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Giorgio Cavazzano
Fragt man einmal die Disney-Fans, wer zu ihren Lieblingszeichnern aus dem italienschen Raum gehört, dann wird neben Massimo De Vita und Romano Scarpa meist noch ein weiterer Name genannt: Giorgio Cavazzano. Und in der Tat hat er mehr als zwanzig Jahre Disney-Comics aus italienischer Produktion wenn nicht dominiert, dann doch sehr stark geprägt. Von 1967 bis 1988 zeichnete er Geschichten mit den Ducks und Micky Maus und weckte besondere Aufmerksamkeit durch eine Casablanca-Parodie mit den Ducks, kehrte aber auch danach immer wieder zu den Disneys zurück und zeichnete neue Geschichten.

Geboren wurde Cavazzano am 19. Oktober 1947 im romantischen Lagunenstädtchen Venedig. Schon lange bevor er sich selber ans Zeichenbrett setzte, arbeitete er bei Disney-Comics mit, tuschte die Zeichnungen seines Cousins Luciano Capitanio und kolorierte die Arbeiten von Luciano Gatto und Romano Scarpa, die alle ebenfalls in Venedig lebten und ihn mit Sicherheit prägten.

In Deutschland sorgte er 2004 wieder einmal für Furore, als im Donald Duck Sonderheft die Serie „Drachenritter“ veröffentlicht wurde. Über 12 Ausgaben hinweg wurde eine lange, sehr lange Geschichte erzählt und die Leser mussten sehr geduldig sein, denn das Sonderheft erscheint nur einmal im Monat. 2005 wurde aber dann ein Sammelband veröffentlicht, der nun auch auf dem Comic-Salon in Erlangen noch einmal beworben wird. Denn Cavazzano ist einer der Stargäste auf dem diesjährigen Festival.

Nun hat Cavazzano aber nicht nur Disney-Comics gezeichnet, Er hat sogar schon des Öfteren gänzlich andere Wege beschritten. Ende der siebziger Jahre erschien in Zack der Funny-Western Peter O’Pencil / Silas Finn. Und ein Funny-Zeichner, der auch Superhelden zeichnet ist eher ungewöhnlich und doch hat er sich auch an eine Ikone des amerikanischen Comics herangewagt, genauer gesagt an Spider-Man. 2004 zeichnete er für Marvel Italia die Geschichte „Uomo Ragno: Il segreto del vetro“, zu Deutsch: „Spider-Man: Das Geheimnis des Glases“. Er war nicht der einzige italienische Künstler, der daran beteiligt war, ein weiterer Disney-Künstler, der Autor Tito Faraci hatte die Aufgabe das Szenario zu entwerfen. Faraci dürfte hierzulande durch den Comic „The Last Battle“ (Ehapa Comic Collection, März 2006) dem breiteren Publikum bekannt sein. Marvel Italia gehört dann auch noch einem italienischen Verlag, nämlich Paninicomics Italia. Sprich der komplette Band ist von A bis Z eine italienische Produktion, die nun auch in Deutschland veröffentlicht wird. Am 6. Juli wird als Marvel Graphic Novel 8 der Band „Spider-Man in Venedig“ bei Paninicomics erscheinen – oder besser bei Marvel Deutschland.

Zeichner, Autor, Verlag, alles italienisch. Was verwundert es da den Leser, wenn auch noch der Rest des Comics nicht gerade gewöhnlich zu nennen ist. „Spider-Man in Venedig“ kommt nicht bunt, sondern schwarzweiß daher und trägt dadurch ein charakteristisches Stilelement italienischer Comics in sich. Dylan Dog (hierzulande bei der Edition Schwarzer Klecks) oder Diabolik (MARTIN: KOMMT DER NOCH BEI EHAPA RAUS? HAB KEINE HINWEISE AUF EINEN ANDEREN VERLAG GEFUNDEN!) sind hier als Referenzwerke zu nennen. Aber es fällt noch mehr auf: Die Charaktere wurden eher disneylike gezeichnet und wenn man italienischen Kommentatoren im Internet glauben darf, erwartet man fast schon, dass Phantomias – immerhin ein uritalienischer Superheld - um die nächste Ecke und Spider-Man zu Hilfe kommt.

Auf Initiative von Paninicomics, die damit natürlich die deutsche Ausgabe von „Spider-Man in Venedig“ promoten wollen, kommt Giorgio Cavazzano nach Erlangen, wird aber auch am Ehapa-Stand signieren. Und damit wird er die fast schon einmalige Gelegenheit bekommen das Beste aus zwei Welten zu erleben: Die Fans von Spider-Man und die der Ducks.

Wir werden im Rahmen der Berichterstattung zum Comicsalon auch ein Interview mit Giorgio Cavazzano führen.


Special vom: 07.06.2006
Autor dieses Specials: Bernd Glasstetter
Die weiteren Unterseiten dieses Specials:
Massimo Fecchi
Globulo Rosso von Massimo Fecchi
Interview mit Massimo Fecchi
Intervista a Massimo Fecchi
Interview mit Giorgio Cavazzano
Lorenzo Pastrovicchio
Interview mit Lorenzo Pastrovicchio auf der CA 99
Intervista a Lorenzo Pastrovicchio
Interview mit Lorenzo Pastrovicchio
Interview mit Marco Rota
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