SplashpagesSplashbooksSplashcomicsSplashgamesComicforumImpressumEntertainweb
Valerian - Der FilmDas 500. MOSAIK


In der Datenbank befinden sich derzeit 447 Specials. Alle Specials anzeigen...
Specials Eventspecials

A load of questions ...
ALEX_ROBINSON.jpg Frank Plein: In Deutschland gibt es quasi zwei Lager, die Mainstream/ Action / Superhelden / Sci-Fi-Fantasyautoren und - Leser, und die Autorencomicfraktion, die mit gerümpfter Nase aneinander vorbeigehen, und in gewissem Maße scheint es diese Lager auch in den USA zu geben. Es fällt schwer, sich vorzustellen, dass Adrian Tomine in einen Spiderman-Film geht. Du selbst bist schwerer einzuordnen, da du selbst zwar Autorencomics machst, aber kein Problem mit Action und Mainstream hast - deine letzte Veröffentlichung handelt von einem Mädel, dass auf 56 Seiten durch Kerker und Höhlen läuft und Monster abschlachtet. Ein Kontrastprogramm zu den Autorengeschichten aus BOX OFFICE POISON und AUSGETRICKST. Wo siehst du dich selber? Fühlst du dich einem bestimmten "Lager" zugehörig?

Alex Robinson: Schwer zu sagen. Ich weiß nicht, ob es so schwarz-weiß ist wie es wirkt - vor einigen Jahren gab es ja mal eine "Alternative Autoren machen Superhelden"-Reihe, und das scheint darauf hinzuweisen, dass es da einige gibt, die heimlich Superheldenzeug mögen, oder es zumindest als angenehme Jugenderinnerung schätzen. Ich selbst fühle mich tatsächlich manchmal ein bisschen wie ein Außenseiter. Als ich begann, träumte ich davon, auf dem Cover vom Comics Journal zu sein und rümpfte, wie es sich gehörte, die Nase über Superheldencomics. Als dann Box Office Poison erschien, gab es prompt einen gewaltigen Verriss vom Comics Journal und eine Lobeshymne vom [Mainstream-Magazin] Wizard, und die hat das Buch gerettet, in kommerzieller Hinsicht.

Ich denke, Teile des Problems ist, dass ich nicht an formalen / stilistischen Experimenten interessiert sind, was so charakteristisch für die Indie-Szene ist. Meine Motivation ist viel eher, eine Geschichte zu erzählen, und das Geschichtenerzählen scheint für viele keine vorrangige Bedeutung zu haben. Ich hatte eine interessante Erfahrung vor einiger Zeit bei einer Podiumsdiskussion. Es ging um Schreiben versus Kunst, und ich sagte, dass ich mich eher als einen Autor sehe, der auch zeichnet, und nicht als ein Zeichner, der auch schreibt, und bei einigen schien dieser Kommentar nicht gut anzukommen. Vielleicht dachten sie, dass ich mich über sie erheben wollte, was nicht meine Absicht war. Irgendwie schien es sie zu verunsichern.

Frank Plein: Und wer liest deine Bücher? Gibt es so etwas wie einen typischen Alex Robinson-Leser?

Alex Robinson: Ich denke, so etwas wie einen typischen Leser habe ich nicht. Wenn überhaupt, denke ich, dann sprechen meine Bücher Leute an, die Mainstream-Comics mögen, aber keine Lust mehr auf Superhelden haben und nach mehr oder nach etwas anderem suchen. Vielleicht sind es "alternative Comics für Leute, die keine alternativen Comics mögen".

Frank Plein: Marvel und DC haben in den letzten Jahren viele "alternative" Autoren für ihre Serien rekrutiert - Peter Bagge hat eine Spiderman-Story gemacht, Ed Brubaker und Judd Winnick schreiben Superheldenserien und David Mack hat einige Daredevil-Runs betreut - könntest du dir für dich selber vorstellen, für eine Superheldenserie zu schreiben? Und gibt es feste Serien aus dem Superhelden / Mainstreambereich, die du regelmäßig liest?

Alex Robinson: Es gibt keine Superheldenserie, die ich regelmäßig verfolge. Ich kaufe keine "Floppies", keine Einzelhefte mehr, weder Alternative noch Mainstream, sondern warte lieber bis die Serie als Trade Paperback erscheint. Wenn mir Leute etwas empfehlen, schaue ich es mir allerdings an. Ich habe The Astonishing X-Men gelesen und fand sie klasse, aber dabei war auch hilfreich, dass ich als Kind praktisch nichts anderes als die X-Men gelesen habe. Das ist sicher auch Teil des Problems, denke ich: Die meisten Superheldenserien erfordern zuviel Vorwissen, um für neue Leser direkt zugänglich zu sein.

Ein Teil von mir hätte Freude daran, eine Superheldenserie für einen der Großverlage zu machen, aber ich weiß nicht, wie viel Sinn es letztendlich machen würde. Es brennen mir aktuell keine konkreten Stories für dieses Genre unter den Nägeln, und so hätte ich das Gefühl, dass ich bloß Stories wiederkäue, die ich als Kind gelesen habe. Ein zweiter Punkt ist der, dass ich am besten bin, wenn ich bei dem, was ich schreibe, komplette Freiheit habe und machen kann was ich will. Ich glaube nicht, dass ich für Arbeit im Rahmen einer solchen Großunternehmensstruktur so geeignet wäre. Der Hauptgrund für mich, Comics zu machen, speziell alternative Comics, war ja gerade der, dass man AUTEUR sein kann, komplette Kontrolle über alle Aspekte seiner Story hat. Du akzeptierst die Abwesenheit von Geld in diesem Markt im Tausch gegen die totale Freiheit zu machen, was immer du willst. Sobald dein Auftraggeber von dir erwartet, dass du ihm Umsatz und Profit bringst, wird er die Versuchung spüren, dir in deine Arbeit reinzupfuschen und sie zu "verbessern".

Frank Plein: Du hast in einem Interview einmal gesagt, dass du eine Geschichte am liebsten mit so wenig Planung wie möglich angehst, so dass sich die Story entwickelt, während du schreibst, und sie dich genauso überrascht wie später den Leser, was das Schreiben unterhaltsamer und aufregender macht. Auf der anderen Seite finde ich es bemerkenswert, wie dramatisch ausgefeilt und "komponiert" deine Seiten wirken. Das finde ich gerade bei alternativen Comics außergewöhnlich, wo sehr viele Autoren mit einem festen Panelraster arbeiten, von dem sie nur selten abweichen. Dein Seitenlayout ist sehr dynamisch und filmisch, was eine der großen Freuden beim Lesen deiner Stories ausmacht. Es ist schwer vorstellbar, dass diesen Seitenlayouts keine ausführliche Planung vorausgegangen ist. Aber du hast geschrieben, dass du zum Ende von AUSGETRICKST jeden Tag mindestens eine Seite gemacht hast. Wie planst du eine Szene? Und in welchen Schritten entwirfst du das Layout einer Seite?

alexillustrat.jpg Alex Robinson: Wenn ich eine Szene beginne, habe ich üblicherweise eine gewisse Ahnung, in welche Richtung sie gehen wird. Ich habe die Eckpunkte der Story im Kopf oder die Information, die die Story transportieren soll. Ich habe auch eine ungefähre Vorstellung, wie lang die Szene sein wird, obwohl die tatsächliche Länge später stark abweichen kann. Dann schreibe ich den Dialogverlauf in mein Skizzenbuch, begleitet von sehr groben Skizzen von entweder Gesichtern oder Gesten, je nachdem auf welchem Element gerade der Schwerpunkt liegt. Wenn ich das Material für eine Seite stehen habe, fange ich an- immer noch im Skizzenbuch - ein organisierteres Layout der Seite auszuarbeiten. Hier treffen ich die konkreten Entscheidungen für Dinge wie Panelgrößen, und wie die Leseabfolge einer Seite sein wird. Zu diesem Zeitpunkt sind die Zeichnungen noch sehr rudimentär, fast nur Kreise oder sehr grob skizzierte Figuren. Wenn ich mit dem Verlauf der Seite zufrieden bin, gehe ich an den Zeichentisch und arbeite die Bleistiftvorzeichnung aus. Ich skizziere die Pencils der Bildinhalte, tusche das Lettering und die Panelrahmen, und tusche dann die eigentlichen Bildinhalte. Wenn ich damit durch bin, gehe ich zur nächsten Seite und beginne den Prozess von vorne.

Frank Plein: Die Charaktere in AUSGETRICKST sind, ebenso wie in Box Office Poison, sehr vielschichtig und komplex, voller Unzulänglichkeiten und Schwächen, aber dennoch - oder deshalb - mögenswert. Wie lief das "Casting" für AUSGETRICKST? Hattest du erst die Charaktere und dann die Story, oder entwickelte sich beides im Verlauf der Geschichte?

Alex Robinson: Für einige Erzählstränge hatte ich erst die Story, für andere erst die Charaktere, die dann die Basis für den Verlauf der Handlung bildeten. Ich glaube, AUSGETRICKST begann mit einem Haufen verschiedener Stories, mit denen ich spielte, bis ich mich entschloss, sie zu einem Buch zu verbinden. Ich hatte das Ende zuerst. Davon ausgehend habe ich mich nach vorne durchgearbeitet.

Frank Plein: In einer kürzlich in den USA erschienenen Anthologie zeitgenössischer Comics beschwert sich der Herausgeber, dass jeder die Fünfziger Jahre als "goldenes Zeitalter" für Comics ansieht, während die Qualität der Comics seiner Meinung nach nie so hoch war wie im Moment. Einerseits schließen Autoren wie Craig Thompson Verträge wie Literaturgiganten wie Pantheon Books ab, und Chris Ware illustriert für den NEW YORKER, andererseits beklagen Marvel und DC enorme Einbrüche in den Verkaufs- und Auflagenzahlen.
  • Stimmst du überein, dass das goldene Zeitalter der Comics wirklich jetzt ist?
  • In welche Richtung denkst du, dass sich das Medium entwickeln wird?
  • Siehst du die Zukunft des Mediums optimistisch oder pessimistisch?
  • Was ist für die bei Comicmessen das befriedigendste - und was das nervigste?

Alex Robinson: Ich denke, wenn Leute vom "Goldenen Zeitalter" der Comics sprechen, beziehen sie sich auf zwei Dinge: Zum einen verkauften sich Comics in den 50er Jahren sehr, sehr viel besser als heute. Jedes Kind las Comics, und so war es in wirtschaftlicher Hinsicht, und im Bezug auf seine kulturelle Bedeutung, definitiv ein goldenes Zeitalter. Natürlich waren die meisten dieser Comics für Kinder gemacht, und die Autoren gingen wohl davon aus, dass ihre letzte Story längst vergessen sein würde, wenn die nächste Ausgabe erschien. Die meisten von ihnen sahen ihre Tätigkeit sicher nicht als "künstlerisch" an. Ein anderer Grund, weshalb Leute diese Zeit als goldenes Zeitalter bezeichnen, könnte der Umstand sein, dass genau diese Leute in diesen Jahren Kinder waren. Mein "goldenes Zeitalter" hatte ich 1984 mit ungefähr 14. Ich war niemals so begeistert von Comics wie damals, und werde es auch nie mehr sein.

Im Moment erleben wir natürlich eine andere Art goldenes Zeitalter, in dem "ernsthafte" Comic endlich ihre Anerkennung finden. Ein Teil davon ist ebenfalls Nostalgie, denke ich: Die Nerds, die Mitte der Achtziger so begeistert von Watchmen, Love and Rockets und Maus waren, sind jetzt Redakteure, Journalisten und Autoren, und brennen darauf, allen zu erzählen, was für eine großartige Kunstform Comics sind. Ich bin nicht sicher, inwieweit sich diese begeisterten Rezensionen letztendlich auf die Verkaufszahlen niederschlagen, und es wird noch interessant zu sehen, wie lang der Atem dieser momentanen Modewelle sein wird, jetzt, wo jeder Verlag hier seine "Graphic Novel"-Linie hat.

Ich kann die Entwicklung auf zweierlei Weise bewerten: Einerseits ist es großartig, dass Comics endlich die Anerkennung finden, die sie verdient haben, aber andererseits fürchte ich auch, dass das Medium jetzt, wo die großen etablierten Verlage im Markt mitspielen, etwas von dem wilden, unabhängigen Geist verlieren, der Comic als Medium überhaupt so interessant machte. Kannst du dir vorstellen, dass jemand wie Robert Crumb, wenn er heutzutage beginnen würde, bei einem etablierten Verlag landen könnte? Ich bin auch einfach egoistisch: wie oben erwähnt, mir gefällt die Vorstellung nicht, mit einem Redakteur oder Lektor zusammenarbeiten zu müssen, der will, dass ich die Geschichte ändere oder einen süßen Hund einbaue, damit auch Kinder das Buch kaufen oder so etwas.

Ich denke, ein großer Trumpf, den die Comicszene zu ignorieren scheint, ist Manga. Mangas sind in den USA in den letzten Jahren unglaublich populär geworden, besonders unter Mädchen, eine Zielgruppe, die die Comics schon vor Jahren abgeschrieben haben. Irgendwann wird auch diese Generation erwachsen und ihrerseits Redakteure und Autoren stellen, und es könnte sein, dass dann der Graphic Novel-Trend kurzlebiger ist als uns jetzt scheint.

Was Comicmessen betrifft: Der dankbarste Teil hier ist - natürlich - dass man seine Bücher verkauft bekommt und Leute trifft, die einem sagen, wie gut ihnen die Sachen gefallen. Der nervigste Teil für mich ist, Leute überzeugen zu müssen, dass sie deine Bücher kaufen sollen. An deinem Tisch zu sitzen und zu warten, dass jemand herantritt, dem man sich dann anpreisen muss wie eine Prostituierte auf dem Straßenstrich, das kann schon deprimierend und kräftezehrend sein. Ich habe kein Problem mit Leuten, die an den Tisch kommen, in das Buch reinschauen und es wieder hinlegen, ohne es zu kaufen. Das ist nur fair. Am schlimmsten ist es, wenn Leute Fragen stellen, worum es geht usw. usf. und dich 10 Minuten lang was weiß was für einen Tanz aufführen lassen, um dir dann zu sagen, dass es interessant klingt, aber dass sie kein Geld haben.

Einer der Gründe, warum ich Angouleme und Barcelona so mochte war, dass ich die Landessprache nicht sprach und deswegen von dem "Businessteil" der Veranstaltung komplett entbunden war. Ich hoffe, dass ich diese Erfahrung auch irgendwann mal in Deutschland machen kann!

(Anmerkung: Eine entsprechende Einladung ist in den nächsten zwei Jahren von der EDITION 52 fest eingeplant)

Frank Plein: Dave Sim war ein wichtiger Einfluss für dich. Was schätzt du am meisten an seinen Büchern, und wo, denkst du, ist sein Einfluss noch erkennbar, stilistisch wie inhaltlich?


Alex Robinson: Am größten war sein Einfluss im Storytelling, denke ich. Er hat ein großartiges Gespür für Timing, egal ob es um komische oder dramatischen Szenen geht. Ich las ihn zum ersten Mal mit 15, nachdem ich fast nur Superheldencomics kannte, und es war eine Offenbarung. Ich fand es extrem bemerkenswert, dass er zum Beispiel einzelne Panels, aber auch ganze Seiten oder ganze Sequenzen ohne Dialog brachte, vor allem nach dem ich THE UNCANNY X-MEN gelesen hatte, die Chris Claremont so mit Exposition vollstopft, dass es einen förmlich erschlägt.

Die wichtigste Lektion, die ich von Dave Sim lernte, war seine Herangehensweise: die Tatsache, dass eine Person alles machen konnte, schreiben, zeichnen, lettern, sogar veröffentlichen. Beim Veröffentlichen ziehe ich die Grenze, aber im Vergleich zu der Mainstream-Seite des Geschäftes, wo alle Aufgaben verteilt sind und alles von Editoren und der Firma abgeklopft und kontrolliert wird, war er so unabhängig, so "independent" wie Comics nur sein konnte.

Frank Plein: Du hast unter Will Eisner Comiczeichnen studiert. Kannst du uns einen Eindruck vermitteln, wie es war Unterricht von Will Eisner zu bekommen? Und könntest du dir für dich selbst vorstellen, Unterricht zu geben?

Alex Robinson: Zuallererst: Er war ein wirklich netter Kerl. Ich war um die zwanzig, als er mein Lehrer war, und wie wahrscheinlich alle Zwanzigjährigen dachte ich, mir könne keiner mehr was erzählen. Es ist ihm hoch anzurechnen, dass er bereit war, seine Ideen gegenüber einem Haufen Rotznasen darzulegen und zu rechtfertigen. Er schien keine Angst davor zu haben, herausgefordert zu werden, schien es zu mögen, wenn seine Ideen hinterfragt wurden. Es ist für mich heute fast beschämt, wenn mich Leute nach ihm fragen, und ich mich an die Sachen erinnere, die wir im Unterricht diskutierten. Ich war ein rebellischer Klugscheisser, aber er war sehr geduldig. Ich stimme immer noch nicht mit allem überein was er sagte, aber ich habe ihn wirklich respektiert.

Ausserdem war seine Klasse die einzige, die den Schwerpunkt auf Storytelling legte, mehr als auf technische Aspekte wie Anatomie oder Faltenwurf. Ein Blick auf meine Zeichnungen wird dir sagen, dass es mir nicht besonders wichtig war, ein technisch guter Künstler zu sein.

Wenn man mich fragen würde, hätte ich schon Interesse daran Unterricht zu geben, aber ich würde mir jetzt nicht die Arme ausreißen, um es passieren zu lassen. Ein Teil von mir ist immer noch ein Klugscheißer und Besserwisser, deswegen spricht mich die Idee, Kids etwas beizubringen, durchaus an. Ich selbst allerdings habe Schule gehasst, und deshalb weiß ich nicht, ob ich in so einer Lehrerposition würde sein wollen. Einmal hat mich ein Lehrer gebeten, in seinen Unterricht zu kommen, weil er BOX OFFICE POISON in seiner Klasse benutzen wollte. Er hatte den Kids das Buch zu lesen gegeben und jetzt war ich da, um mit ihnen darüber zu reden. Es waren High School Kinder, Pubertätsalter, und kam hatte ich den Raum betreten, wurde mir klar, dass sie mein Buch als genauso langweilig und nervend empfanden wie ich damals vielleicht Charles Dickens, als wir ihn durchnehmen mußten. Der Lehrer musste sie dazu drängen, mir Fragen zu stellen. Es war grauenvoll.

Frank Plein: Sag mir, was dir spontan einfällt zu ....

1. ………. Alan Moore
1.a ………. dem WATCHMEN Film, der 2009 kommen soll?


Alex Robinson: Mit seinem schwersinnigen, experimentelleren Zeug kann ich weniger anfangen, aber niemand ist so gut im Schreiben von exzellenter, intelligenter Unterhaltung wie er. Er ist wahrscheinlich mein Lieblingsautor bei Comics.

Was den Watchmen-Film betrifft, könnten meine Erwartungen nicht geringer sein. Mir scheint, um aus dem Buch einen verfilmbaren Stoff zu machen, müsste man die komplette Backstory rausschmeissen - in anderen Worten, genau das, was das Buch interessant macht. Nimm das aus dem Buch raus, und was bleibt, ist ein relativ schwacher Plot.

2. ………. Peter Bagge?

Seine Buddy Bradley-Saga war großartig, und er hat mich tatsächlich stark beeinflusst.

3. ………. Craig Thompson?

Mit ihm werde ich öfter verglichen als mit jedem anderen Zeichner, wahrscheinlich weil wir beide sehr dicke Bücher beim selben Verlag rausgebracht haben. Ich bin sehr ehrgeizig und habe ein starkes Bewusstsein für Hierarchien, deswegen bin ich neidisch auf den enormen Erfolg, den er hatte, aber er ist ein fantastischer Künstler, das muss ich zugeben.

4. ………. Kurt Vonnegut?

Mein absoluter Lieblingsautor. Ich entdeckte ihn im Teenageralter, was die beste Zeit ist um ihn zu entdecken, und werde seine Bücher immer mal wieder in die Hand nehmen und neu lesen. Er wohnte seinerzeit in unserem Viertel, und ich sah ihn mal, wie er vom Zeitungskiosk kam. Ich sagte nichts, aber innerliche lächelte ich wie in Idiot.

5. ………. Kevin Smith?

Ich liebte Clerks, als es seinerzeit rauskam, aber ich wünschte wirklich ich könnte mehr mit seinen Filmen anfangen. Er hat eine ganz bestimmte, sehr affektierte Art zu schreiben, die mir sauer aufstößt.

6. ………. Woody Allen?


Er hat seit über einen Jahrzehnt keinen ansehbaren Film mehr gemacht, aber der Woody Allen in seiner besten Zeit gehört immer noch zu meinen Favoriten. Manhattan, Der Stadtneurotiker, Verbrechen und andere Kleinigkeiten - alles grandiose Filme.

Ein Aspekt deines Schreibens, der in BOX OFFICE POISON noch stärker hervortritt als in AUSGETRICKST, ist dein wunderbarer Sinn für Humor, speziell in den Dialogen. Welche Comics, Personen, Sitcoms und Filme bringen DICH zum Lachen?

Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll! Ich werde einfach ein paar Sachen nennen, die allgemein bekannt sind, ohne dass man groß erklären muss, was es ist: Futurama, die Familien-Sitcom Arrested Development, The Office (die englische sowohl als auch die amerikanische Version), Laurel & Hardy, die Marx Brothers, Patton Oswalt, Mr. Show, Monty Python, Tony Consiglio.

Frank Plein: Erzähl etwas von deiner nächsten Graphic Novel "Too cool to be Forgotten" und von deinen Plänen für die Zukunft allgemein.

Alex Robinson: "Too cool to be Forgotten" handelt von einem Mann mittleren Alters, der sich einer Hypnose unterzieht, um mit dem Rauchen aufzuhören, und sich daraufhin im Jahre 1985 wiederfindet und seine High School-Zeit noch einmal neu durchleben muss. Meine eigene High School-Zeit beschäftigt mich immer noch sehr stark, und ein Grund für mich, diese Story anzugehen, war, mir klar zu werden, warum das so ist, und herauszufinden, was diese Zeit mir bedeutet. Letztendlich war es mehr Arbeit, und hat sich in eine andere Richtung entwickelt, als ich gedacht hatte. Im Moment bin ich noch 15 Seiten vom Ende entfernt, und wenn alles klappt, erscheint das Buch im Sommer 2008 bei Top Shelf. Ich hoffe, dass AUSGETRICKST sich in Deutschland so gut verkauft, dass auch dieses Buch übersetzt wird - obwohl ich nicht ganz sicher bin, wie gut es sich übertragen lässt. Wir werden sehen.
(Anmerkung Sein Titel TC2BF "Too Cool to be Forgotten" erscheint bei EDITION 52 nächstes Jahr)

Frank Plein: Ein deutscher Comiczeichner hat vor einigen Jahren seinen Comic mit einer beigelegten CD veröffentlicht, mit Songs, die extra für den Comic geschrieben worden sind, als quasi-Soundtrack. Welche Bands oder Songs würden den Soundtrack zu AUSGETRICKST oder zu TC2BF liefern?

Alex Robinson: Für "Too Cool" ist das einfach, es wären alles Achtziger-Jahre-Songs. Jedes Kapitel ist nach einem bestimmten Songtitel aus dieser Zeit benannt. Wenn das Buch raus ist, veröffentliche ich vielleicht eine Playliste, damit die Leute danach ihre eigenen Mix-CDs zusammenstellen können. Bei AUSGETRICKST ist das schon schwerer: Ich habe für das Buch bewusst auf alle Referenzen auf echte Bands verzichtet, und es wird noch nicht einmal konkret beschrieben, welche Art von Musik Ray, die Hauptfigur, macht, abgesehen davon dass er Gitarre spielt. Ich habe das absichtlich gemacht, um die Leser zu animieren, sich ihren eigenen Soundtrack dazuzudenken, deswegen werde ich hier mal schweigen.


Special vom: 16.11.2007
Autor dieses Specials: Frank Plein
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Zurück zur Hauptseite des Specials