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Deep in the heart of Texas... Der Mythos PECOS BILL
Deep in the heart of Texas...
Der Mythos PECOS BILL

Was für eine Serie...

Von 1953-1956 erschien im Mondial Verlag PECOS BILL. Ich bin zu jung, um damit aufgewachsen zu sein, aber in den im Wien der späten 60er Jahre überall anzutreffenden Romanumtauschzentralen konnte ich einen Stapel davon ergattern. Bald war ich im Bann dieses Westernhelden mit der tollen "Sigurd-Locke". Besonders angezogen hat mich das epische Abenteuer um die geheimnisvolle Schneekönigin. Ist dieses von Gefühlen gesteuerte Rasseweib, dem auch Eifersucht nicht fremd ist, böse oder gut? Und wer ist die brave Klein-Mary, die Pecos Bill liebt? Oder liebt er doch eine andere? Eigentlich sehnt er sich ja nach einer gewissen Meg Leichtfuß, wenn er verzückt in den Mond blickt. Doch die hatte sich vor langer Zeit auf mysteriöse Weise auf den Erdtrabanten abgesetzt. Wie bitte? Und wer sind die seltsamen Himmelsreiter, die manchmal schemenhaft am Firmament auftauchen? Dieser ziemlich romantisch veranlagte Held von imposanter Gestalt („Die Blume von Texas, die ihm einst Klein-Mary als Liebespfand gegeben hatte, betörte seine Sinne und in seinen Ohren klang das Lied der Cowboys.“) gibt viele Rätsel auf. Zudem stirbt Pecos Bill am Ende der Serie – welcher Held aus den 50ern tut sowas?

Fremdschämen mit Davy Crockett

Pecos_BillZwei Dinge störten mich allerdings ein klein wenig beim Lesegenuss: diese viel zu langen Fransen an seiner Hose und dass ihn als Sidekick Davy – hier David – Crockett begleitet. Nicht, dass ich Crockett nicht mochte, ganz im Gegenteil, aber was wurde hier mit dem edlen Tennesseer, der in Alamo für die Freiheit von Texas starb, angestellt? Er ist ein heruntergekommener, von Fliegen umschwirrter (zumindest am Beginn der Serie) Fettwanst, der für den Klamauk der Reihe sorgen darf. Einfach nur peinlich...

Doch zum Glück gab´s ja in den späten Mondial-Heften, vor allem aber im PECOS BILL-Abdruck in FIX UND FOXI (als TEXAS-BILL) und in den bsv-Ausgaben, die ich auch fleißig sammelte, noch einen anderen Sidekick: Calamity Jane. Diese knackige Flintenlady war nicht nur ein anderes Kaliber als Crockett, sondern auch nicht mit Klein-Mary zu vergleichen. Pecos Bill hätte es sicher nicht gewagt, sie „Klein-Jane“ zu taufen. Während er mit Mary nur zwischen den Abenteuern von einem gemeinsamen Heim (einer Farm in Texas) träumt, das nie zustande kommen wird, kann er mit Jane handfeste Abenteuer erleben. Auch wenn er es nicht zugibt, Klein-Mary scheint Bill schrecklich zu langweilen, kommt sie doch in den späteren Heften kaum noch vor. Doch man spürt natürlich die Zeit, in der der Comic entstanden ist: Pecos Bill bleibt seiner Mary selbstverständlich treu und die starke Jane wird ganz schwach, wenn es um ihre insgeheime, unerfüllte Liebe zu Bill geht.
(...)
Nun endlich können wir mit PECOS BILL starten. Zunächst geht es um den Helden der Legende, dessen Einfluss auf die italienische Serie keineswegs gering ist. In der nächsten Folge stellen wir dann die PECOS BILL-Hefte von Mondial und das Original von Mondatori vor. Eigentlich sollte der zweite Teil auch der letzte sein, doch ich fürchte, wir werden um einen dritten Teil nicht herumkommen. Allein für die Vergleiche zwischen Original und – ich bin versucht, es Fälschung zu nennen – sind viele Seiten notwendig. Und dann ist da ja auch noch noch die Sache mit seinem Tod... Pecos Bill starb zweimal... Doch alles der Reihe nach... sehen wir uns einmal den Mythos an.

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Special vom: 14.05.2012
Autor dieses Specials: Gerhard Frster
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