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Comic-Besprechung - Lemon Law 1

Geschichten:
Little Runaway/Alltag/Sen/Wie man(n) einen Lackschaden bezahlt/Friday at 9:10 p.m./Preview: Winter Demon
Autor: SlippedDee, Anne "Lail" Delset, Sai Nan, Emily Jolie, Eru Nuos, Zeichner, Tusche: SlippedDee, Laura "Zel" Carboni, Emily Jolie, Iruka, Eru Nuos u. a.

Story:
In "Little Runaway" von SlippedDee wird ein ehemaliger Babysitter gebeten, erneut seinen guten Einfluss wirken zu lassen auf einen Jungen, der ständig über die Stränge schlägt. Mizuno hat kein gutes Gefühl bei der Sache, denn warum sollte sich Tsuji ausgerechnet von ihm Vorschriften machen lassen? Auch sind acht Jahre eine lange Zeit. Dass Tsuji kein Kind mehr ist, erkennt Mizuno sehr schnell.
Anne "Lail" Delset schildert einen ganz gewöhnlichen "Alltag", wie jeder ihn erleben könnte. Dieser wird unerwartet durch einen Ex gestört, der eröffnet, AIDS zu haben. Nur mit jemandem reden - das ist alles, was der Kranke wünscht, und das scheint schon zu viel verlangt. Die Folgen von der Ablehnung sind tragisch. Die Illustrationen zu der Kurzgeschichte lieferte Iruka.
Emily Jolie siedelt die Handlung von "Sen" im mittelalterlichen Japan an. Der Kopfgeldjäger Sen rettet den jungen Samurai Miyake vor seinen Verfolgern und erfährt, dass dieser seinem Sensei davon gelaufen ist. Die Hilfe hat jedoch ihren Preis, und anschließend fürchtet sich Miyake nicht länger vor dem, was sein Lehrer von ihm möchte. ("Samurai Deeper) Kyo" meets "Kenshin".
Sai Nan verrät in ihrer Story, "Wie man(n) einen Lackschaden bezahlt", ergänzt durch Illustrationen von Laura "Zel" Carboni. Bei einem so attraktiven Geschädigten fällt es auch nicht schwer, die geforderte Wiedergutmachung zu leisten.
"Friday at 9:10 p.m." ist bei Eru Nuos die Zeit, in der ein junger Mann in einer Bar immer auf das Erscheinen eines ganz bestimmten Gastes wartet, doch dieser bleibt plötzlich aus. Was ist passiert? Wird er jemals wieder kommen?


Meinung:
Nach "Lime Law" präsentiert der Fireangels Verlag nun eine weitere Boys Love-Anthologie, "Lemon Law", die - wie der Titel Insidern verrät - sehr viel explizitere Inhalte offeriert. Während in "Lime Law" größtenteils nur angedeutet wird, welche Gefühle die Protagonisten füreinander hegen, so leben sie diese in "Lemon Law" vollständig aus. Auf rund 140 Seiten finden Genre-Fans drei Mangas und zwei illustrierte Kurzgeschichten sowie weitere Illustrationen, teils sogar in Farbe.
Die Gestaltung ist nahezu dieselbe: Paperback im Forma A5, festes Papier, sauberer Druck, dazu noch Farbillustrationen auf Hochglanzpapier und das Cover-Motiv als auffaltbares A3-Poster. Da der Umfang geringer ausfällt, wurde auch mit dem Preis herunter gegangen. Etwas schade ist, dass eine Leseprobe die letzten Seiten ausfüllt, statt dass eine weitere (Manga-) Geschichte oder zusätzliche Illustrationen hinzugefügt wurden. Man kann nur vermuten, dass nicht mehr brauchbares Material zum Redaktionsschluss vorgelegen hat. Vielleicht wäre es in einem solchen Fall sinnvoller, die Deadline etwas aufzuschieben, denn Leseproben und ein Wust an Werbung geben Comics, Mangas und Romanen immer ein wenig das Image einer Mogelpackung.
Die Autorinnen und Zeichnerinnen wählten ihre Themen aus den Bereichen der zeitgenössischen Erzählung und der japanischen Geschichte. Da sehr viel mehr gezeigt wird als in der anderen Anthologie, sind die Protagonisten erwachsen bzw. über 16, schon um auf der sicheren Seite zu sein. Das hat zur Folge, dass dankenswerterweise das überstrapazierte Schüler-Milieu ausgeklammert wurde. Allein "Little Runaway" wartet mit einem Schüler auf, doch ist der Partner ein reifer Mann, und ihre Romanze spielt sich im privaten Umfeld ab.
Die Storys sind nicht ungewöhnlich, sondern bieten dem Publikum Vertrautes: Beziehungen, wie sie auch in japanischen und koreanischen Mangas wieder und wieder geschildert werden. Teils bedienen sich die Autoren der beliebten japanischen Namen, ohne jedoch - "Sen" einmal ausgenommen - einen wirklich asiatischen Hintergrund zu erschaffen, teils weichen sie auf die fast genauso gern verwendeten Anglismen aus, obwohl die Handlung in Deutschland auch hätte spielen können. Ein Extra an Exotik vermittelt das nicht und ist daher eigentlich überflüssig, wenn es nicht direkten Einfluss auf die Ereignisse hat.
Die Wortwahl ist angemessen und vermeidet harte, vulgäre Ausdrücke, wie sie seit einer geraumen Weile auch in jener Literatur auf dem Vormarsch sind, die das weibliche Publikum ab 16 im Visier hat, beispielsweise die erotische Phantastik von Egmont-LYX. Die Umschreibungen lesen sich tatsächlich angenehmer als die deftigen Formulierungen, auf die man oft in (englischen und deutschen) Fanfiction stößt. Die Anthologie wahrt ein gewisses Niveau dank der guten Arbeit der Fireangels Redaktion.
Die Illustrationen zeigen diesmal alles, was Hard Core-BL-Fans sehen wollen. Wem das zu explizit ist, der ist durch den Titel gewarnt und kann auf "Lime Law" ausweichen. Die qualitativ besseren Mangas und Illustrationen finden sich allerdings in "Lemon Law". Die Zeichner, die hier ihre Werke präsentieren, haben ihren Stil gefunden. Einfache, minimalistische Abbildungen sind eher die Ausnahme, denn man zeigt Liebe zum Detail. Highlights sind die Illustrationen von Mathia, Sabrina Schmatz und Laura "Zel" Carboni. Auch vertreten ist Zombiesmile, die ‚Haus-Mangaka' von The Wild Side, die inzwischen mehrere Publikationen vorweisen kann.


Fazit:
Wem "Lime Law" zu brav war, dem wird mit "Lemon Law" explizite Boys Love geboten. Obwohl es immer um ‚das Eine' geht, findet man doch keine einzige PWP-Story. Stets haben die Geschichten eine nachvollziehbare Handlung, und der Sex kommt als krönender Abschluss hinzu. In Folge liegt die Altersfreigabe bei 18+. Die Anthologie ist ansprechend gestaltet und ihren Preis wert. Wer wissen möchte, wie die einheimischen Künstlerinnen, die sich dem Genre verschrieben haben, die Themen umsetzen, wird bestimmt nicht enttäuscht.


Lemon Law 1 - Klickt hier für die große Abbildung zur Rezension

Lemon Law 1

Autor der Besprechung:
Irene Salzmann

Verlag:
Fireangels

Preis:
€ 6,95

ISBN 13:
978-3-939309-05-5

136 Seiten

Positiv aufgefallen
  • ansprechende Illustrationen
  • angemessene, nicht zu deftige Wortwahl trotz expliziter Inhalte
Negativ aufgefallen
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Rezension vom: 14.07.2008
Kategorie: Lemon Law
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