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Comics unter freiem Himmel: Ein Erlebnisbericht zum 4. Dresdner Comicfest

Es ist Samstag, die Sonne scheint, der Gratis-Comic-Tag 2011 ist Geschichte und der Comicfan sucht nach weiteren Events, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Was liegt da näher, als dem 4. Dresdner Comicfest einen Besuch abzustatten?


album_klein_1306689649_14Die Dresdner Organisatoren, bestehend aus den Holzhof-Verlag, Beatcomix, MOSA.X und dem Dresdner Comicladen, haben eine illustre Schar an Künstlern, Verlagen, Vereine und Comicschaffende in die sächsische Metropole eingeladen, um den Martin-Luther-Platz  in der Dresdner Neustadt zu füllen. An mehr als zwei Dutzend Ständen wurde den ganzen Tag über gefachsimpelt, gezeichnet und (in der Comicflohmarktecke) gefeilscht. Im nahen Umkreis des Comicfestes hatte der Dresdner Comicladen seine Pforten geöffnet, um den Freunden der neunten Kunst mit alten und neuen Publikationen zu begeistern. Des Weiteren wurden zwei Einrichtungen für einen Vortrag und einer Gesprächsrunde genutzt, die ebenfalls in unmittelbarer Nähe zum Veranstaltungsort lagen. Dazu aber später mehr.


Auf dem Martin-Luther-Platz hatten verschiedene Independentkünstler und-Verlage ihre Tische aufgebaut. Unter anderem waren hier die Mitglieder des Dresdner Mosaik-Fanclubs „MOSA.X“  vertreten, welDSC00413che ihre neueste Ausgabe unter das Volk verteilten. Natürlich konnten noch alte Ausgaben des Fanzines erworben werden. Gleich nebenan saßen Vertreter des Leipziger Comicstammtischs, welche Veröffentlichungen der Leipziger Comicszene präsentierten (Schweinevogel, Comix & Beer, Seelenfresser). Bei einem kurzen Plausch teilte Thomas Wilde aka thowi mit, dass die zweite Ausgabe der Comicanthologie „Comix & Beer“ im September zum Leipziger Comicgarten erscheint.  Kurz um 180 ° gedreht, stand der Comicfan vor dem Stand des Holzhof-Verlags, welcher mit seinen DDR-Comics eine Menge Leute anlockte und den ganzen Tag über sehr gut besucht war. Zudem hatte der Mann hinter Holzhof, Guido Weißhahn, verschiedene Signiergäste eingeladen. Thomas Schmitt (Matufflis, Gruppe MTS) und Jürgen Günther (Otto und Alwin) signierten ihre Publikationen und kamen mit den Fans der alten DDR-Comics ins Gespräch. Anlässlich des Comicfestes erschienen der 23. Band der „Klassiker der DDR-Bildgeschichte“ und ein Sonderband mit dem Comic „Die Urmatufflis“, welcher unter anderem von Thomas Schmitt signiert wurde.


DSC00414Direkt daneben zeichnete die „Mutter der Abrafaxe“ Lona Rietschel unermüdlich ihre drei Helden für die Schlange-stehenden Mosaikfans.  Präsentiert wurde diese Aktion von Comic & Co., welche auch eine Vielzahl an Mosaik-Produkten zum Kauf anboten.  Der wartende Gast konnte in der Zwischenzeit zum benachbarten Stand des Modellbauservice Bauer gucken und dort die aufwendig hergestellten und stark limitierten Mosaik-Replikaten  bewundern. Der Aussteller teilte auf Nachfrage mit, dass zum November ein neuer Mosaik-Bastelbogen erscheint.
Neben den Mosaik-bezogenen Ständen, gab es noch eine Vielzahl von Künstler-Tischen. Beispielsweise wurden die Manga-Fans bedient von Nadia Enis (Ex-Fix-und-Foxi-Chefzeichnerin) und David Füleki ("Struwwelpeter"), welche den ganzen Tag zeichneten, signierten und ihre Werke verkauften. Auch Johannes "Beetlebum" Kretzschmar machte kräftig Werbung für seine Produkte. Er verkaufte beispielsweise „gedrucktes Internet“, quasi die Papierversion seines Blogs und signierte fleißig seine Werke.
Neben vielen weiteren Künstlern, sorgten besonders Flavia Scuderi (Witch) aus Italien und der französische Verlag Vraoum für Ablenkung von den deutschen Publikationen. Nicht fehlen durften beim Comicfest die Beatcomixer Ivo Kircheis und Mamei mit ihrem Verlagsprogramm. Dave Grigger (Lobende Erwähnung beim ICOM Independent Comicpreis 2010) und Paralleluniversum sind Publikationen der beiden Künstler, die für einen stetigen Besucherstrom sorgten.


Neben den Aktivitäten auf dem Martin-Luther-Platz wurden noch zwei Veranstaltungen organisiert. Punkt 13:00 UDSC00420hr startete unweit des Platzes die große Frösi-Sause, wo ehemalige Verlagsmitarbeiter und –zeichner intensiv über die große DDR-Kinderzeitung berichteten und Guido Weißhahn den neuen Frösi-Index im Internet präsentierte. In dem zweistündigen Gespräch berichteten Frank Frenzel, Jürgen Günther und weitere über die Produktion, Planung und Gestaltung des Magazins, dass zu seinen Spitzenzeiten eine Auflage von 600.000 Exemplaren (zu Weihnachten sogar 700.000 Stück) hatte. Hier erfuhren die geschätzten 30 Zuhörer beispielsweise, das die Frösi von Strafgefangenen sortiert und versandfertig hergestellt wurde. Besonders Frank Frenzel offenbarte einige Kuriositäten, was zu Lachern und Staunen im vollen Raum führte. Die zweite Veranstaltung, war dem Thema „Die MOSAIK-Rollfilme“ gewidmet, wobei aus Zeitgründen ein Besuch leider nicht mehr möglich war.


Abschließend kann das 4. Dresdner Comicfest als kleine, aber feine Veranstaltung bewertet werden, wo ein ständiger Besucherandrang herrschte und eine breite Palette der Comicszene dem Publikum präsentiert wurde. Trotz der eher kleinen Lokalität gab es selbst beim dritten oder vierten Rundgang noch etwas zu entdecken, was für eine abwechslungsreiche Aufstellung der Tische und eine durchdachte Planung des Festes steht. Empfehlenswert!

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Special vom: 29.05.2011
Autor dieses Specials: Christian Recklies
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Kurzinterview mit Guido Weißhahn
Bildergalerie
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