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40 Jahre Abrafaxe im MOSAIK

torte40 Jahre MOSAIK mit den Abrafaxen. Angesichts einer durchweg monatlichen Kontinuität ist dieses Ereignis wirklich außergewöhnlich.

Keine Zwangspausen, keine ständigen Serienneustarts, um den Verkauf kurzfristig wieder anzukurbeln, einfach eine regelmäßige Veröffentlichungsweise. Als Fan wünscht man sich genau dieses sture Festhalten an der ewigen Fortsetzung. Und vielleicht ist diese ruhige Verfahrensweise schon ein Grund, warum beim MOSAIK die Fanbasis dermaßen konstant ist und zudem ein leichtes stetiges Wachstum verzeichnet werden kann.

Mitte der Achtziger Jahre hielt ich das erste MOSAIK in den Händen. Die Abenteuer spielten in Indien, behandelten Amazonen, Yetis, große Elefanten. Mit Alexander Papatentos stand eine Figur im Mittelpunkt, welche die drei Abrafaxe und den Leser lange begleiten sollte. Er ist auch heutzutage in Fankreisen noch derart populär, dass er sogar im aktuellen Heft Nummer 480 auf einer Brücke abgebildet ist. Zwischen 1984 und 1988 ging es in 60 Heften drunter und drüber.
Alle Hefte konnte ich nicht mein Eigen nennen, obwohl ein Abo existierte. Ob ich die Hefte wegtauschte, sie weggeschmissen wurden oder was auch immer mit einzelnen Ausgaben passiert ist, lässt sich nicht mehr in Erfahrung bringen. Trotz einiger Lücken war der Hunger nach dem Comic geweckt.
So wurde natürlich auch der Zeitsprung zur Japan-China-Serie mit vollzogen. Im Zeitraum 1989 bis 1991 stand vieles in der DDR auf der Kippe, unter anderem auch das MOSAIK. Als Kind war das nicht wirklich maßgebend. Man erfreute sich irgendwann über neues Papier, Stickern auf dem Umschlag oder einer neuen Abokarte. Dass es hinter den Kulissen mächtig knirschte, bekam man nicht mit. Wichtiger waren Drachenflüge über Japan oder das Aufeinandertreffen der Faxe mit Marco Polo.

MOSAIK_480_44

Nach und nach wuchs auf dem Markt die Konkurrenz namens YPS, Micky Maus und Fix und Foxi. Die noch nicht ausgebildete Markentreue führte dazu, dass das MOSAIK gegen die neuen zum Teil wöchentlich erscheinenden Comics verlor.
Nur noch hin und wieder fanden die drei Abrafaxe den Weg ins heimische Kinderzimmer. Dabei waren sie aus Asien direkt in die heimischen Gefilde gereist und erlebten im Zeitalter des Barbarossas zahlreiche durch mehrere Kapitel und kurze Zeitsprünge unterteilte Abenteuer. Wie in jeder MOSAIK-Serie gibt es auch hier einen Hauptfeind. Hetzel übernimmt diese Rolle mit Bravour. Fies, verschlagen und hin und wieder triumphierend setzt er der Mittelalter-Serie seinen Stempel auf.

Beilage_XL TB_1Ähnlich gestrickt war Skrotonos aus der Griechenland-Ägypten-Serie. Dieser schaffte es mit seiner Bosheit sogar die ganze Bevölkerung gegen die Abrafaxe und deren Begleiter aufzuhetzen. Dass dabei sogar Nofretete verstoßen wurde, ist eine nicht unwesentliche Randnotiz, in dieser immer noch bei Fans beliebten Serie. Glücklicherweise wurden die Hefte gebündelt in einem dicken Sammelband vor einigen Monaten für schmales Geld neu veröffentlicht. Skrotonos brachte den Leser vorallem durch seine erfolgreiche Strategie zur Bekämpfung der Abrafaxe an den Rand des Wahnsinns. Überraschende Wendungen zeichnen die Storyline aus und von Heft zu Heft wurde es immer brenzliger. Ein spektakulärer Showdown klärt zum Schluss die Angelegenheit.

Mit zunehmenden Alter und dem Start von Dinos Heftoffensive flogen ab Mitte der 90iger Jahre dann die Superhelden in meinem Kopf herum. Die MOSAIK-Hefte wurden derweil säuberlich eingepackt im Schrank aufbewahrt. Hin und wieder kam aber Nachschub. So fanden vereinzelt Hefte der Amerika-Serie, die zwischen 2000 und 2002 spielte den Weg ins Bücherregal. Die Abrafaxe waren in den goldenen Jahren in den Staaten unterwegs. Die Wirtschaft brummt, die Kriminalität blühte und Träume konnten wirklich noch wahr werden. Vom Tellerwäscher zum Millionär. Califax verdingt sich als Würstchenproduzent, Abrax arbeitet für die Mafia und Brabax ist Zulieferer für die Polizei. Die Redaktion teilte die Story damit in zahlreiche Handlungsstränge. Die zeitweilige Trennung der drei Hauptfiguren hat im MOSAIK eine lange Tradition und wird immer wieder eingesetzt, um die Story aus einer anderen Perspektive zu zeigen oder sei einfach komplexer zu gestalten. In der Amerika-Serie nahm der Slapstick-Faktor merklich zu, was für Gelegenheitsleser etwas ungewohnt war. Der im Mosaik immer wieder thematisierte Forschergeist wurde in diesem Jahrgang etwas zu Gunsten des Humors vernachlässigt.

Der richtige Einstieg begann dann für mich wieder mit der Nummer 406, die auch gleichzeitig den Start der „Gold und große Geister“-Serie darstellte. Hier trafen die Abrafaxe auf zahlreiche Wissenschaftler und Künstler, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts spielt. Die Abenteuer sind stark auf Wissensvermittlung ausgelegt, so dass hier in jedem Heft Erfindungen vorgestellt werden. Einen großen alles überspannenden Handlungsrahmen gibt es zwar, doch tritt dieser erst nach und nach zum Vorschein. Dann bekommt auch der Bösewicht Herzog Caran d'Ache seine Rolle zugeteilt, wobei dieser bei weitem nicht an die Verschlagenheit seiner Vorgänger heran kommt.

Vom Europa der Barock-Zeit ging es dann geradewegs auf Weltreise mit Matthew Flinders. Eine Story auf einem Schiff mag wenig Potential für MOSAIK_480_46Veränderungen bieten, doch durch einen geheimnisvollen Saboteur und wiederholter Landgänge, wurde auch diese Geschichte unterhaltsam. Der Übergang zur Australien-Reise verlief nun fließend und die Faxe trafen sogar noch auf Nachfahren ihrer alten Schiffsbesatzung. Dass sie dabei auf der Suche nach einem Goldschatz waren, passt wunderbar zur Tradition des MOSAIKS, wo die erste Ausgabe vor ziemlich genau 60 Jahren mit dem Titel „Auf der Jagd nach dem Golde“ erschien. Damals natürlich noch mit den Vorgängern der Abrafaxe, den Digedags, aber das ist eine andere Geschichte.

Nun neigt sich die aktuelle Rom-Serie langsam dem Ende zu. Wohin es danach geht, wird von der Redaktion traditionell nicht vorab verraten. Egal wohin, die Heftreihe ist auf einen guten Weg, der über ein stabiles Fundament verfügt. Eine treue Fanszene, die auch nicht mit Kritik spart, wenn es sein muss und viel Nachwuchs, sofern die abgedruckten Leserbriefe repräsentativ für die Leserschaft sind.

Im Gegensatz zum Gro der deutschen Verlage haben sich die Verantwortlichen beim MOSAIK zudem schon sehr frühzeitig Gedanken über die Digitalisierung gemacht. Die Hefte und andere Publikationen rund um das MOSAIK werden als eBook publiziert, wobei auch ältere Ausgaben, beispielsweise aus den 80iger Jahren, den Weg in den Webshop finden. Zudem werden die Textstellen von Schauspielern gesprochen, was im Gegensatz zum regulären eBook doch recht innovativ ist.
Damit nicht genug. Seit einigen Ausgaben steht auch die Papierausgabe mit einem Bein im digitalen Zeitalter. MOSAIK Magic heißt die App für Apple und Android-User.

Während (glücklicherweise) Experimente am Inhalt und an der konzeptionellen Ausrichtung des Comics unterlassen werden, findet drum herum eine erfrischende Weiterentwicklung statt, deren Basis aber immer das monatliche Heft ist. Die Marke MOSAIK behutsam weiterzuentwickeln, um neue Käuferschichten anzusprechen ohne alte zu verschrecken, ist ein konfliktreicher Weg, der vom Herausgeber bislang aber hervorragend beschritten wird.

So kanns weiter gehen!

Herzlichen Glückwunsch, MOSAIK!

MOSAIK_Team_40


Weitergehende Informationen:



Special vom: 25.11.2015
Autor dieses Specials: Christian Recklies
Kategorie: Allgemein
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