10 Tausend Besucher
am Wochenende, mehrere Veranstaltungsorte, Workshops, Händler,
unzählige Kostüme bewundern und vor allem Freunde treffen – das ist die
Animagic.
Es ist schon eine riesige Veranstaltung, auch wenn sich dieses Jahr das
nicht in überfüllten Hallen zeigte. Es war sicher das wunderschöne
Wetter am Samstag, das den Menschenauflauf Kollaps in der
Rhein-Mosel-Halle in Koblenz verhinderte. Viel Sonne aber nicht zu warm
- da wanderte man gerne zwischen dem Schloß und dem Hallen-Vorplatz hin
und her. Deswegen gab es in der Halle bei dort drückenden Temperaturen
immer etwas Platz. Vielleicht lag es auch daran, dass von den drei
großen Manga-Verlagen Deutschlands nur einer mit einem Stand anwesend
war. So pilgerten die Fans lieber zu den Kinos, oder ließen sich in den
Sälen mit den interessanten Film- und Show Vorführungen häuslich nieder.

Statt Zwangskontakten der verschwitzten Art gab es also Platz und
Gelegenheit für das Persönliche. In Koblenz trifft man sich
traditionsgemäß zum großen Sehen und Gesehen werden. Auch die immer
noch junge Anime- und Mangagemeinde hat schon ihre festen Größen.
Gespannt wartet man locker im Gras sitzend, wie aufwendig sich die
Gewinner des Cos-Plays des letzten Jahres diesmal auf den
Kostümwettbewerb vorbereitet hatten. Zwei kugelrunde Roboter samt
Begleit- (oder Hilfs-?) Personal konnten getrost auf die Sauna
verzichten. Sogar ein Pärchen „Hello Kitty“ kam ans deutsche Eck. In
puncto Orginalität und Qualität hatten die Verkleidungen im Vergleich
zum Vorjahr einen deutlichen Sprung gemacht. So kam zum Beispiel die
Rose eines Anime-Helden auf die Bühne.
Bei der Preisverleihung kam es zu tollen Szenen. Zwei Cos-Player kamen
im Outfit des ebenfalls wieder im Programm vertretenen Gesang-Duos
„Cutie Pai“. Die Originale äußerten sich begeistert: „Die Kostüme
stimmen bis zu den kleinsten Details“. Und so war es den Japanerinnen
eine Ehre, die Kostüme der Fans mit den originalen Cutie Pai
Regenschirmen zu bereichern – jetzt müssen sich Cutie Pai neue kaufen
und die Fans werden diesen Augenblick sicher nicht vergessen. Diese
Nähe zwischen Publikum und Ehrengästen war während der
Abschlußveranstaltung noch einmal überdeutlich zu sehen. Ein alleine
schon sehr stattlicher Fan kam als Ritters Sigfried in einer kompletten
Ritterrüstung zum Wettbewerb und gewann natürlich einen Preis. Er bekam
noch einen Sonderpreis vom Zeichner der Serie, aus dem die Figur des
Ritters stammt. Und der neben dem metallenen Hühnen fast zierliche
wirkende Japaner kam beim Umarmen des Preisträgers nur bis zu dessen
Schultern – ein Herz erwärmender Anblick.
Animagic – das sind drei Tage entscheiden müssen, was man aus
dem vielfältigen Angebot verpassen kann, Platz im großen Sall sichern,
Hände wund klatschen bei der deustchen Band Chibi Chibi XXX und deren
auf Anime umgetexteten Liedern, überlegen, ob man nächstes Jahr
vielleicht auch verkleidet kommt, gemeinsam mit neuen Freunden durch
Koblenz schlendern und am Ende dann schmerzlich Abschied nehmen. Aber
es sind ja nur noch 362 Tage bis zum nächsten großen Treffen in
Koblenz, nicht wenige haben schon am Sonntag begonnen, die Tage zu
zählen. |