fürs Zeichnen hat, Dizzy, einem farbigen Trompeter, und einem namenlosen Jungen bestand. Als Jo-El Azara 1957 ratsuchend bei Franquin auftauchte, überließ der Erfinder des Marsupilami dem jungen Zeichner, der bereits erste Erfahrungen in den Studios von Willy Vandersteen und Hergé gemacht hatte, die Idee. Außerdem schlug er ihm Marcel Denis, Mitglied im gerade gegründeten Studio Franquin, als Texter vor.
Denis, der später zusammen mit Marcel Remacle an Hultrasson und Barbe-Noir arbeiten sollte, schrieb für Azara die vierseitige Geschichte Opération ciseaux, die als La Ribambelle 1958 im Magazin Spirou erschien. Allerdings gab es keine weiteren Fortsetzungen, und so verschwand die Rasselbande erst einmal in der Versenkung.La_Ribambelle
Erst 1962 wurde die Idee erneut aufgegriffen – dieses Mal von Jean Roba. Roba (1930 – 2006) hatte zwischen 1958 und 1960 für André Franquin die Hintergründe zu drei Erzählungen der Serie Spirou & Fantasio gezeichnet und war selbst mit der Serie Boule & Bill, die er 1959 gestartet hatte, erfolgreich. Zusammen mit dem Zeichner Jidéhem, der für die Hintergründe verantwortlich war und ebenfalls aus dem Studio Franquin stammte, und den Szenaristen Vicq, Maurice Tillieux und Yvan Delporte entstanden zwischen 1962 und 1974 acht Geschichten, die in sechs Alben veröffentlicht wurden. Allerdings tauschte Roba – mit Ausnahme des farbigen Jungen Dizzy, den Franquin als Hommage an den Trompeter Dizzy Gillespie eingeführt hatte – das Personal komplett aus, behielt aber die Grundkonstellation bei.
In Deutschland erschien La Ribambelle zum ersten Mal unter dem Titel Die Sechs in Rolf Kaukas Fix & Foxi. Dort waren die sechs Lausekinder zwischen Anfang 1973 und Ende 1974 ständige Gäste und hatten 1976 einen weiteren Auftritt. Außerdem wurden die Abenteuer der Kinderschar –  die wörtliche Übersetzung von La Ribambelle lautet Schwarm oder Schar – in Kaukas Publikationen FF Album, FF Spaß und FF Extra zwischen 1974 und 1978 nachgedruckt, was auf die Popularität der Serie hindeutet. Zehn Jahre später – zwischen 1988 und 1991 – legte der Verlag Comicplus+ die Reihe in neuer und originalgetreuer Übersetzung sowie chronologischer Abfolge in einer hochwertigen Albenedition komplett auf. Seitdem war es still geworden um Phil, Conny, Archibald, Dixie und Ping und Pong.
2008 gab es die ersten Lebenszeichen der Rasselbande, als der 1965 geborene belgische Zeichner Jean-Marc Krings in seinem Blog verkündete, dass er ein neues Abenteuer von La Ribambelle zeichnen würde. Als Autor wurde der Texter Zidrou genannt. Krings, der in Deutschland durch die Serie Violetta (Carlsen Verlag, Finix) bekannt wurde, hat damit kein leichtes Erbe angetreten. Und wahrscheinlich war es nicht einfach, es den Auftraggebern recht zu machen, sieht man einmal auf die Zeit, die von der Ankündigung 2008 bis zum tatsächlichen Erscheinen 2011 vergangen ist. Benoît Drousie (geb. 1962) alias Zidrou ist ebenfalls kein Neuling mehr im Comicgeschäft. In Frankreich ist er vor allem für seine Zusammenarbeit mit Jean-Claude Fournier an Les Cannibales und Philippe Bercovici an Le Boss bekannt und gilt als Erbe von Raoul Cauvin.
Anscheinend ist die Kooperation von Zidrou und Krings an La Ribambelle erfolgreich, da im Sommer 2012 bereits das zweite Album erschienen ist.

Text: Zidrou
Zeichnungen: Krings
Farben: BenBK
Übersetzung: Horst Berner

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Special vom: 26.09.2012
Autor dieses Specials: Christian Recklies
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Editorial von Georg F.W. Tempel
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